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[-] UnexpectedBehavior@lemmy.world 43 points 1 month ago

Trotzdem hat die Politik dem Thema lange wenig Beachtung geschenkt.

Die Linke redet seit Ewigkeiten genau darüber. Und Lösungsvorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch.

Doch der Ein-Themen-Kanzler zweiter Wahl kümmert sich lieber um seine reichen Buddies und redet denen nach dem Mund

[-] Goldholz@lemmy.blahaj.zone 6 points 1 month ago

Lass bitte nicht so tun als wäre das überraschend wie Merz regiert

[-] einkorn@feddit.org 4 points 1 month ago

Kanzler zweiter Wahl

Dritter Wahl sogar. Er hat erst gegen Mutti den Kürzeren gezogen und anschließend gegen Armin ~~Lusche~~ ... Laschet.

[-] killingspark@feddit.org 4 points 1 month ago

Und dann fast noch gegen sich selbst

[-] brainwashed@feddit.org 1 points 1 month ago

was sind die Lösungsvorschläge? Subventionen, Preiskontrolle oder beides?

[-] UnexpectedBehavior@lemmy.world 4 points 1 month ago

Z.B. Abschaffen der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel oder Übergewinnsteuern erheben.

[-] bleistift2@sopuli.xyz 3 points 1 month ago

Wenn die Mehrwertsteuer abgeschafft wird, werden die Preise über drei Monate verschmiert um 7%¹ angehoben. Genau dasselbe, was bei der Reduzierung der Energiesteuer 2022 passiert ist.

Der Markt wird dafür sorgen, dass die Preise so hoch sind, wie es sich die Leute noch leisten können. Wenn 7% erzwungene Ausgaben wegfallen, sind das 7% Mehrgewinn für die Hersteller.

[1] Ich weiß, dass Mathe so nicht funktioniert.

[-] brainwashed@feddit.org -1 points 1 month ago

Ach die Übergewinne. Kann dann ja die über Gewinn Kommission festlegen wo die anfangen.

Geringere Steuern jedenfalls sind top!

[-] UnexpectedBehavior@lemmy.world 4 points 1 month ago

Das kann eine relativ einfache Rechnung sein. Steigt die Umsatzrendite über z.B. 33% werden zusätzliche Abgaben fällig. Kann das Unternehmen mit Investitionen gegenwirken. Den exakten Prozentsatz kann man aus der Vergangenheit der Branche ableiten.

[-] Captain_Baka@feddit.org 23 points 1 month ago

Die SPD bringt nun einen Vorschlag ein, mit dem sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte, den "Deutschlandkorb". Die Idee: Grundnahrungsmittel aus Deutschland soll der Einzelhandel freiwillig günstiger anbieten.

LOL, als ob.

Die Linke hat selbst schon öfter über eine vergleichbare Idee nachgedacht, kommt aber am Ende zu einem anderen Schluss. Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner schlägt vor, alternativ die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Brot und Hülsenfrüchte zu senken oder gleich ganz abzuschaffen. Die Krise sei so akut, dass eine Streichung der Mehrwertsteuer viel unkomplizierter und unbürokratischer sei, so Schwerdtner.

Das wäre doch mal was konstruktives! Oder bedenke ich da irgendwelche Faktoren falsch?

Auch die Grünen und der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützen die Senkung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Und bei einer anderen Idee sind sie sich ebenfalls mit der Linkspartei einig: Sie wünschen sich eine staatliche Preisbeobachtungsstelle. Dort soll transparent gemacht werden, wenn Preise steigen, Packungsgrößen kleiner werden oder plötzlich billigere, aber gleichzeitig minderwertigere Zutaten benutzt werden. In anderen EU-Ländern wie Italien oder Frankreich gibt es bereits staatliche Preisbeobachtungsstellen.

So eine Einrichtung ist schon lange überfällig.

[-] Shyze3D@feddit.nl 5 points 1 month ago

Mehrwertsteuersenkungen werden wahrscheinlich nicht an den Kunden weitergegeben. Wenn sie gesenkt werden, nehmen Unternehmen die zusätzlichen Einnahmen gerne mit und begründen das irgendwie und wenn die Steuer wieder steigt, wird alles auf den Staat geschoben. Diese Art von Maßnahme ist genauso wirkungslos wie der „Deutschlandkorb“. Kurzfristig mag es Entlastung bringen, aber langfristig entgehen dem Staat Einnahmen

[-] hopez@feddit.org 2 points 1 month ago

Auf was stützt du deine Argumentation, dass die Mehrwertsteuersenkungen nicht weitergegeben werden? Die temporäre Senkung 2020 während der Corona-Pandemie wurde beispielsweise (fast) komplett weitergegeben:

