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Der Ausbau der dezentralen Energieerzeugung offenbart immer wieder Defizite bei der IT-Sicherheit marktführender Hardware. Im Fokus steht erneut die chinesische Firma Hoymiles, die nach eigenen Angaben rund 20 Prozent des europäischen Marktes für Mikrowechselrichter bedient. Diese sind in Balkonkraftwerken und kleineren Dachsolaranlagen verbaut. Der Sicherheitsforscher Benedikt Heinz alias Hunz hat zusammen mit dem Chaos Computer Club (CCC) weitreichende Sicherheitslücken aufgedeckt: Mit einfachen Mitteln aus der elektronischen Grabbelkiste und wenig Know-how ist es demnach möglich, Solaranlagen in der Nachbarschaft im Vorbeifahren zu manipulieren, abzuschalten oder dauerhaft unbrauchbar zu machen.

top 18 comments
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[-] Herr_S_aus_H@lemmy.zip 37 points 1 month ago

Was würden wir eigentlich ohne den CCC machen?
Die bekommen viel zu wenig Wertschätzung.

[-] brainwashed@feddit.org 18 points 1 month ago

Wer die Arbeit für unterstützenswert hält, kann Mitglied werden.

[-] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 16 points 1 month ago

Not so fun fact: In den Kommentaren bei Heise gibt's auch Berichte von Leuten, deren Solaranlagen von Nachbarn sabotiert wurden.

Besonders bedenklich, weil Manipulation auch Brände auslösen können oder per Firnware-Update der Wechselrichter dauerhaft unbrauchbar (gebrickt) werden kann, und das auch eine Drohne im Vorbeifliegen kann. Bei einem Marktanteil von 20% ist letzteres auch ein Risiko für's Stromnetz.

[-] Zwuzelmaus@feddit.org 6 points 1 month ago

Nachbarn sabotiert wurden.

Manipulation auch Brände auslösen können

...und wenn es eine enge Nachbarschaft ist, dann brennen die sabotierenden Nachbarn auch gleich selber mit ab, und Darwin lässt schön grüßen.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 1 month ago

In Deutschland verhindern das die Brandschutzvorschriften meistens. Es muss schon sehr blöd zugehen, dass man ein Nachbargebäude nicht halten kann.

[-] tofu@lemmy.nocturnal.garden 5 points 1 month ago

Zum Stromnetz steht ja das im Artikel:

Auch staatliche Aufsichtsbehörden winkten ab: Mögliche plötzliche Leistungseinbrüche im Gigawatt-Bereich durch ein koordiniertes Abschalten von Solaranlagen könnten von den Netzbetreibern abgefangen werden.

Kann nicht einschätzen, ob das stimmt.

[-] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 7 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Nun, es ist ein Unterschied, ob da über Stunden eine Sturmfront aufzieht, oder Gigawatt an Kapazität gleichzeitig abgeschaltet werden. In Spanien hat's letztes Jahr nicht geklappt.

Und wenn das Stromnetz auf Sicherheit vor Sabotage ausgelegt wäre, wären solche Produkte gar nicht erst am Markt.

[-] Zwuzelmaus@feddit.org 6 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Und wenn das Stromnetz auf Sicherheit vor Sabotage ausgelegt wäre, wären solche Produkte gar nicht erst am Markt.

Das halte ich für einen Irrtum, denn es gibt ja allgemeine technische Prüfungen, aber die gehen eben nicht so tief in den "Hacking"-Bereich, so dass die Angreifbarkeit der Geräte eben erst jetzt "hinterher" bekannt geworden ist.

Auch zu bedenken: hier ist nicht irgendeine zentrale Netz-Steuerung anfällig, sondern das Kleinzeug in privaten Anlagen.

Irgendwann mal werden vielleicht solche tiefgreifenden IT-Prüfungen schon vor einer Marktzulassung Pflicht und auch überall durchgesetzt, z.B. der EU Cyber Resilience Act zeigt schon in diese Richtung, also aus der "reinen" IT hinaus in alle IT-benutzenden Industrien hinein.

