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[-] Klingenrenner@feddit.org 6 points 2 days ago

Direkt mit gezogener Waffe aggressiv vorgehen war auch nicht mehr Vorschlag. Das liegt mir zu nahe bei dem, was im Golf von Mexiko abgeht. Aber man könnte ein Kriegsschiff im Hoheitsgebiet auf See stationieren, welches der Küstenwache / dem Zoll Amtshilfe leisten kann, sollte ein Schiff sich gegen eine Aufforderung zum anhalten und durchsuchen lassen, weigern. Gegen ein kleines Boot der Küstenwache riskiert man vielleicht noch ne dicke Lippe, wenn dann ein vollwertiges Kriegsschiff auftaucht, dann gibt man vermutlich auf und kooperiert. Es muss ja nicht zum Einsatz kommen, Präsenz zeigen sollte vermutlich schon reichen.

Aber ich sehe es auch so, es ist eine unangenehme Entscheidung und ich urteile hier aus dem Lehnstuhl.

[-] int_not_found@feddit.org 1 points 1 day ago

Ich sehe es halt so: Russland und die Crews riskieren jetzt schon extrem viel.

Ist ein Kriegsschiff, von dem man weiß das es nicht über Manöver hinaus aktiv wird, soviel gruseliger als ein Trupp Marinesoldaten, die mit gezogene Waffen versuchen an der Bordwand hochzuklettern?

Die Crews sind doch gebrieft. Die wissen genau, wie die Möglichkeiten und Limittationen der Beamten und Soldaten aussehen.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Ein Kriegsschiff stellt ein erhebliches Eskalationspotenzial dar. Das kann ein nichtmilitärisches Schiff, völlig unabhängig davon, wieviele Söldner das als "Sicherheitspersonal" an Bord hat, einfach versenken, ohne sich je selbst in Gefahr begeben zu müssen, denn das kann das bequem von außerhalb der Reichweite tragbarer Waffen tun. Die Kalaschnikow der Söldner kann da auch aus kurzer Entfernung bestenfalls kosmetische Schäden anrichten.

Bei modernen Kriegsschiffen sieht man ohne technische Hilfsmittel nicht mal, ob das gerade auf einen zielt oder nicht, denn da müssen keine sperrigen Geschütztürme und Optiken auf Dich ausgerichtet sein, um Dich ins Visier zu nehmen und innerhalb von Sekunden tatsächlich beschießen zu können. (Die kostengünstigste Option dafür wäre zwar wahrscheinlich eine Kanone, aber die lässt sich dank moderner Technik auch innerhalb von Sekunden ausrichten, auch wenn sie gerade eben noch harmlos in eine andere Richtung zeigt. Sehr wahrscheinlich wird die als Drohung aber sehr wohl auf Dich ausgerichtet sein und irgendwann vorher auch einen Warnschuss vor den Bug abgeben)

Als Einzelperson auf einem Schiff kannst Du Dich Soldaten ergeben, die an Bord gehen, egal, ob Deine Schiffsführung das will oder nicht, und wenn die aus einem einigermaßen zivilisierten Land sind, werden die Dich dann nicht umbringen. Als Einzelperson auf einem Schiff, dessen Schiffsführung auf bewaffnete Konfrontation aus ist, stehen Deine Chancen gegenüber einem Kriegsschiff deutlich schlechter, denn das bekämpft das Schiff als Ganzes, nicht einzelne Besatzungsmitglieder. Wenn das aus einem einigermaßen zivilisierten Land ist, wird es zwar vielleicht von einer vollständigen Versenkung absehen und Dein Schiff nur manövrierunfähig schießen, (evtl. blöd für Dich, wenn Du Dich zu dem Zeitpunkt im Maschinenraum aufhältst) und dann die Schiffsführung nochmal freundlich fragen, ob sie sich ergibt, und auch, wenn es zu einer Versenkung kommt, fischt es, wenn möglich, danach die Überlebenden aus dem Wasser, aber dafür muss man die Versenkung erstmal überleben und hoffen, dass kein Spinner vom Rettungsboot aus auf das Kriegsschiff schießt, denn ein unnötiges Risiko wird das nicht eingehen.

Ich würde mich da nicht auf ein rechtliches Briefing, insbesondere durch eine Macht wie Russland, verlassen. Russland hat ja inzwischen bewiesen, dass es trotz militärischer Präsenz vor Ort nicht eingreift, wenn ein Schiff der Schattenflotte aufgebracht wird, auch wenn es irgendwann seine bisherige Flagge durch eine russische ersetzt.

[-] Klingenrenner@feddit.org 2 points 14 hours ago

Ziemlich genau das. Man gibt durch Funk durch, dass eine deutsche Truppe zur Inspektion an Bord kommen möchte. Zusätzlich informiert man darüber, dass man Zweifel an der Friedfertigkeit hat und daher ein Kriegsschiff den Einsatz absichert. Sollte dem Team etwas zustoßen oder verliert das Kriegsschiff Sicht- oder Funkkontakt zum Team an Bord, dann droht man den Einsatz des Kriegsschiffs an.

Klar hat man nicht unendlich viele Kriegsschiffe für solche Einsätze, aber eine Kooperation a la Gewässer von Somalia wäre ja auch eine Option. Hier hätte man rechtlich vermutlich sogar noch bessere Karten, weil es die eigenen Hoheitsgewässer sind (bzw. die eines Partners).

this post was submitted on 13 Feb 2026
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