ZEW-Studie: "Insgesamt wurden rund 86% der Steuersenkungen an die Verbraucher weitergegeben"

ifo-Studie: "Es zeigt sich, dass die Steuersenkung zu einer Senkung der Preise um durchschnittlich 2% geführt hat. Das entspricht einer vollständigen Weitergabe der Steuersenkung"

[-] bleistift2@sopuli.xyz 1 points 1 month ago

Als 2022 die Energieabgabe auf Kraftstoffe gesenkt wurde, gab’s eine kurze, aber nicht erhebliche Senkung der Spritpreise, die sich aber ziemlich schnell wieder in Luft aufgelöst hat.

[-] Shyze3D@feddit.nl 1 points 1 month ago

Auf das was ich zu Preisbildung und den ökonomischen Mechanismen weiß. Ich bin allerdings nie sehr tief in dieses Thema eingestiegen. Lasse mich daher gern korrigieren oder sie es als Rechercheeinstieg.

Der Preis eines Produktes orientiert sich an den Zahlungsbereitschaften der Kunden im Markt, sodass die Anbieterseite den Gewinn oder den Umsatz maximieren kann (je nach Produktart). Das heißt plakativ, wenn du vorher bereit warst 1€ für einen Kilo Kartoffeln zu zahlen, wirst du sie auch weiterhin für 1€ kaufen, auch wenn die gesunkene Mehrwertsteuer einen niedrigeren Preis ermöglichen würde.

Es kann natürlich sein, dass bestimmte Produkte wegen der Mehrwertsteuer und der Kostensituation auf der Erzeugerseite zu nicht marktoptimalen Preisen angeboten werden können. D.h. der Preis musste höher angesetzt werden, als er im Marktoptimum gewesen wäre. Wenn bei diesen Produkten die Mehrwertsteuer gesenkt werden würde, könnte die Anbieterseite durch niedrigere Preise mehr Nachfrage abdecken und dadurch mehr Gewinne/Umsätze generieren.

Zusätzlich können Zahlungsbereitschaften sich über die Zeit ändern.

Die Politik kann die Maßnahme der Mehrwertsteuersenkung nur ein mal anwenden. Es gibt aber nie eine Garantie, dass die Anbieter die für sie gesunkenen Kosten an den Verbraucher weitergeben, weil es keinerlei Mechanismus für einen Zwang gibt. Gerade in Zeiten, wo für alles auf staatlicher Seite Geld fehlt und die staatlichen Ausgaben absehbar steigen werden, verstehe ich nicht, wieso die Einnahmeseite so ungezielt verringert werden sollte. Die Senkung würde ja alle unabhängig vom Einkommen betreffen. Am Ende könnte sich eine Situation ergeben, in der es Vorteilhafter gewesen wäre die Mehrwertsteuereinnahmen zu nutzen, um Menschen aus geringeren Einkommensgruppen irgendwie zu entlasten. Aber plakativ eine Senkung auf Grundnahrungsmittel zu fordern, ohne die Marktsituation zu analysieren, um zu verstehen, ob die Senkung weitergegeben wird, ist für mich Bauernfang.

Ich kann später nochmal auf die von dir verlinkten Studien eingehen.. mir mangelt es gerade an Zeit.

[-] hopez@feddit.org 2 points 1 month ago

Gibt auch zusätzliche Studien aus Portugal und Spanien, die zum selben Ergebnis kommen.

Was müsste hier noch weiter analysiert werden? Es mag andere Steuersenkungen geben, die nicht weitergegeben werden, aber ich sehe in diesem Fall keine Evidenz dafür.

Ob man die Maßnahme für sinnvoll hält, ist nochmal eine andere Frage. Dazu würde ich nur folgende Frage stellen: Wenn du dir die Steuern neu ausdenken müsstest, würdest du Steuern auf Grundnahrungsmittel erheben? Da Fallen mir auf Anhieb sehr viel bessere Bereiche ein, die man zur Erhöhung der Einkommenseite heranziehen kann, bspw. die Erbschaftsteuer oder Vermögensteuer.

Österreich reduziert dieses Jahr die Steuer auf Grundnahrungsmittel, dazu gibt es auch Berechnungen wie diese hier zu den Auswirkungen auf die Haushalte.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 19 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Es ist wieder irgendwo Wahl, die SPD hat ihr soziales halbes Jahr.

Lasst Euch nicht verarschen.

[-] comrade_twisty@feddit.org 5 points 1 month ago

Das ist aber freiwillig und nicht verpflichtend, oder?

