Verbrennungsmotoren sind technisch ausgereift. Und genau das ist das Problem. Denn sie stoßen an physikalische Grenzen. Selbst moderne Benzinmotoren erreichen oft nur etwa 20 bis 30 Prozent Wirkungsgrad. Dieselmotoren liegen etwas höher bei rund 30 bis 40 Prozent. Das bedeutet: Ein Großteil der Energie geht als Wärme verloren. Der Grund liegt in der Thermodynamik. Bei der Verbrennung lässt sich ein großer Teil der Energie nicht in Bewegung umwandeln. Elektromotoren dagegen kommen auf über 90 Prozent Wirkungsgrad.
Ich persönlich würde eher zu dem Schluss kommen, dass wir eine Zukunft mit nur sehr punktueller individueller Mobilität planen sollten. Ohne eigenes Fahrzeug vor beinahe jedem Haus. Elektromobilität ist in meinen Augen keine Lösung, sondern eine Krücke, für die wenigen Fälle in denen Individualverkehr zwingend die einzig mögliche Lösung ist. Aber mit dem Punkt zu Verbrennern gehe ich absolut mit.
Basti on Instagram: "Hocheffiziente Verbrenner wird es nicht geben Video Quelle: Harald Lesch München 18.4.2026 @energiederzukunft
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Das ist aber das Problem. Wir haben eine Siedlungsstruktur, in der das Auto wahnsinnig oft das einzig sinnvolle Verkehrsmittel ist. Selbst innerhalb vieler Städte lieben die Deutschen es Wohngebiete von anderen Zonen zu trennen. Ich war vor einem halben Jahr zu Fuss in Stuttgart unterwegs. Da ist mir aufgefallen, wie weit die Wege innerhalb der relativen Innenstadt waren. Wenn man das mal mit Städten vergleicht, in denen Wohnraum, Arbeitsplätze und vor allem Lebensmittelläden, Cafés etc. deutlich dichter beieinander stehen. In Zagreb braucht man eher kein Auto, dort ist es in weiten Flächen höchstens nice to have. Ich glaube Barcelona mit ihren Superblocks sieht gut aus. In weiten Teilen Londons kommt man gut ohne Auto klar, in anderen Teilen ist man wieder ziemlich aufgeschmissen.
In D aber liebt man es schön in die Fläche zu bauen. Allein in dem Kaff in dem ich wohne braucht man gut anderthalb Stunden um zu Fuß von dem einen Ende zum anderen zu laufen. Oder eben in 10min mit dem Auto. Natürlich gibt es keine gute fußläufige Anbindung aller Dortteile zu den örtlichen Supermärkten. Ganz zu schweigen von der Anbindung über Kreisgrenzen hinweg. Ich hatte eine Zeitlang regelmäßig in einer anderen Stadt zu tun, einmal die Woche. Mit dem Auto waren das damals 15min. Mit den Öffis habe ich fast zwei Stunden gebraucht. Muss ja über die örtliche Hauptstadt, jede Anbindung dann noch schön mit Wartezeit.
Wenn man Autos abschaffen wollte, müsste man fast ganz Deutschland erstmal dahingehend umbauen. Ich würde sagen, derzeit ist es eher so, dass die Öffis nur in wenigen Fällen die sinnvollste Lösung ist. Pendeln in die Zentren geht. Ansonsten nicht so wirklich viel.
Du hast das Problem gut beschrieben. Wir sollten in diesen Umbau investieren, nicht in "hocheffiziente" Verbrenner und auch nicht auf E-Mobiliät als einzige Rettung bauen. Am Anfang muss man banal Buslinien subventionieren, auch gezielte Schichtbusse und Linien zu Gewerbegebieten mit Supermärkten und CarSharing Angebote und kleine Märkte in Dörfern... und Autofahren noch unattraktiver machen (wird es durch die Teuerung sowieso, aber hier mal aufs Gas drücken). Ausbau von regionalen Zuglinien dauert.
Aber denkst du, wenn alle halbe Stunde ein Bus in jede Richtung fährt und Autofahren schmerzhaft teuer wäre, dass niemand umsteigen würde?
Alle halbe Stunde ein Bus ist indiskutabel und kein funktionierender Öffi. Und dort kommst du eben mit unserer Siedlungsstruktur in Konflikt. Busse oder S-Bahnen mit Wartezeiten unter 10min ist gut. Siehe London oder Hamburg.
Wo das nicht möglich ist, werden wir nicht vom Individualverkehr wegkommen. Die Verbindungsanzahl ist nicht ansatzweise machbar. Wo das Land schön platt ist (Norddeutschland, die Täler der großen Flüsse) kann man recht viel mit dem Rad machen.
Was vielleicht funktionieren könnte wäre Carsharing, insbesondere sollten die sich mal selbst fahren können.
Ansonsten ist vermutlich Elektromobilität das höchste der Gefühle, wenn wir nicht massiv unsere Siedlungsstruktur geplant umbauen. Da glaube ich jetzt aber eher nicht dran.
