
Man kann ja immer noch Konsumkredite aufnehmen und dann alles für Kippen, Bier, Glücksspiel und Lieferando raushauen Ü
Ist eigentlich sehr ähnlich wie die Diskussion um Carsharing oder Leasing vs. Autokauf.
Ich wünschte Wohnen wäre wie Leasing, wo man am Ende vllt noch entscheiden darf, ob man sich die Wohnung komplett kauft oder nicht.
Für mich liegt eine sehr gute Lösung in Genossenschaften, das kommt dem sehr nahe.
Danach haben Eigentümer im Schnitt mehr Vermögen und sind besser darin, ihre Rentenlücke zu schließen. Mieter halten zwar höhere Anteile an Finanzanlagen, aber auf deutlich niedrigerem Niveau.
Laut Gerd Kommer liegt das statistisch höhere Vermögen der Eigentümer aber nicht an der Immobilie, sondern entstehe durch ihre höheren Spardisziplin. Würde ein Mieter genauso konsequent sparen wie ein Eigenheimbesitzer, hätte der Mieter am Ende oft mehr Vermögen. Der Vorteil vom Eigenheim ist nicht das Haus, sondern dass man gezwungen wird, regelmäßig Geld zurückzulegen.
Das ist übrigens das Prinzip der Sozialversicherung. Der Staat zwingt dich, 20% deines Lohns abzugeben, d.h. zu "sparen", und du bekommst ihn dann am Lebensende in Form von Rente wieder zurück.
Und fehlt bei der Argumentation von Kommer nicht was? Wer eine Immobilie hat, wird im Schnitt vermögender und oder einkommensstärker sein als jemand der keine hat. Da diejenigen die zu arm sind, nie den Kredit bekommen.
Ich könnte schwören, dass ich irgendwann in letzter Zeit einen Artikel gelesen habe, wo genau das die Argumentation war.
So funktioniert das deutsche Rentensystem halt überhaupt nicht.
Du sparst nichts und bekommst das eingezahlte Geld auch nicht zurück.
Die heutigen Arbeiter zahlen die heutigen Renten und künftige Arbeitergenerationen zahlen die künftigen Renten.
ja aber das Ergebnis ist das gleiche: Du wirst gezwungen heute zu sparen, d.h. weniger Geld auszugeben als du Brutto bekommst; dadurch hast du im Alter dann mehr Wohlstand.
Nur dass der Teil mit dem 'im Alter dann mehr Wohlstand' halt quasi nicht mehr stimmt.
Der Kommentar redet von was anderen. Du gibt jetzt einen Teil ab, und im Alter bekommst du ohne Job trotzdem Geld.
Da etwas mehr ist als nichts stimmt dies.
Du gibt jetzt einen Teil ab, und im Alter bekommst du ohne Job trotzdem Geld.
Nicht zwingend. Denn das Geld, was du heute einzahlst, geht direkt an die heutigen Rentner. Du bekommst im Alter nur Geld, wenn dann noch jemand einzahlt.
Inwiefern die zukünftige Auszahlung an deine ursprüngliche Einzahlung gekoppelt ist, wird durch die Politik beliebig festgelegt - Tendenz fallend, dank Demographie. Gleichzeitig musst du als junger Mensch heutzutage aber die größte Anzahl Rentner jemals schultern. Die Pyramide steht Kopf, das kann gar nicht funktionieren.
Wieso sollte es wenn du alt bist niemanden mehr geben der einzahlt. Geht's du davon aus dass jeder der jünger ist als du stirbt?
Geht’s du davon aus dass jeder der jünger ist als du stirbt?
Natürlich nicht. Aber jeder Alte muss auf mehrere Schultern verteilt werden, damit es für die Jungen von ihrem Arbeitseinkommen finanzierbar bleibt.
Das funktionierte toll, als man sich das System ausgedacht hat: Bevölkerungswachstum und vergleichsweise wenige Rentner, die einigermaßen früh starben. Die 'Last' der Rente weniger konnte auf viele Schultern verteilt werden.
Mittlerweile ist das nicht mehr so. Die Leute werden immer älter, beziehen also immer länger Rente, gleichzeitig nimmt der Anteil der jungen Leute an der Bevölkerung ab.
Dieses System funktioniert nur bei dauerhaftem Wachstum, insbesondere wenn die Leute auch immer älter werden. Glaubst du an ein System, das nur mit dauerhaftem Wachstum funktioniert?
