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Während die CDU auf Entlastungen für Unternehmen drängt, sieht die Linke die Gefahr einer zunehmenden Belastung der Beschäftigten. Heidi Reichinnek, Linken-Fraktionschefin im Bundestag, unterstellt jetzt der Union, mit falschen Fakten zu argumentieren. Denn laut einer Auswertung, die das Statistische Bundesamt im Auftrag von Reichinneks Büro durchführte, sind die Lohnnebenkosten der Unternehmen in den letzten Jahren sogar gesunken – während die Belastungen für Arbeitnehmer größer wurden.

Reichinnek hat aus diesem Grund die Klagen der CDU über zu hohe Sozialabgaben für Arbeitgeber als unbegründet zurückgewiesen. „Ihr andauerndes Stöhnen über eine angeblich zu hohe Beitragslast ist die reinste Farce und entbehrt jeder Grundlage“, kritisiert Reichinnek die Äußerungen von CDU-Politikern und Unternehmern.

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top 16 comments
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[-] Samsy@lemmy.ml 44 points 1 day ago

Beitragsbemessungsgrenze, für mich das Unwort des Jahrhunderts. Wo sind wir denn ein Sozialstaat, wenn besser verdienende einfach bis zu einer Grenze nicht mehr in die Sozialabgaben einzahlen.

[-] Quittenbrot@feddit.org 10 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Der Gedanke war, dass man nur bis zu einem gewissen Punkt versichert sein soll. Wer darüber hinaus verdient, muss das darüber gehende zwar nicht einzahlen, ist aber auch nicht "mehr" versichert. Krankengeld bekommt so jemand nur auf den Teil des Einkommens, der unterhalb dieser Grenze liegt, der darüber wird nicht berücksichtigt.

[-] zaphod@sopuli.xyz 8 points 1 day ago

Ich würde es etwas anders formulieren. Die Beitragsbemessungsgrenze existiert, weil die Leistungen die man für seinen Versicherungsbeitrag erhält begrenzt sind und ab einem gewissen Punkt das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung nicht mehr passt. Die Grenze selbst ist relativ willkürlich gesetzt.

[-] einkorn@feddit.org 7 points 1 day ago

Jetzt seien wir mal ehrlich: Wer jenseits der Beitragsbemessungsgrenze verdient, ist mit an 100 % kratzender Wahrscheinlichkeit nicht auf Krankengeld angewiesen. Das ist dann mehr so ein Mitnahmeeffekt wie Jeff Bezos, der sich so arm rechnet, dass er Anspruch auf Fördermittel für den Schulbesuch seiner Kinder hat.

[-] kossa@feddit.org 15 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Die Beitragsbemessungsgrenze ist Schwachsinn, bin ich dabei.

Aber das mit dem Krankengeld stimmt nicht. Meine Frau liegt über der Beitragsbemessungsgrenze, aber ernährt davon halt 4 Köpfe. Wenn sie mal mehrere Wochen ausfiele, hätten wir direkt Probleme die Miete zu zahlen ohne Krankengeld.

Wie immer ist nicht so sehr das Arbeitseinkommen das Böse, sondern das Vermögen und dessen Kapitaleinkommen.

[-] BigShammy80@feddit.org 8 points 1 day ago

Ja, ich habe 200.000.000.000 Vermögen, aber schauen sie doch, mein Geldbeutel ist komplett leer :-(

[-] Quittenbrot@feddit.org 3 points 1 day ago* (last edited 23 hours ago)

Jetzt seien wir mal ehrlich: Wer jenseits der Beitragsbemessungsgrenze verdient, ist mit an 100 % kratzender Wahrscheinlichkeit nicht auf Krankengeld angewiesen.

So war der Gedanke, ja. Aber ohne Beitragsbemessungsgrenze hätte derjenige einen Anspruch auf (quasi) 70% des gesamten Einkommens. So hat man gesagt: wir deckeln deinen Anspruch, indem wir nur einen Teil deines Einkommens für diese Versicherung heranziehen.

Weil du Bezos ansprichst: die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 70.000 bzw 100.000€ brutto pro Jahr. Das ~~verdient~~ bekommt ein Bezos innerhalb einer Arbeitsschicht.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 6 points 1 day ago

Das verdient ein Bezos

Du meinst "das bekommt ein Bezos". Verdienen tut er das nämlich nicht. Denn das haben Andere für ihn erarbeitet.

[-] Quittenbrot@feddit.org 4 points 23 hours ago

Hast recht, ist geändert

[-] Zwuzelmaus@feddit.org 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Das wäre schön. Die Grenze müsste bloß sehr viel höher sein! So dass nicht jeder Hirni in die private kann, sondern nur die oberen 10% oder so. So war das auch anfangs ungefähr mal.

Dann würde das passen, und dann müssten auch nicht ständig die Beiträge für die unteren Einkommen erhöht werden.

[-] _edge@discuss.tchncs.de 1 points 20 hours ago

Warum dann überhaupt eine Grenze? Kann ja trotzdem jeder mit genug Kohle sich privat versichern.

[-] Zwuzelmaus@feddit.org 2 points 19 hours ago

Taschenrechner einschalten.

Dann würden nur die untersten Einkommen in der gesetzlichen Kasse bleiben, dort wäre es unbezahlbar, und keinerlei Solidaritätsprinzip mehr.

[-] _edge@discuss.tchncs.de 1 points 19 hours ago

Ich meinte, dass jeder in die Kasse einzahlt. Private nur als zusatz.

[-] smokeysnilas@feddit.org 6 points 1 day ago

Gegenbeispiel aus eigener Erfahrung ist das Elterngeld. Normalerweise ist es angelegt darauf, 70% des regulären Einkommens zu decken. Für mich lag es eher so bei 40%. Ich habe trotzdem 7 Monate Elternzeit gemacht. Aber finanziell war das schon bitter, hat mich knappe 20k€ netto Gehaltsausfall gekostet. Und das ist auch irgendwie ein absolut falscher Anreiz gegen Elternzeit. Wäre ich Alleinverdiener hätte ich mir Elternzeit halt einfach nicht leisten können oder wir hätten in eine kleinere Wohnung umziehen müssen. Und für jeden Alleinerziehenden ist das ja halt nunmal oft ganz direkt die Realität. Wenn wir bei den Sozialleistungen so einen Deckel haben wollen, dann sollten Beiträge halt fairerweise auch gedeckelt werden.

[-] saimen@feddit.org 2 points 1 day ago

Umgekehrt sind die Steuerabgaben nicht gedeckelt, Elterngeld hingegen schon (sogar in doppelter Hinsicht: maximaler Auszahlungsbetrag und ab einem bestimmen Einkommen gibt es gar keins).

[-] daw@feddit.org 19 points 1 day ago

Der Anteil der Sozialbeiträge der Arbeitgeber an der Gesamtsumme der Entgelte sei von 19,2 Prozent im Jahr 1999 auf 17,7 Prozent im Jahr 2024 gesunken – ein Rückgang um 1,5 Prozentpunkte.

Im gleichen Zeitraum sei der Beitragsanteil für Arbeitnehmer von 12,3 Prozent auf 13,8 Prozent gestiegen – ein Anstieg um ebenfalls 1,5 Prozentpunkte.

this post was submitted on 06 Feb 2026
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