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 6 points 1 month ago

Das ist ja der Witz. Das kann man sogar als Gesetz "umsetzen", ohne, dass es reale Konsequenzen hat.

Die SPD versucht nur mal wieder die Leute zu verarschen, dass sie glauben, das wäre eine soziale Partei.

[-] SapphireSphinx@feddit.org 9 points 1 month ago

Die SPD bringt nun einen Vorschlag ein, mit dem sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte, den "Deutschlandkorb". Die Idee: Grundnahrungsmittel aus Deutschland soll der Einzelhandel freiwillig günstiger anbieten. So könne man die Verbraucher entlasten und gleichzeitig die deutschen Erzeuger stärken, erläutert der SPD-Bundestagsabgeordnete Esra Limbacher.

Ich kann nicht mehr...

Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner schlägt vor, alternativ die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Brot und Hülsenfrüchte zu senken oder gleich ganz abzuschaffen. Die Krise sei so akut, dass eine Streichung der Mehrwertsteuer viel unkomplizierter und unbürokratischer sei, so Schwerdtner.

Auch die Grünen und der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützen die Senkung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Und bei einer anderen Idee sind sie sich ebenfalls mit der Linkspartei einig: Sie wünschen sich eine staatliche Preisbeobachtungsstelle.

Das finde ich auf den ersten Blick besser aber aber wie garantiert man, dass das dauerhaft beim Verbraucher ankommt und nicht am Ende in den Taschen der Lebensmittelindustrie landet?

[-] jenesaisquoi@feddit.org 3 points 1 month ago

Steigende Lebensmittelpreise bekämpft man, indem man den Klimawandel bekämpft. Das ist die Hauptursache.

[-] rumschlumpel@feddit.org 2 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

CxU/FDP/AfD so: Ja, das soll so. Vielleicht machen wir den Unternehmern aber noch ein paar Steuergeschenke.

[-] rbn@sopuli.xyz 2 points 1 month ago

Ist eigentlich irgendwo beschrieben, welche "Grund"nahrungsmittel man sich in diesem Deutschlandkorb so vorstellen kann? Wenn es nur darum geht, irgendwie Kalorien reinzubekommen ohne Wert auf Vielfalt, Ausgewogenheit und Herkunft zu legen, kommt man doch heute schon ziemlich billig weg bei Lebensmitteln. Kartoffeln, Haferflocken, Mehl, Nudeln, Reis, Linsen etc. alles für sehr kleines Geld zu bekommen. Wenn man den Deutschlandkorb auch auf Gewürze, Soßen, Gemüse, Fertigprodukte, Getränke etc. ausweitet - was wäre dann denn nicht Teil des Korbs? Die Supermärkte werden wohl kaum das gesamte Lebensmittelsortiment mal eben 10% reduzieren. Und ich würde ihnen sogar abkaufen, dass die Margen so viel Spielraum gar nicht hergeben. Wenn überhaupt ginge das nur, indem sie noch mehr Druck an die Erzeuger ausüben als ohnehin schon.

[-] JensSpahnpasta@feddit.org 8 points 1 month ago

Das Ding wird einfach an der Fleischfrage abbrennen. Natürlich ist Fleisch teuer und Luxus und auch umweltschädlich und kann damit nicht Bestandteil so eines Korbes sein. Ein vegetarischer oder gar veganer "Deutschlandkorb" ist aber etwas, das mit einer CDU/CSU und der mächtigen Bauernfleischlobby wohl kaum machbar sein wird.

[-] plyth@feddit.org 1 points 1 month ago

Wir leben in einer Welt, in der der Anteil Europas am globalen Sozialprodukt fällt. Wechselkurse fallen nicht mehr zu unserem Vorteil aus. Wir haben keine günstige Energie mehr. Wenn wir nicht schnell wieder Exportweltmeister werden, dann ist doch klar, dass alle weniger bekommen.

Da es nur schwer Lohnkürzungen gibt, müssen die Preise steigen. Das wird so lange passieren, bis sich der Lebensstandard weltweit angeglichen hat. Da die Resourcen begrenzt sind, heisst das, die meisten werden sich vieles nicht mehr leisten können.

[-] bobby@lemmy.dbzer0.com 1 points 1 month ago
[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 1 month ago

Einfach die Reichen essen. Wenn man die selbst zubereitet, ist das kostenlos, muss man wissen.

[-] MeGustaBrainrot@feddit.org 1 points 1 month ago

Vegan von 75€ im Monat täglich frisch kochen und die Linke wählen

this post was submitted on 16 Jan 2026
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