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[-] RoflmasterBigPimp@feddit.org 29 points 3 days ago

Das fordert die Linke doch schon seit geraumer Zeit! Wie sollen denn auch die Sanktionen wirken wenn man einfach wegschaut wenn die gebrochen werden!

Und sowas hier:

Sicherheitsexperten in Europa fordern deswegen schon länger ein härteres Vorgehen gegen Schiffe der Schattenflotte. Doch in der Praxis scheuen viele westliche Staaten vor einem rigoroseren Vorgehen zurück. Quellen aus deutschen Sicherheitskreisen berichten, dass dies auch an der Sorge vor russischen Gegenmaßnahmen liegt. Laut Sicherheitskreisen werden viele Tanker der russischen Schattenflotte mittlerweile von bewaffneten Kräften von russischen Söldnerunternehmen geschützt.

Ist einfach nur peinlich. JA! NATÜRLICH WIRD RUSSLAND DAS NICHT GUT FINDEN! DAS IST DIE IDEE DAHINTER!

Himmel, Arsch und Zwirn, was denken die denn was passieren wird wenn es zum Krieg kommt? Da wird es auch zu "Gegenmaßnahmen" kommen!

[-] Klingenrenner@feddit.org 6 points 3 days ago

Ich weiß nicht, wie die Söldner definieren, aber ich glaube die werden einen Teufel tun und auf ein vollwertiges Kriegsschiff in dessen Hoheitsgebiet feuern.

[-] int_not_found@feddit.org 2 points 3 days ago

Hier geht es ja auch nicht um das jagen und versenken von Konvois im Stile von WWII. Das wäre staatlich sanktionierter Mord an den Seeleuten.

Es geht um die Durchsetzung von Internationalem Recht, welches eine korrekte Beflaggung verlangt. Eine Nation darf die Kontrolle über ein Schiff übernehmen, wenn dieses nicht oder falsch beflaggt ist.

Hierfür muss man die eigenen Sicherheitskräfte auf eben jenes Schiff bringen. Schau dir mal Videos von den Marinedrills dazu an. Das ist schon in den Übungssituationen ein sehr gewagtes Unternehmen. Da reicht eine kleine Truppe Bewaffneter aus um aus "Joa ab und an stürzt halt einer ab" ein "Wie viele Leben opfern wir im Optimalfall?" zu machen.

Und das bleibt am Ende die Frage. Wie viele Soldatenleben wollen wir opfern, um die wirtschaftlichen Sanktionen aufrecht zu erhalten. Wie lange hält die öffentliche Meinung, wenn jede Woche in der Tagesschau über gefallene Soldaten berichtet wird?

Ich kann voll verstehen, dass man da zögerlich agiert und bin froh in keinen Schuhen zu stecken, die das entscheiden müssen.

[-] Klingenrenner@feddit.org 6 points 2 days ago

Direkt mit gezogener Waffe aggressiv vorgehen war auch nicht mehr Vorschlag. Das liegt mir zu nahe bei dem, was im Golf von Mexiko abgeht. Aber man könnte ein Kriegsschiff im Hoheitsgebiet auf See stationieren, welches der Küstenwache / dem Zoll Amtshilfe leisten kann, sollte ein Schiff sich gegen eine Aufforderung zum anhalten und durchsuchen lassen, weigern. Gegen ein kleines Boot der Küstenwache riskiert man vielleicht noch ne dicke Lippe, wenn dann ein vollwertiges Kriegsschiff auftaucht, dann gibt man vermutlich auf und kooperiert. Es muss ja nicht zum Einsatz kommen, Präsenz zeigen sollte vermutlich schon reichen.

Aber ich sehe es auch so, es ist eine unangenehme Entscheidung und ich urteile hier aus dem Lehnstuhl.

[-] int_not_found@feddit.org 1 points 1 day ago

Ich sehe es halt so: Russland und die Crews riskieren jetzt schon extrem viel.

Ist ein Kriegsschiff, von dem man weiß das es nicht über Manöver hinaus aktiv wird, soviel gruseliger als ein Trupp Marinesoldaten, die mit gezogene Waffen versuchen an der Bordwand hochzuklettern?

Die Crews sind doch gebrieft. Die wissen genau, wie die Möglichkeiten und Limittationen der Beamten und Soldaten aussehen.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Ein Kriegsschiff stellt ein erhebliches Eskalationspotenzial dar. Das kann ein nichtmilitärisches Schiff, völlig unabhängig davon, wieviele Söldner das als "Sicherheitspersonal" an Bord hat, einfach versenken, ohne sich je selbst in Gefahr begeben zu müssen, denn das kann das bequem von außerhalb der Reichweite tragbarer Waffen tun. Die Kalaschnikow der Söldner kann da auch aus kurzer Entfernung bestenfalls kosmetische Schäden anrichten.

