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[–] 0 points 1 month ago (5 children)

Auf’m Dorf merken die Leute gar nicht, wie ungemütlich Autofahren wird. Und wenn doch, dann nur an der Tanke. Fünf Minuten nach’m Tanken ist alles wieder gut. Und auf’m Dorf ist Sprit billiger als in der Stadt und in der Stadt billiger als direkt an der Autobahn.

Busfahren ist viel unbequemer. Nächste Bushaltestelle ist womöglich ein, zwei, drei Dörfer weg, und da müssen sie eine Landstraße lang ohne Seitenweg, weil sich ein Seitenweg da nicht lohnt. Schon in so manch einer Stadt läuft man 15, 20 Minuten bis zur nächsten täglich angefahrenen Bushaltestelle. Die Busse fahren dann bestenfalls alle Stunde.

Wenn sie Glück haben, kommen sie mit dem einen Bus ans Ziel. Wenn sie Pech haben, ist ihr Ziel ein Gewerbegebiet am anderen Ende der Stadt, also müssen sie dann auch noch umsteigen. Einen Taktknoten gibt’s nicht, weil die Fahrzeiten der Busse nicht aufeinander abgestimmt sind.

Wenn sie ihre Besorgungen erledigt haben, dürfen sie eine gute Dreiviertelstunde auf den Bus nach Hause warten, weil die Busfahrzeiten so doof liegen. Länger, als ihre eigentlichen Besorgungen gedauert haben. Und dann haben sie auch noch Kühl- oder gar Gefrierware eingekauft. Dann müssen sie mit dem Bus wieder zurückgurken und vom Bus aus das ganze Stück wieder nach Hause laufen.

Und dann müssen sie auch noch Tickets kaufen …

Im Vergleich dazu steht das Auto buchstäblich vor der Haustür. Laternenparker gibt’s auf’m Dorf nicht, außer man ist nur zu Besuch. Ticket braucht man nicht, einfach reinsetzen und losfahren. Und am Supermarkt, am Drogeriemarkt, beim Bäcker usw. kann man auch schön direkt vor der Tür parken, während die nächstgelegene Bushaltestelle womöglich von da aus nicht mal sichtbar ist.

Selbst wenn Schleswig-Holstein die nächsten 20 Jahre eine links-grüne Landesregierung wählen würde, auch die würde die Busnetze in der tiefsten Pampa nicht signifikant attraktiver machen können. Es lohnt sich einfach nicht, lauter Busse alle Viertelstunde oder noch öfter bis in entlegenste Winkel zu fahren, falls die mal einer brauchen sollte. Aber Busse werden erst richtig attraktiv, wenn sie nah genug dran und oft genug verkehren.

Mörsdorf hat ja wenigstens noch das Glück, an einer Durchgangsstraße zu liegen, die in beide Richtungen wohin führt. Fehmarn ist eine Insel. Was nicht B 207 ist, ist im Grunde eine Stichstraße, die nur tiefer in die Pampa führt und irgendwann aufhört, und sei es an der Ostsee.

Um im Hunsrück zu bleiben: Das nicht viel kleinere Lieg liegt ja verkehrstechnisch nicht schlechter. Aber da fahren überhaupt keine Busse, da sind die Leute auf Gedeih und Verderb aufs Auto angewiesen, wenn sie nicht anderthalb Stunden zur nächsten Bushaltestelle latschen wollen.

In der Großstadt ist ja schon deshalb alles anders, weil es sogar Supermärkte gibt, die keine eigenen Parkplätze mehr haben. Und weil mitunter der Weg zum geparkten Auto weiter ist als der zur nächsten Bushaltestelle. Viele haben ja schon deshalb kein Auto, weil sie nicht wissen, wohin damit, wenn sie nicht gerade damit fahren.

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  • [–] 1 point 1 month ago (4 children)

    Um im Hunsrück zu bleiben: Das nicht viel kleinere Lieg liegt ja verkehrstechnisch nicht schlechter. Aber da fahren überhaupt keine Busse, da sind die Leute auf Gedeih und Verderb aufs Auto angewiesen

    Ja. Und woran liegt es? Das ist ja genau mein Punkt. In Mörsdorf hatte man halt Bock auf das 21. Jahrhundert. Da hat man zukunftsorientiert gehandelt. Jetzt hat man da Geld, und von dem Geld kann man auch Busse kaufen. Die haben von dem Geld auch bspw. ihre Grundschule erhalten und mit modernem Konzept mit dem Kindergarten zusammengelegt, statt dass das Land sie einfach geschlossen hat. Die haben eine kommunale Stelle geschaffen, die für alte Leute einkaufen fährt.