Alle halbe Stunde ist indiskutabel... fuck ich hab die Hälfte meines Lebens indiskutabel geführt... wusste ich gar nicht... dir ist schon klar das viele Leute (auch auf dem Land) heute schon zu arm für ein Auto sind oder keines fahren dürfen aus gesundheitlichen Gründen und das bei miserablen Anbindungen?
also indiskutabel ist wirklich ein wenig übertrieben
Auto fahren muss nur teuer genug sein...
Ich pendele beruflich mit der Bahnund habe noch recht viel Glück mit meiner Anbindung von zwei bis drei Zügen pro Stunde hin. Zurück ist es effektiv praktisch nur einmal die Stunde.
Beruflich ist sowas noch verkraftbar, da Arbeitszeiten oft vorhersehbar gestaltet werden können.
Aber wenn ich für jeden Pups Wartezeiten von bis zu 30min einen Weg hätte wäre das für mich indiskutabel. Ich würde schlicht nicht dort leben wo ich jetzt lebe, Familie meiner Frau hin oder her. Das würde durchaus auch Optionen des Auswandern einschließen. Wenn man das mal hochrechnet, was man an Lebenszeit verlieren würde...
Meinetwegen müsste es nicht ein Auto sein. Elektroroller kann schon viel. Insbesondere wenn weniger Autos unterwegs sind. Ich wünschte ich würde nicht in so einer elend hügeligen Gegend leben. Sonst würde ich sehr gerne das Fahrrad auspacken. Aber spontane Mobilität oder eben urbanes Leben finde ich sind mit ein Grund in unserer Art der Gesellschaft zu leben.
Kann jeder sehen wie man mag. Vielleicht ist dir aufgefallen das ich nicht von Verboten geredet habe. Aber ich weiß wie viele Menschen heute schon keinen Führerschein oder kein Auto haben. Und ich glaube diese Zahl könnte man enorm steigern, das wäre ja das Ziel
Wenn Individualmobilität DER Grund ist, dann würdest du wahrscheinlich mehr zahlen dafür, als Leute deren Priorität das nicht ist. Manche Leute zahlen für ne teure Wohnung, andere für teure Kleidung, andere (ich z.B.) für nen teuren Gamingrechner und Leute wie du dann halt für teure Individualmobilität. Es wäre halt nur das Ziel, dass das enorm viel weniger Menschen werden.
Naja, Kostenstrukturen können quasi ein Verbot für verschiedene Bevölkerungsschichten darstellen. Gibt genug Leute, die nicht die Wahl haben. Wenn etwas teuer genug wird, sind die eben raus. Weite Teile der Bevölkerung aus der sozialen Teilhabe rauszunehmen, weil die nicht mobil genug sind, kann es ja auch nicht sein.
Ich bin auch voll für bessere Öffis. Und dafür so zu leben, dass man auch mehr zu Fuß erledigen kann.
Eine Möglichkeit, das Henne-Ei-Problem zu lösen, ist es Leuten Fahrkarten für die Öffis als Teil ihres Lohns zu geben. Wenn sie die schonmal haben, können sie sie auch nutzen (und parallel dazu öffentliche Verkehrsmittel ausbauen). Oder wie in Luxembourg kostenlos machen (anders finanzieren).
Naja, dann ist es quasi ein Verbot... ist das so tragisch... Die soziale Teilhabe zu gewährleisten war ja der Plan von meinem vielen Gerede über die Öffis... egal, kann man ja versehentlich überlesen...
Sind wir uns einig, dass man dringend handeln sollte?
Sind wir uns einig, dass Verbrenner raus sind aus der Diskussion?
Sind wir uns einig, dass E-Autos noch einige Innovationen bräuchten und das welche zu bauen IMMER Ressourcen und sie zu betreiben IMMER Energie kosten wird?
Sind wir uns einig das flächendeckender Nahverkehr nur Geld und nicht in diesem Maße Innovation benötigt?
Sind wir uns einig das man dringend handeln sollte?
Sind wir jetzt in der selben Diskussion?
In Deutschland wird sehr selten hoch gebaut. In Barcelona sind die Blöcke meist doppelt so hoch wie in Deutschland, also eher 10 Stockwerke als die 5 die es oft in Deutschland gibt. Von Hochhäusern will ich gar nicht anfangen. Es gibt halt natürlichweise nur eine gewisse Anzahl von Cafes, Läden, Restaurants, Ärzte und so weiter pro Kopf. Wenn man also mehr Menschen auf einer kleineren Fläche hat, kann man diese Dienste viel leichter erreichen. Dann gibt es noch Hinterhofbebauung und Freifläche zwischen Gebäuden die man bebauen kann. Da kann man wirklich viel rausholen.
Das ganze hilft dann natürlich auch beim ÖPNV. Mehr Nachfrage erhöht die Taktung und kurze Strecken senken die Fahrzeit.