Bei modernen Kriegsschiffen sieht man ohne technische Hilfsmittel nicht mal, ob das gerade auf einen zielt oder nicht, denn da müssen keine sperrigen Geschütztürme und Optiken auf Dich ausgerichtet sein, um Dich ins Visier zu nehmen und innerhalb von Sekunden tatsächlich beschießen zu können. (Die kostengünstigste Option dafür wäre zwar wahrscheinlich eine Kanone, aber die lässt sich dank moderner Technik auch innerhalb von Sekunden ausrichten, auch wenn sie gerade eben noch harmlos in eine andere Richtung zeigt. Sehr wahrscheinlich wird die als Drohung aber sehr wohl auf Dich ausgerichtet sein und irgendwann vorher auch einen Warnschuss vor den Bug abgeben)

Als Einzelperson auf einem Schiff kannst Du Dich Soldaten ergeben, die an Bord gehen, egal, ob Deine Schiffsführung das will oder nicht, und wenn die aus einem einigermaßen zivilisierten Land sind, werden die Dich dann nicht umbringen. Als Einzelperson auf einem Schiff, dessen Schiffsführung auf bewaffnete Konfrontation aus ist, stehen Deine Chancen gegenüber einem Kriegsschiff deutlich schlechter, denn das bekämpft das Schiff als Ganzes, nicht einzelne Besatzungsmitglieder. Wenn das aus einem einigermaßen zivilisierten Land ist, wird es zwar vielleicht von einer vollständigen Versenkung absehen und Dein Schiff nur manövrierunfähig schießen, (evtl. blöd für Dich, wenn Du Dich zu dem Zeitpunkt im Maschinenraum aufhältst) und dann die Schiffsführung nochmal freundlich fragen, ob sie sich ergibt, und auch, wenn es zu einer Versenkung kommt, fischt es, wenn möglich, danach die Überlebenden aus dem Wasser, aber dafür muss man die Versenkung erstmal überleben und hoffen, dass kein Spinner vom Rettungsboot aus auf das Kriegsschiff schießt, denn ein unnötiges Risiko wird das nicht eingehen.

Ich würde mich da nicht auf ein rechtliches Briefing, insbesondere durch eine Macht wie Russland, verlassen. Russland hat ja inzwischen bewiesen, dass es trotz militärischer Präsenz vor Ort nicht eingreift, wenn ein Schiff der Schattenflotte aufgebracht wird, auch wenn es irgendwann seine bisherige Flagge durch eine russische ersetzt.

[-] Klingenrenner@feddit.org 2 points 14 hours ago

Ziemlich genau das. Man gibt durch Funk durch, dass eine deutsche Truppe zur Inspektion an Bord kommen möchte. Zusätzlich informiert man darüber, dass man Zweifel an der Friedfertigkeit hat und daher ein Kriegsschiff den Einsatz absichert. Sollte dem Team etwas zustoßen oder verliert das Kriegsschiff Sicht- oder Funkkontakt zum Team an Bord, dann droht man den Einsatz des Kriegsschiffs an.

Klar hat man nicht unendlich viele Kriegsschiffe für solche Einsätze, aber eine Kooperation a la Gewässer von Somalia wäre ja auch eine Option. Hier hätte man rechtlich vermutlich sogar noch bessere Karten, weil es die eigenen Hoheitsgewässer sind (bzw. die eines Partners).

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 5 points 3 days ago

Wenn die Besatzung Widerstand leistet, kann man das Personal auch zurückziehen und aus sicherer Entfernung das Schiff selbst angreifen. Bewaffneter Widerstand sollte mehr als genug Rechtfertigung dafür sein. Kriegsschiffe sind dafür ausgerüstet, das zu tun. Spätestens, wenn den Söldnern ihr Schiff unter dem Arsch absäuft, werden sie aufgeben.

Wenn einmal ein Schiff der Schattenflotte bewaffneten Widerstand leistet, wird man beim nächsten Mal auch gleich anders vorgehen. Das hat einen abschreckenden Effekt.

[-] int_not_found@feddit.org 1 points 3 days ago

Bewaffneter Widerstand sollte mehr als genug Rechtfertigung dafür sein.

Ist es das? Da hört halt ehrlich gesagt mein Verständnis des Seerechts und die deutsche Interpretation dessen auf.

