die ziele werden immer gerade so gesetzt, dass sie schwierig zu erreichen sind. das ist wie bei computerspielen. oder hollywood-filmen.
ich kann mich daran erinnern mal wo gelesen haben, dass das psychologisch die meisten menschen dazu bringt, sich mit etwas intensiver zu beschäftigen. wenn es ein sehr leichtes oder zu schwieriges ziel ist, dann stecken die menschen weniger mühe hinein. nur gerade wenn es "schwierig, aber machbar" ist ist es für die meisten menschen maximal engagierend. deshalb wurde das 1.5°C ziel gewählt. man hätte genauso gut ein 1°C ziel (zu schwierig) oder ein 2°C ziel (zu leicht) wählen können.
gerade nochmal gesucht: Das schlechteste Szenario bis 2100 ist, aufgrund der globalen Fortschritte, schon nicht mehr realistisch. Aber das zweitschlechteste oder das drittschlechteste sind noch absolut plausibel.
Wenn wir bei dem bisherigen Pfad bleiben (also dem, den die Ampel forciert hatte u.a. ), würden wir gemäß IPCC bei etwa 2,7°C landen.
Das durchaus realistische, noch vorhandene Worst-Case-Szenario, das noch nicht ausgeschlossen werden kann, liegt bei 3,6°C. Auf diesem Kurs befinden wir uns laut Experten aktuell.
Für Europa (und damit auch Hessen, falls die Frage kommen sollte) die Temperaturen alle bitte mit 2 multiplizieren, da wir hier rund doppelt so stark unter der Erwärmung leiden.
ich fürchte so weit in die Zukunft geht noch kein Klimamodell. Und ich persönlich würde sogar arge Zweifel erheben, dass die Menschheit, wie wir sie heute kennen, da nicht mehr wirklich existent ist. Entweder, weil wir uns gegenseitig ausgerottet haben, irgendeine Großkatastrophe das für uns übernommen hat, wir dann doch IRGENDWIE den Quantensprung zu einer Typ 1-Zivilisation geschafft haben und somit wirklich interplanetar sind....oder was auch immer sonst noch für wilde Zukunftsperspektiven möglich sein könnten.
Das letzte Jahr war "nur" ein Jahr, das 1,5 °C über dem vorindustriellem Schnitt lag. Jetzt haben die Forscher das 1,5 °C-Ziel, das also im langjährigen Schnitt "nur" 1,5 °C Erwärmung auftreten, offiziell für unereichbar erklärt.
Der offizielle Report nutzt einen 5-Jahres-Durchschnitt. Da 2025 das erste Jahr über 1,5° war braucht es wohl mindestens noch bis die Daten von 2027 mit drin sind bis wir das Ziel offiziell gerissen haben. Andererseits haben wir 2026 einen starken El-Nino. Vielleicht reicht das schon um den Durchschnitt auf 1,5° zu kriegen.
Es ist auch die "Tendenz" und nicht der fixe Wert.
Und tatsächlich "retten" sich die Regierungen derzeit mit genau dieser Ausrede, wenn sie Maßnahmen wie das Aus von Kohle, Verbrennungsmotoren und Co vor sich her schieben wollen.
naja, CO2 zerfällt nach 100-200 Jahren in der Atmosphäre (voraussichtlich zumindest).
Je nachdem, wie viel wir noch in die Atmosphäre pumpen und was die ganzen Kipppunkte so auslösen (das komplette Auftauen der Permafrostböden, das Verschwinden der großen Eisflächen und somit Verlust der Flächen, die Sonnenlicht und Infrarotstrahlung reflektieren, um mal zwei Beispiele zu nennen), kann es dann entweder auf hohem Niveau stehen bleiben oder erst richtig losgehen.
Fraglich auch, ob - mit dem, was da so als Konsequenzen, die das sich verändernde Klima mit sich bringt - die Menschheit in der derzeitigen Form noch weitermachen kann. Im aktuellen Jahr haben wir ja schon wirklich miese Ernten. Stellen wir uns jetzt mal vor, wenn das mehrere Jahre in Folge so ist - und dann nicht nur in einzelnen Ländern, sondern global. Dann werden die Lebensmittelpreise weltweit explodieren. Der massive Hunger führt dann zu HEFTIGEN Bürgerkriegen, Fluchtbewegungen, Plünderungen, Aufständen, Überlastung der Länder, die noch etwas haben....und das betrifft dann "nur" die Lebensmittelsituation. Im Bereich Energiewirtschaft, Trinkwasser und überhaupt lebensfreundliche Räume kommen weitere Eskalationsfelder hinzu.