Wie kommst du auf 20%?
Was ich im Artikel nicht verstehe:
Genau das kann man mit dem Finanztip-Rechner durchspielen. Dieser Rechner geht davon aus, dass Mieter und Käufer monatlich gleich viel "aufwenden". Der Käufer zahlt monatlich 2.181 Euro für Kredit und Instandhaltung. Und der Mieter, der monatlich nur eine Belastung von 1.000 Euro für die Miete hat, investiert die übrigen 1.181 Euro. Das Ergebnis fällt bei diesem Beispiel zugunsten des Mieters aus: Der ist nach 25 Jahren rund 200.000 Euro reicher als der Käufer.
Ich hab schon vor einer Weile mit dem Rechner rumgespielt und am Ende hängt es brutal an den jeweiligen Mietpreisen in der Gegend. Im hier gebrachten Standardbeispiel kippt es, wenn die Miete 1300€ erreicht. Gerade große Wohnungskonzerne verschenken ja auch nicht ihre Wohnungen, sondern optimieren die Mietpreise ebenso nach oben. Und dann kann sich kaufen nicht lohnen, wenn man in einem günstigen Altvertrag hockt, aber nach der Eigenbedarfskündigung etc. sieht das bei neuen Mietverträgen schon anders aus?
Die Rechnung hinkt meiner Meinung nach. Man muss auch mitberüksichtigen
- dass der Anteil an Eigenkapital beim Käufer gebunden ist, der Mieter kann das auch investieren
- dass beim Käufer auch ein Teil Amortisation ist. Der monatliche Betrag sinkt also mit den Jahren, im Idealfall gegen null (ohne Unterhalt)
- Unterhalt fällt in den ersten 20 Jahr erst mal kaum an, das heisst diese Geld steht auch erst mal zum Investieren zur Verfügung
- die Hypotekarzinsen können sich auch über die Zeit ändern
Ich glaube eher, solche Beispielrechnungen sind als Argumente getunt, die Kunden zu einer für die Bank virteilhaften Entscheidung zu bewegen.
Ich fänd gut, wenn man versuchte, die potentiellen Eigenheimbesitzer zu ermutigen, ihre Mietwohnungen frei zu machen. Entscheidungshilfen mit überwältigenden Grundannahmen helfen aber den wenigsten.
Hier schlägt man aber 2 Fliegen mit einer Klappe: Eine künstliche Dichotomie wie "ETFs oder Bauen" wirbt sowohl für Black Rock als auch für den "Bau-Turbo". Letzterer erstickt trotz vieler Bauvorhabensbekundungen aber im Handwerkermangel. Ich nehme an, Merz profitiert doppelt von Artikeln wie diesen.
Im ZEIT‑Podcast „Alles gesagt?“ mit Friedrich Merz (Januar 2025) gibt es eine längere Passage, in der er über seine Rolle bei der Ausgestaltung des Finanzmarktrechts und der Kapitalmärkte spricht, inklusive seiner Tätigkeit in der Finanzbranche und seiner politischen Vorstellungen zu Aktienkultur und privater Altersvorsorge. Dort betont er, dass er sich seit vielen Jahren für bessere Rahmenbedingungen für private Geldanlage, Börsengänge und Kleinanleger einsetzt. https://www.zeit.de/politik/2025-01/friedrich-merz-interviewpodcast-alles-gesagt
BlackRock ist bei weitem nicht der einzige Anbieter von ETFs.
Der berühmte MSCI World ist AFAIK von Blackrock. Die meisten Indices die andere ETFs verwenden stammen auch von Blackrock. Aber vielleicht irre ich mich.
Wir leben dörflich in einem geerbten Haus. Es ist viel zu groß für uns. Wie sollen wir das Haus "auf dem Laufenden halten", wenn wir mal alt sind? Was ich auch beobachte ist, dass nicht wenige Häuser in meiner Umgebung leer stehen und / oder verfallen. Der/die Besitzer(in) ist verstorben und die Kinder wollen das Haus nicht.
Umbauen zu zwei Wohneinheiten geht nicht? Meine Tante hat ihr zu großes Haus aufgeteilt und die obere Einheit als Ferienwohnung vermietet.
