Ich habe damals im Schulsport wichtige Dinge gelernt, z.B. dass:
- man komplett unsportlich ist, wenn man nicht gut in Sportsball und/oder schnell/weit Laufen und/oder weit/hoch Springen ist.
- es insbesondere beim Fußball um Leben und Tod geht und ein misslungener oder versäumter Pass rüber zum örtlichen Kreisliga-Tsubasa eine Todsünde ist auf die mindestens drei Millennia Fegefeuer stehen.
- gut im Turnen zu sein nicht zählt und nur ein weiterer Indikator für Unsportlichkeit ist, weil sonst bräuchte man diesen Mädchensport nicht um seine Noten aufzuwerten.
- wer unsportlich ist, quasi lebensunwertes Leben ist und jedwede Beleidigung und Hass verdient den er bekommt.
- Sportlehrer (anekdotisch 5/6) diese Ansichten teilen und das resultierende Mobbing begrüßen, wenn sie nicht direkt selbst mitmachen.
Das Trauma hat mich dann ca. 20 Jahre meines Lebens Sport verfluchen lassen, in dem Glauben ich wäre unsportlich und mit emotionaler Abwehrhaltung beim bloßen Gedanken daran. Als ich das Trauma dann mal verarbeitet hatte wurde mir klar, dass ich Bergwandern liebe, überall hin mit dem Fahrrad fahre und dabei relativ gute Kondition habe, leidenschaftlich Skifahre (bzw. als das noch nicht unbezahlbar war), und die Schulsport-Psycho-Definition von Sportlichkeit mich mal am Arsch lecken kann.