    My point exactly! Danke. Die dürfen in Lieg so viel Auto fahren, wie sie müssen, da habe ich gar kein Problem mit. Die sollen nur nicht erzählen "wir müssen Auto fahren, weil uns niemand einen Bus gibt 😭😭😭". Das haben die selbst in der Hand und hatten es die letzten 80 Jahre in der Hand ¯\_(ツ)_/¯

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  • [–] 0 points 1 month ago (3 children)

    Auf Fehmarn – und auch auf die fehmarnsche Mentalität – übertragen hieße das:

    Die Stadt Fehmarn (die ganze Insel ist seit einigen Jahren eine Stadt; 12.000 Einwohner, 185 km²) würde eigene Windparks bauen. Zusätzlich zu den vielen Windparks, die es auf Fehmarn schon länger gibt, als man im Hunsrück überhaupt von Windkraft gehört hat. In Konkurrenz zu Privatunternehmern, die da Windparks bauen, weil sich das auf der gerade im Westen und Norden fast topfebenen, landwirtschaftlich geprägten, nur spärlich bewaldeten und bebauten Insel mit viel Wind absolut lohnt. Das ist kein dicht bewaldetes Mittelgebirge.

    Von dem Geld gründet die Stadt Fehmarn ein Busverkehrsunternehmen. Kauft 12-m-Standard-Überlandbusse, für Spitzenlast dazu noch den einen oder anderen 18-m-Gelenkbus, natürlich alles Elektrobusse. Grünen Strom hat die Insel ja reichlich. Stellt Fahrpersonal ein. Baut ein großes Busdepot – weil wir hier nicht von drei Linien im Stundentakt reden können, um die Fehmaraner zum Umsteigen auf Busse zu bewegen.

    Und fährt damit dann mindestens ein Dutzend Buslinien. Ohne Auftrag aus Kiel, komplett auf eigene Rechnung. Allesamt Stichlinien, die an mindestens einem Ende an einem von anderthalb Dutzend Zielen in der tiefsten Wallapampa enden – an beiden Enden, wenn sie nicht in Burg beginnen. Deshalb Stichlinien, die nicht an beiden Enden an andere Nahverkehrsträger angeschlossen sind, weil Fehmarn eine Insel ist, auf der eben nur Stichlinien gehen. Wenn man mit dem Bus nach Westermarkelsdorf oder Presen fährt, wohin soll man dann von da weiterfahren? Da ist ganz einfach das Land zu Ende.

    Auf den stärker befahrenen Abschnitten fährt dieses kommunale Busunternehmen auf eigene Faust in direkter Konkurrenz zu den Rohde Verkehrsbetrieben, die seit Dezember 2021 durch eine Ausschreibung vom Land Schleswig-Holstein mit der Durchführung des Busverkehrs in Ostholstein jenseits von Neustadt beauftragt ist. Das heißt: Fehmarn hat Busse. Nur fahren die nicht oft genug, um für Autofahrer attraktiv zu sein. Und die decken nicht die ganze Insel ab.

    Rohde fährt im Taktverkehr von Burg über Landkirchen aufs Festland, von Burg über Landkirchen nach Orth und von Puttgarden über Burg nach Burgtiefe. Werktags außer samstags im Stundentakt bis auf die Fahrten aufs Festland, ansonsten im Zweistundentakt mit ein paar Zusatzfahrten. Dabei bindet eine Linie die ganze Insel ans Festland an, zusätzlich zu einem Schnellbus nach Lübeck, den DB Regio als SEV fährt. Eine weitere ist eine Stichfahrt von Burg aus. Die dritte ist eine Stichfahrt über Burg in beide Richtungen, weil es in Puttgarden kaum Umsteiger zwischen Bus und Fähre gibt.