Aus baulichen Gründen gehen zwei Wohneinheiten nicht. Das Dorf und die Umgebung sind außerdem für Feriengäste nicht so attraktiv. UND außerdem verschandelt jetzt eine hässliche Hochstraße aus Beton, Umgehung für 51 Mio Euro genehmigt vom damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, die ehemals schöne Aussicht aufs Feld und angrenzendem Wald. Ein Tiny-Haus find ich ja toll. Mal schauen. 🙂
Schade, dass es baulich nicht geht. Neben Feriengästen ist so etwas oft auch für Zeitarbeiter interessant.
Tinyhouse finde ich immer etwas schwarz/weiß. Das eine viel zu groß, das andere viel zu klein. Drei Tinyhouses in U-Form könnte ich mir schon eher vorstellen. Oder ein Nurdachhaus?! Eine Verwandte wohnt als Pärchen in einem. Denen passt das perfekt.
Finde Tiny aber so schnuckelig. Ein Naturdachhaus kenne ich gar nicht. Klingt interessant.
Innen sind die Nurdachhäuser auch schnuckelig. Man hat ca 2-3x so viel Platz wie im Tinyhouse. Bei uns sind sie in wenigen Feriengebieten am Waldrand. Oft gibt es sie auch an der Ostsee, an der Lüneburger Heide, oder um Seen. Wo meine Verwandte wohnt, haben fast alle ihren Hauptsitz im Nurdachhaus - kaum einer vermietet es dort im Wald als Ferienwohnung. Ideal für Leute, die eher ihre Ruhe haben wollen.
Danke für Deine Info. Eine gute Alternative für Tiny.
So ein Haus muss halt auch dort stehen, wo die Arbeitsplätze sind - es ist ja nicht so, dass die Leute unbedingt alle in Großstädten wohnen wollen, aber viele Arten von Arbeitsplätzen gibt es auf dem Land einfach nicht.
aber viele Arten von Arbeitsplätzen gibt es auf dem Land einfach nicht.
und das hat auch seinen guten Grund, nämlich bessere Infrastruktur in der Stadt.
Wichtig zu betonen: Infrastruktur bedeutet hier nicht klassisch das, was man so unter Infrastruktur versteht wie Straßen, Brücken, Wasser, Strom. Das gibt es auch auf dem letzten Dorf. Die hier gemeinte Infrastruktur sind halt gut ausgebildete Arbeitnehmer und die gibt es in den nötigen Mengen eben nicht auf dem abgelegenen Dorf. Gründest du da deine hippe Marketingagentur, findest du halt nicht die richtigen hippen Mitarbeiter.
Ja und was ich auch meinte ist die wunderbare Eigenschaft der Stadt, dass alles nahe beieinander ist. Das geht auf dem Land nämlich geographisch bedingt nicht. Und das bedeutet dann natürlich auch, dass du talentierte Menschen auf einem Fleck hast
Hab ein bisschen den Eindruck, dass die Mietpreise in den Rechnungen zu niedrig angesetzt werden. 1000€ Miete sind für Großstädte schon recht günstig, insbesondere für Paare mit Kindern und Neumieter, die keinen 20 Jahre alten Altmietvertrag haben - das finanzierte Haus für 2200€ hat garantiert mehr Wohnfläche.
Das ist ja wohl mal ein richtig gut geschriebener und recherchierter Tagesschauartikel, der das ganze Thema allumfänglich betrachtet. Chapeau Frau Hiltscher. (Auch die anderen Artikel von ihr sind auffallend gut)
Eine geringere Eigentumsquote kann laut Experten auch daran liegen, dass junge Menschen vielleicht gar nicht mehr fest an einen Ort gebunden sein wollen. "Letztlich ist die Frage: 'Eigenheim oder Wohnung?' nicht nur eine rein finanzielle Entscheidung, sondern auch eine Lebensentscheidung beziehungsweise Typsache", so Experte Holger Graf. Bevor man diese Entscheidung treffe, sollte man sich fragen: "Bin ich jemand, der an einem Ort bleiben möchte, möglichst für immer? Bin ich jemand, der viel verreisen, woanders leben, woanders arbeiten möchte?" Bei der Frage nach dem Eigenheim komme es also letztlich extrem auf die individuellen Bedürfnisse an.
Das ist zumindest bei mir so der Fall.
Bin in der Wissenschaft und bisher sind wir drei, bald vier mal meinem Job mit nem Fernumzug hinterhergezogen. Alles Vertraege auf Zeit. Der naechste ist dann ein Dauervertrag, da hatte ich viel Glueck.
"Typsache" am Arsch.
Finanzen