Wieso sollen die Leben anderer Crewmitglieder gefährdet werden dürfen, wenn ein einziger Widerstand leistet? Klingt für mich nach: Es ist OK das Wohnhaus in die Luft zu sprengen, immerhin hat sich im dritten Stock jemand mit einer Waffe verschanzt.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 3 days ago

Mann kann immer noch die Besatzung auffordern, sich zu ergeben und das Schiff zu verlassen. Man kann sie sogar wissen lassen, wo man gleich hin schießen wird. Ein Frachter ist zu langsam, um auch nur zu versuchen, einem Kriegsschiff zu entkommen. Sobald die Besatzung in einem Rettungsboot ist, sind ihre Optionen zum Widerstand sehr begrenzt. Außerdem geht auch, wenn man es beschießt, ein Schiff nicht sofort unter oder fliegt restlos in die Luft. (Außer vielleicht, wenn es große Mengen sehr sanktionsfähiger Güter geladen hat und man die zufällig trifft) In der Regel ist da genug Zeit zur Evakuierung.

[-] int_not_found@feddit.org 1 points 3 days ago

Ich glaube du hast mich missverstanden. Meine Frage ist nicht, was ist möglich ist. (Und auch da würde ich behaupten, dass dieses Szenario nicht gefahrlos ist)

Meine Frage ist, wie man es nach deutschem Recht rechtfertigen will. Ist es im deutschen Recht angemessen, wegen dem schiffsäquivalent eines fehlenden Nummernschilds und weil Ivan an Deck mit seiner VPO-209 zu sehen ist, das Schiff zu versenken?

[-] GenosseFlosse@feddit.org 2 points 1 day ago

Aha, fehlendes Nummernschild. Wie oft werden denn bei Schiffen die Nummernschilder gewechselt, das man versehentlich mal vergisst? Seltsam das sowas bei Schiffen ander Nationen scheinbar nie passiert...?

[-] int_not_found@feddit.org 1 points 1 day ago

Ich verstehe nicht was du hier sagen willst. Ich verteidige die Schattenflotte nicht. Ich sage nicht das hier die Schiffe irgendwas richtiges tun oder nur versehentlich unter keiner Flagge fahren.

Ich will wissen auf welcher Rechtsgrundlage deutsche Behörden potenziell tödliche Gewalt in internationalen Gewässern anwenden dürfen sollen, weil wir halt in einem Rechtsstaat leben, der das vorrausssetzt...

[-] jokro@feddit.org 9 points 3 days ago

Laut Sicherheitskreisen werden viele Tanker der russischen Schattenflotte mittlerweile von bewaffneten Kräften von russischen Söldnerunternehmen geschützt

Klingt so als könnte man sie noch leichter erkennen

[-] smokeysnilas@feddit.org 8 points 3 days ago

Das liest sich auch so als wolle man eine risikoreiche Eroberung im Nahkampf vermeiden. Aber das wäre doch nicht der Ansatz, sondern bevor die betankt werden auf der Leerfahrt gibt's nen Funkspruch und wenn die Besatzung sich nicht ergibt dann darf die ins Rettungsboot und die Nordsee hat ein neues künstliches Riff. Das klappt im schwarzen Meer und auch vor Venezuela und ist auch schon im Mittelmeer erprobt worden.

[-] Crumblefluff@feddit.org 3 points 1 day ago

Denke auch nicht, dass Söldner so einen Tanker mit ihrem Leben verteidigen würden, wenn ein Kriegsschiff eingesetzt würde.

[-] muelltonne@feddit.org 3 points 3 days ago

Nicht wirklich - im Kern bedeutet das, dass da dann ein normal aussehendes Besatzungsmitglied bei Enterversuchen plötzlich die Kalaschnikow aus der Kajüte holt

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 10 hours ago

Sollte das einmal passieren, dürfte das Konsequenzen dafür haben, wie danach Kontrollen von verdächtigen Schiffen ablaufen. Diese Konsequenzen dürften deutlich zu Ungunsten dieser Schiffe ausfallen.

[-] plyth@feddit.org 2 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Was wäre die moralisch richtige Entscheidung, wenn ein solcher Öltanker auf dem Weg nach Kuba ist? Sollte man ein solches Schiff stoppen oder weiterfahren lassen?

[-] Zwuzelmaus@feddit.org 4 points 3 days ago

Also bei zwei Dritteln ist es unmöglich?

Keine gute Nachricht...

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 10 hours ago

Bei einem Drittel ist es sehr einfach möglich, weil sie unter falscher Flagge fahren, was so verboten ist, dass man das Schiff einfach festsetzen kann. Bei den übrigen muss man sich etwas mehr anstrengen.

[-] Melchior@feddit.org 5 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Da muss man halt andere Gründe finden. Versicherung wäre zum Beispiel möglich. Die Japaner machen soetwas in der Art mit chinesischen Schiffen. Gut waren Fischer, aber es scheint halbwegs möglich zu sein.

[-] muelltonne@feddit.org 13 points 3 days ago

Ich bin mittlerweile so müde von solchen Artikeln - es gäbe so viel, das man tun könnte, um die russische Aggression zu bekämpfen. Und dann passiert doch nichts :(

this post was submitted on 13 Feb 2026
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