    Dieses kommunale Busunternehmen fährt alle Linien, durchweg Stichlinien, mindestens im Viertelstundentakt, wenn nicht im Zehnminutentakt. Und dieses kommunale Busunternehmen bindet auch noch den hinterletzten Winkel der Insel in voller Taktstärke umsteigefrei an Burg an. Da enden die Busse nicht am Marktplatz einer Kreisstadt, auch nicht an einem Bahnhof. Nein, die enden blind und ohne jegliche Umsteigemöglichkeit in einem Dorf an der Küste. Manche dieser Dörfer sind so klein, deren Einwohner passen bequem alle auf einmal in einen einzigen Bus.

    Zwischen Burg und Landkirchen fährt Rohde unter der Woche pro Stunde und Richtung ein, zwei Busse. Dazwischen wuseln dutzendweise kommunale Busse herum, die in Summe alle paar Minuten fahren wegen der vielen Ziele, die per Stichfahrten angebunden werden müssen.

    Einen geringeren Takt kann man Fehmaranern nicht zumuten, dann müssen sie zu lange warten. Viertelstundentakt ist schon schwierig.

    Verkürzte Linien mit mehr Umsteigeknoten kann man ihnen auch nicht zumuten. Die meisten wollen entweder nach Burg, oder sie kommen aus Burg, und die werden allesamt Busse nur annehmen, wenn sie ohne Umsteigen nach Burg kommen. Ich meine, wer will gerne zwischen zwei Bussen umsteigen, nur um mal eben zur Apotheke zu fahren? Und Apotheken gibt’s eben nur in Burg, genau wie Drogeriemärkte. Das heißt, Buslinien funktionieren nur, wenn sie Burg anfahren. Und dann müssen sie in Burg auch alles Wichtige abklappern, also das Gewerbegebiet im Westen, die Innenstadt und die Inselschule im Osten, die einzige weiterführende Schule auf ganz Fehmarn.

    Die allermeisten Busse werden dann leer fahren, weil zu dem Zeitpunkt gerade keiner einen Bus braucht. Aber vielleicht braucht ja doch mal jemand einen und will dann nicht eine halbe Stunde oder eine Stunde oder zwei Stunden warten.

    Das heißt, im Grunde bräuchte es noch ein paar zusätzliche Buslinien als Querverbindungen. So gibt’s bei den Radiallinien keine Verbindung zwischen Niendorf und Gahlendorf, zwischen Wulfen und Avendorf bzw. Blieschendorf, zwischen Dänschendorf, Gammendorf, Johannisberg und Puttgarden oder umsteigefrei zwischen Albertsdorf und Neujellingsdorf. Weil das aber keine Fahrten für tägliche Besorgungen sind, sollte da ein Stunden- oder Halbstundentakt reichen.

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  • [–] 1 point 1 month ago* (last edited 1 month ago) (2 children)

    Sicher Diggi, alle bauen jetzt Windkraft, um Busse zu betreiben. Glaube nicht, dass Mörsdorf ein eigenes Busunternehmen betreibt, aber OK. Fehmarn müsste das auch gar nicht. Die sind nämlich, vermutlich durch Windkraft und Tourismus, finanziell gut ausgestattet. 5 Mio. Überschuss 2025, siehe Link.

    Schauen wir uns doch mal die Wahlergebnisse für Fehmarn an, ob es daran liegen könnte, dass man von dem Überschuss keine Busse betreibt?

    Aha, stärkste Fraktion FWV, gefolgt von der CDU. Was hat denn die FWV zu Verkehr zu sagen?. Soso. Straße bauen ist der erste Punkt. Gefolgt von Verkehrsführung und Parkraumverbesserung. Kein Punkt zum Thema ÖPNV 🤔. Wie ist denn da die zweitplatzierte CDU unterwegs? Aha, Umgehungsstraße, Parkraum, noch eine Umgehungsstraße. Kein Wort zum Thema ÖPNV.

    Ah, guck mal, erwartungsgemäß bei den Grünen sind das direkt die ersten beiden Punkte im Wahlprogramm zum Thema Verkehr. "Bus an jede Milchkanne". Aber die haben halt nur 11% geholt.

    Warum klappt das mit dem ÖPNV nicht, frage ich mich?

    Im Übrigen kennen die Grünen auf Fehmarn sogar das Konzept AST, das deine leere Busse Problematik sehr erfolgreich angeht. Das gab es in den 80ern auch im Taunus viel und hat gut funktioniert.

