Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres haben die japanischen Grüntee-Produzenten so viel exportiert wie zuletzt vor mehr als 70 Jahren, wie aus neuen Regierungszahlen hervorgeht. Vor allem wegen der rasant gestiegenen Nachfrage nach Matcha in aller Welt sind die Ausfuhren zwischen Januar und Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 44 Prozent auf nun 10.084 Tonnen gestiegen. Zudem hilft der sehr günstige Yen gegenüber dem Dollar und dem Euro den Exporteuren am Weltmarkt.
Um mit der steigenden Nachfrage nach dem grünen Pulver mithalten zu können, müssen viele Teebauer und -produzenten ihre Betriebe komplett umstellen. [...] Die Umstellung führe zu Engpässen in vielen Teilen der Industrie. So nimmt etwa ein Hersteller von Mühlen für die Matcha-Produktion derzeit keine Aufträge mehr an. „Uns fehlen Artikel für jeden einzelnen Verarbeitungsschritt von Matcha“, sagt Hashimoto. Viele Teeproduzenten haben schon auf ihren Internetseiten den Hinweis vermerkt, dass sie keine neuen Bestellungen mehr annehmen.
Um mit dem Mahlen der Blätter nachzukommen, hat Ito En kürzlich zwei weitere Hammermühlen in seinem Werk in Shizuoka installiert und damit die jährliche Produktionskapazität auf 630 Tonnen verdoppelt. Nach Angaben des Abteilungsleiters Yasutaka Yokomichi reicht aber auch das noch nicht aus. Er und seine Kollegen suchten derzeit nach Unternehmen außerhalb der Teeindustrie, etwa bei Mühlenbetrieben für Mehl, ob sie möglicherweise die Matcha-Verarbeitung übernehmen könnten.