für die wenigen Fälle in denen Individualverkehr zwingend die einzig mögliche Lösung ist
Das ist aber das Problem. Wir haben eine Siedlungsstruktur, in der das Auto wahnsinnig oft das einzig sinnvolle Verkehrsmittel ist. Selbst innerhalb vieler Städte lieben die Deutschen es Wohngebiete von anderen Zonen zu trennen. Ich war vor einem halben Jahr zu Fuss in Stuttgart unterwegs. Da ist mir aufgefallen, wie weit die Wege innerhalb der relativen Innenstadt waren. Wenn man das mal mit Städten vergleicht, in denen Wohnraum, Arbeitsplätze und vor allem Lebensmittelläden, Cafés etc. deutlich dichter beieinander stehen. In Zagreb braucht man eher kein Auto, dort ist es in weiten Flächen höchstens nice to have. Ich glaube Barcelona mit ihren Superblocks sieht gut aus. In weiten Teilen Londons kommt man gut ohne Auto klar, in anderen Teilen ist man wieder ziemlich aufgeschmissen.
In D aber liebt man es schön in die Fläche zu bauen. Allein in dem Kaff in dem ich wohne braucht man gut anderthalb Stunden um zu Fuß von dem einen Ende zum anderen zu laufen. Oder eben in 10min mit dem Auto. Natürlich gibt es keine gute fußläufige Anbindung aller Dortteile zu den örtlichen Supermärkten. Ganz zu schweigen von der Anbindung über Kreisgrenzen hinweg. Ich hatte eine Zeitlang regelmäßig in einer anderen Stadt zu tun, einmal die Woche. Mit dem Auto waren das damals 15min. Mit den Öffis habe ich fast zwei Stunden gebraucht. Muss ja über die örtliche Hauptstadt, jede Anbindung dann noch schön mit Wartezeit.
Wenn man Autos abschaffen wollte, müsste man fast ganz Deutschland erstmal dahingehend umbauen. Ich würde sagen, derzeit ist es eher so, dass die Öffis nur in wenigen Fällen die sinnvollste Lösung ist. Pendeln in die Zentren geht. Ansonsten nicht so wirklich viel.