    Edit: und Wiki sagt noch, dass vorher, mindestens seit der Gemeindezusammenlegung 2003 die CDU die stärkste Fraktion war. D.h. seit 23 Jahren (und vermutlich länger) wählt Fehmarn gegen ÖPNV.

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  • [–] 0 points 1 month ago (1 child)

    Warum klappt das mit dem ÖPNV nicht, frage ich mich?

    Weil der gewaltigen Mehrheit der Fehmaraner der ÖPNV komplett am Arsch vorbeigeht.

    Woher ich das weiß? Du nutzt wahrscheinlich Google, Wikipedia und ChatGPT oder so, um an deine Informationen ranzukommen. Oder auch nur rauszukriegen, was Fehmarn eigentlich ist.

    Ich bin selbst Exilfehmaraner. Ich habe da über 20 Jahre gewohnt. Ich habe Familie auf Fehmarn. Ich bin alle paar Wochen auf Fehmarn. Ich kenne die Situation und die Leute vor Ort aus erster Hand.

    Der Fehmaraner ist einfach die Bequemlichkeit des Pkw gewohnt. Von der Haustür 10 Sekunden zum Auto, vom Auto 20 Sekunden zur Supermarkttür, dasselbe noch einmal umgekehrt. Viel bequemer, als erst 15 oder 20 Minuten zur nächsten Bushaltestelle zu latschen, wo regelmäßig ein Bus ohne Umsteigen ins Gewerbegebiet fährt, und da dann auf den Bus im Stundentakt oder Zweistundentakt zu warten. Und ich rede von Burg.

    Ich war auf Fehmarn mal bei einer alteingesessenen Ärztin, einer Bekannten meiner Mutter (die eigentlich eh bekannt ist wie ein bunter Hund). Die hat mir gesagt, sie kann sich nicht vorstellen, wie man irgendetwas erledigen kann ohne Auto. Ihre Tochter wohnte in Hamburg und nutzte da nur Öffis. Das war für sie komplett und total unvorstellbar.

    Im Übrigen kennen die Grünen auf Fehmarn sogar das Konzept AST, das deine leere Busse Problematik sehr erfolgreich angeht.

    Mit Anrufen mindestens einen halben Tag vorher.

    Quelle: Haltestellenaushänge vor Ort. Noch einmal: Ich war da.

    Außerdem fahren auch die ASTs nach festen Linien und festen Fahrplänen und nicht mal eben spontan jemanden aus Schlagsdorf nach Burg. Wer das will, ruft Barnasch und löhnt dann auch entsprechend mehr.

    Quelle: Ich bin auf Fehmarn auch schon AST gefahren.

    Edit: und Wiki sagt noch, dass vorher, mindestens seit der Gemeindezusammenlegung 2003 die CDU die stärkste Fraktion war. D.h. seit 23 Jahren (und vermutlich länger) wählt Fehmarn gegen ÖPNV.

    Fehmarn hat schon immer „gegen den ÖPNV“ gewählt.

    Das ländliche Schleswig-Holstein ist überaltert sein Vadder. Fehmarn ebenso.

    Die ganz alten Fehmaraner wählen, was ihre Eltern und ihre Großeltern gewählt haben. Und die haben eben sehr oft CDU gewählt, vor allem auf’m Dorf. Aber die sterben langsam aus. Das ist es, was erklärt, warum die CDU an Stimmen verliert.

    Die alten Fehmaraner, die noch vorm Bau der Sundbrücke geboren wurden, gewöhnen sich auch nur schwer an Neues. Die haben sich im Grunde nicht mal dran gewöhnt, sich an Veränderungen zu gewöhnen. Bis 1963 die Sundbrücke eröffnet wurde, gab’s auf Fehmarn beinahe null Einflüsse vom Festland.