Es kann damit also sehr schnell SEHR hässlich werden. Aussterben werden wir als Menschheit dadurch zwar nicht, aber ich rechne fest mit einem großflächigen Exodus, heftigen Kriegen, großflächiger Zerstörung und Verlust von sehr vielen unwiederbringlichen Dingen weltweit. Sehr polemisch könnte man da durchaus, in einigen Teilen des Planeten, von Weltuntergangsstimmung sprechen.
Ich verstehe das Narrativ nicht. Diese Grad-Ziele waren schon 2015, wo sie definiert wurden, extrem unrealistisch. In der echten Welt ist niemand daran interessiert, weniger Erdöl, Kohle, etc. zu fördern. Das würde Lebensstandard und Wirtschaftswachstum sofort gefährden, noch lange bevor irgendein positiver Effekt für das Klima spürbar wäre.
Wenn man bedenkt, dass es genau diese Denke war, die unsere Solarindustrie vor die Wand gefahren und damit über 100.000 Jobs vernichtet hat, merkt man erst richtig, wie himmelschreitend dämlich die Aussage tatsächlich ist
Gut, dass Ernteausfälle, Hungersnöte, Hitzewellen und Naturkatastrophen nichts mit dem Lebensstandard zu tun haben... Ja, 1.5 ist optimistisch gewesen. Wahrscheinlich war allen Unterschreiben bewusst, dass das nichts wird. Aber es war halt die Zahl, bei der das Schlimmste vermieden wird.
Wenn man bedenkt, dass z.B. die weltweite Düngemittelproduktion derzeit auf fossile Brennstoffe angewiesen ist, ist das mit den Ernteausfällen/Hungersnöten eine Zwickmühle. Sicher wird da viel geforscht, und es gibt schon sinnvolle Maßnahmen, aber einen wirklichen Ausweg wird es nicht von heute auf morgen geben. Quelle z.B. https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/neuer-weg-zum-gruenen-duenger
Es gibt realistische Prognosen und wirklich kluge Analysen, z.B. vom IPCC, aber wenn heute jemand eine Schlagzeile zum Pariser Abkommen raushaut mit "O nein, die 1,5-Grad-Marke wird bald geknackt werden", ärgert mich das. Weil das von vornherein ein völlig utopisches Ziel war, die Emissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren.
Fair point. Auf der anderen Seite behaupten 5 Minuten google duckduckgo, dass die Landwirtschaft für plusminus 10% der GHG-Emissionen in DE und EU verantwortlich sind. Keine Ahnung, ob da die Düngemittel-Erzeugung mit drin steckt, aber selbst wenn nicht: schlagen wir noch mal sehr pessimistisch die Hälfte der Industrie-Emissionen (ca 20%) drauf, dann sind wir bei 20% insgesamt. 4/5 gehen also nicht für die Landwirtschaft drauf, und von dem Rest ist ein Großteil eben Verkehr und Energieproduktion. Da ginge also noch so einiges, ohne dass das Essen knapp wird, und dass man die Landwirtschaft auch bestimmt noch effizienter kriegt, hab ich noch gar nicht berücksichtigt. Z.B. ist die Produktion von Biotreibstoff aus Raps o.ä. flächen- und Klima-technisch nicht so wirklich sinnvoll.
denk mal dass sämtliche energie in der natur von der sonne kommt. logisch dass wir das auch wollen. solarpanele sind technisch was der pflanzen blätter in der natur!
aber was er beschreibt, trifft auf die echte welt zu.
im globalen norden übernehmen immer militantere bewegungen der wohlstandbewahrung die diskursiven hegemonien.
Das bestreite ich nicht. In der echten Welt sind aber sehr wohl Menschen daran interessiert weniger Erdöl, Kohle, etc. zu fördern. Ich zum Beispiel.
Das der Status Quo ein Umdenken für viele schwierig macht, liegt neben der Propaganda der Profiteure sicher auch an der befürchteten Abnahme der Lebensqualität des Durchschnittsbürgers. Meiner Meinung nach brächte aber eine Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsform eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität.
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