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[-] the_strange@feddit.org 7 points 3 days ago

Als sehr sportlicher Jungendlicher - ich habe damals wahrscheinlich 8 Stunden pro Woche im Durchschnitt in meiner bevorzugten Sportart trainiert und dazu kommt nochmal einiges an Fahrradkilometern pro Woche - fand ich Schulsport immer total nutzlos. Um sich richtig in einer Sportart zu vertiefen oder etwas thematisch neues auszuprobrieren ist keine Zeit, also hat man einfach 90 Minuten irgendwas-Ball gespielt. Das hat meinem persönlichen Trainingsplan mehr geschadet als geholfen und entsprechend schlecht war ich in irgendwas-Ball auch. Den weniger fitten Schülern ging es meiner Erinnerung nicht viel anders, um in irgendwas-Ball mitzuspielen ist eine gewisse Grundfitness vorausgesetzt. Die Einzigen, die das gut fanden, waren die, die schon freizeitlich selbst viel irgendwas-Ball gespielt haben.

Darauf bauen die Lehrer dann eine Leistungsbewertung auf? Ich war fit aber mies in irgendwas-Ball, habe meine 1-2 bekommen, die weniger fitten eine 3-4 obwohl sie genauso mies waren. Von Fairness kann hier keine Rede sein.

Mit 90 Minuten pro Woche bekommt man auch keine Grundfitness aufgebaut. Dafür braucht man täglich etwas Bewegung und eine einigermassen gesunde Ernährung. Da sollte man die Zeit im Schulsport lieber nutzen, um diese Dinge zu fördern oder zu lehren.

[-] pantherina@feddit.org 3 points 2 days ago

Absolut. Ich hasse irgendwas-Ball, die einzigen die das toll fanden, haben sowas in der Freizeit gespielt.

[-] Tartufo@lemmy.world 8 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Als eher weniger sportlicher Schüler:

Mir hat Schulsport eher die Lust daran genommen mich mehr zu bewegen oder mit einer Sportart auseinandersetzen, weil egal wie ich mich angestrengt habe: ich wurde halt nicht wirklich besser und die ganze Wettkampscheiße, die meine Lehrer gern abgezogen haben, haben mir den letzten Spaß geraubt. Ausdauer beim Laufen ist halt auch so ne Sache, wenn man nach 5min keine Luft mehr bekommt, weil gefühlt der eigene Hals in Flammen steht und durchs atmen noch mit Schmirgelpapier bearbeitet wird aber man auch irgendwie wohl kein Asthma hat?

Rein kooperative Sachen hätten das Potential schöner zu sein, aber sowas wird ja nicht nur nicht gemacht, da werden dann auch wieder Schüler, die von den Klassenkameraden ausgegrenzt werden, nur negativ bewertet weil "integrier dich halt". Wie denn bitte, wenn man mich nicht lässt? Soll ich zu Brunhilde gehen und ihr den Ball aus der Hand reißen, damit ich ihn mal wem zuspielen kann oder was?

Schwimmen mochte ich immer recht gern, aber mit der Schule war ich halt auch (im Nachhinein zum Glück, da Noten zu bekommen hätte mir das relativ sicher komplett ruiniert) nie im Schwimmbad.

[-] pantherina@feddit.org 1 points 2 days ago

Acro yoga und pyramiden und so wären super. Halt auch anspruchsvoller als irgendwas-Ball

[-] JensSpahnpasta@feddit.org 3 points 2 days ago

Ich habe es erst ja nach der Schule bemerkt, als ich dann selber Interesse am Sport gefunden hatte, wie bizarr der Sportunterricht in diesem Bereich ist. Man braucht für bestimmte Dinge schlicht und einfach Muskeln. Du kannst nicht einfach so aus dem Nichts hochspringen. Du kannst auch irgendwelche Barrenturngeschichten oder den Felgaufschwung schlicht und einfach physikalisch nicht machen, wenn du nicht die Muskeln dafür hast oder ein entsprechendes Körpergewicht. Das sind Dinge, die man trainieren muss.

Gleichzeitig sind es aber natürlich auch Dinge, die man schlicht und einfach im Schulsport nicht trainieren kann. Man kann theoretisch eine gewisse Cardiofitness aufbauen und dann nach dem Schulsport eine Runde joggen gehen. Aber Sachen wie Barrenturnen oder ähnliches muss man wirklich trainieren und dafür brauchen wir die Geräte. Die man nicht hat. Und in den 90 Minuten darf dann jeder 2x oder 3x ans Gerät und da kommt natürlich nichts bei rum. Wenn man einfach dann die Schüler spontan Kugelstoßen machen lässt, ist vollkommen klar, dass bestimmte Leute es nicht können, weil sie einfach die Muskeln dafür nicht haben. Und auch wenn jetzt diverse Leute schreien, es ist Teil der körperlichen Autonomie, die jeder Mensch besitzt, dass er sich vielleicht nicht Muskeln zum Kugelstoßen aufbauen möchte.

Und dann gab es noch dieses schöne Thema Ballsportarten, das du ja auch schon angesprochen hast. Das hat bei uns absolut nicht funktioniert, weil es bei den üblichen Sportarten immer die Leute kam, die das im Verein spielen. Natürlich können die drei oder vier Leute, die Handball oder Fußball im Verein spielen. Die ist deutlich besser als alle anderen, denen noch nicht einmal grundlegenden Taktiken erklärt werden. Das führt dann dazu, dass die Profis, die Amateure einfach grundlegend nass machen und das führt auch nicht unbedingt zu einer Begeisterung an der Bewegung.

[-] JustTesting@lemmy.hogru.ch 1 points 2 days ago

Ich hatte am Gymnasium die Möglichkeit, in den Fitnessraum zu gehen anstatt irgendwas-Ball zu spielen. Das hab ich sehr genossen. Und für die Lehrerin auch gût, dann musste sie sich nicht mit unmotivierten Kids rumschlagens.

Und ich war jetzt auch keine Sportskanone oder so, aber fitness mach ich 20 Jahre später immer noch und bin fitter denn je. Denke, das hat schon geholfen, etwas Interesse und eine Gewohnheit zu schaffen.

this post was submitted on 07 Jul 2026
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