    Da wird die E 47 (B 207) weiterhin beharrlich „E 4“ genannt. Der Hansa-Park Sierksdorf heißt weiterhin „Hansaland“, obwohl der eigentlich schon seit 43 Jahren nicht mehr so heißt. Die bft-Willer-Tanke am Landkirchener Weg ist für viele wahrscheinlich immer noch „Steenbock“. Früher hat fast jeder Erwachsene auf Fehmarn NDR1 Welle Nord gehört, weil das so schön Radio Sterbehilfe war. Heute hören sie nicht etwa NDR Schlager, sondern weiterhin NDR1 Welle Nord, weil sie das schon immer gemacht haben und das alte Analogradio immer noch fest auf UKW 97,8 MHz eingestellt ist. A propos NDR: Der gleichnamige Fernsehsender heißt immer noch „das Dritte“.

    Überhaupt: Für alteingesessene Fehmaraner – die keine KI und keine Suchmaschine auf der Welt kennt, weil die meisten von denen im Netz keine Spuren hinterlassen, weil die nicht online sind – ist es nicht „Fehmarn, Ortsteil Burg“, sondern weiterhin „Burg auf Fehmarn“. Und Fehmarn hat weiterhin eine Stadt und 42 Dörfer, wie es jahrzehntelang jedes Kind in der Grundschule gelernt hat.

    Vielleicht gibt’s auf Fehmarn Leute, die sich wirklich einen besseren ÖPNV wünschen. Aber die sind eine Minderheit. Die allermeisten davon dürften Zugezogene sein, die aus einer größeren Stadt kamen und mit einem Busverkehr rechneten, der wie in dieser größeren Stadt ist. Aber selbst die haben fast immer mindestens ein Auto pro Haushalt.

    Wer nach Fehmarn zieht ohne Auto oder gar ohne Führerschein, der hat entweder Verwandte oder Bekannte auf der Insel, die ihn herumkutschieren, für ihn einkaufen fahren usw. (siehe mein Onkel und meine Tante, die beide gebürtige Fehmaraner sind, aber jahrzehntelang in Hamburg gewohnt haben, die beide keinen Führerschein haben, und die jetzt von meiner Mutter abhängig sind), oder ein großes Problem.

    So richtige fehmarnsche Eingeborene brauchen keinen ÖPNV. Die haben ihr Auto. Und damit machen sie alles. Okay, Sprit wird teurer, das ist doof. Aber kanns’ ja nix machen. Immer noch besser, als zu Fuß vom Känguruhviertel ins Gewerbegebiet und zurück zu latschen für den Wocheneinkauf. Halbe Stunde oder mehr pro Richtung, weil der ans Auto gewöhnte Fehmaraner kein so schneller Geher ist wie der an öffentliche Verkehrsmittel gewöhnte Großstädter.

    Und wer jetzt anfängt, irgendwas von „Lasten-Pedelec“ zu faseln, sollte mal zu Conny Ziemann gehen und gucken, ob so eins bei ihm im Laden steht. Was der nicht hat, ist auf Fehmarn komplett unbekannt. Selbst wenn sich jemand eins mit einem Riesenaufwand vom Festland holen sollte, ist das Auto immer noch bequemer: Das fährt beinahe komplett ohne Muskelkraft, das ist schneller, und das hat eine Karosserie mit Heizung drin, die einen vor Wind und Wetter schützt.

    Wenn du auf Fehmarn einen ÖPNV wie in einer großen Stadt haben willst, wirst du als allererstes mal einen erheblichen Teil der Inselbevölkerung austauschen müssen – gegen moderne, hippe, progressive, linksalternative junge Leute aus dem Hamburger Bezirk Altona. Mit Pedelecs.

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  • [–] 1 point 1 month ago

    Ähm. Worüber diskutieren wir denn dann eigentlich? 😅

    Alles was ich sage ist, dass den Leuten auf dem Land seit Anbeginn der Zeit der ÖPNV am Arsch vorbeigeht, und dass der ÖPNV auf dem Land deshalb kacke ist.

    Sagst du ja auch.

    Aber was ich dazu sage ist: dann sollen sie nicht rumheulen, wenn halt das Autofahren zunehmend scheiße wird. Weil das halt auch seit langem abzusehen war. Oder, dass sie dann halt irgendwann hart gelitten haben, wenn sie kein Auto mehr fahren können. Des doch alles, was ich sage. Hab' ja eingangs geschrieben, dass ich kein Mitleid habe, wenn der Spritpreis sich verdoppelt. Das ist mit Ansage und Anlauf, und man hat sich beharrlich geweigert sich darauf vorzubereiten, z.B. mit besserem ÖPNV.

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