[-] zaphod@sopuli.xyz 3 points 1 month ago

Kommt drauf an, in der Größenordnung eines Blocks eines großen Kohlekraftwerks sollte mindestens drin sein, also so 1 GW. Für gewöhnlich spielen die Netzbetreiber täglich mögliche Szenarien durch um vorbereitet zu sein.

[-] Elchi@feddit.org 1 points 1 month ago

Solaranlagen machen das ständig. Liegt an den Clouds.

[-] tofu@lemmy.nocturnal.garden 3 points 1 month ago

Das verteilt sich aber und ist nicht so abrupt.

[-] Elchi@feddit.org 2 points 1 month ago

Je nach Wolkentyp ist das schon sehr abrupt und Großflächig. Zum Beispiel Haufenschichtwolken. Und davon sind dann nicht ein paar Wechselrichter betroffen sondern alle und dazu auch große Solaranlagen.

[-] PreppaWuzz@discuss.tchncs.de 2 points 1 month ago

Ja, ist scheiße, und der Hersteller sollte schnell nachbessern Aber Sicherheitslücken, die nur lokal ausgenutzt werden können, sind nur bedingt kritisch. Denn sie bedeuten physische Anwesenheit und das skaliert für einen Angreifer sehr schlecht.

[-] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 3 points 1 month ago

Aber Sicherheitslücken, die nur lokal ausgenutzt werden können, sind nur bedingt kritisch.

Im Zeitalter von Drohnen, die sogar über Kernkraftwerken und Flughäfen erscheinen, ist "lokal" ein dehnbarer.... oder exakter komprimierbarer Begriff.

[-] PreppaWuzz@discuss.tchncs.de 0 points 1 month ago

Skaliert trotzdem nicht, auch eine Drohne hat begrenzte Reichweite und ein Angriff braucht ggf. Zeit, die physisch vor Ort verbracht werden muss.

Das ist dann interessant, wenn man jemanden speziellen erwischen will, aber taugt nix für die Masse.

[-] DrunkenPirate@feddit.org 2 points 1 month ago

Typische Reaktion von chinesischen Herstellern:

Hersteller Hoymiles reagierte im Rahmen des Disclosure-Prozesses irritiert bis gar nicht und stellte bisher keinen Patch zur Verfügung.

Habe sogar mal beruflich mit sowas zu tun gehabt. Dieser Hersteller hat dann ne ChatGTP Antwort zur IT-Sicherheit gemailt. Zweite und dritte Bulletpoint von „was wir alles für IT-Sicherheit machen“ war exakt der Vorfall. Nicht mal die Grütze durchlesen tun die, bevor die antworten.

Mein Learning: Bei chinesischen Produkten fangen die Probleme erst an, wenn du sie gekauft hast.

[-] No_Money_Just_Change@feddit.org 1 points 1 month ago

Gut dass das aufgedeckt wurde aber ich kann jetzt schon hören wie Lobbyisten die als Wirtschaftsministerin arbeiten das als grund für den kohle und öl Ausbau deuten

[-] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 1 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

ich kann jetzt schon hören wie Lobbyisten die als Wirtschaftsministerin arbeiten das als grund für den kohle und öl Ausbau deuten

Die Lobbyisten, oder mal in deutlich, die fossile Mafia hat keine Skrupel. Ich greif mal tief in mein Gedächtnis: In den 2000er Jahren gab's mit Aufkommen der hohen Megawatt-Windanlagen Diskussionen, ob Windanlagen mit ihren rotierenden Flügeln Fledermäuse (die ja extrem geschickte Flieger sind) töten könnten. Dann hat man abends und morgens geguckt und untersucht, und, aha, da lagen manchmal morgens tote Fledermäuse unter Windrädern.

Bis dann klar wurde, dass da auch Fledermausleichen auftauchten nach Nächten, wo Flaute war und die Windräder nicht liefen. Die musste jemand da hingelegt haben.

this post was submitted on 08 Jul 2026
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