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this post was submitted on 31 Jul 2026
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MODERATORS
China hat als kommunistischer Staat ganz klassische Fünfjahrespläne. Diese sehen den hochsubventionierten Aufbau diverser Industrien vor. Und Überraschung: in einem dieser letzten fünf Jahrespläne war der Aufbau einer heimischen chinesischen Automobilindustrie vorgesehen. Es hat einen Grund, warum BYD plötzlich so gewaltig auf dem Weltmarkt auftaucht. Es wurde nämlich mit massiven Subventionen gezielt gefördert. Das war bekannt. Das war sowohl den europäischen Autobauern bekannt, als auch der Europäischen Union. Man hat das allerdings gnadenlos verschlafen und keine Ahnung worauf gehofft. Es war vollkommen klar, dass irgendwann chinesische Autos in Massen auf den europäischen Markt strömen und dass China im heimischen Markt die heimische Industrie pushen wird.
Ist doch ganz einfach, mit dem neoliberalen Weltbild ist klar, dass Subventionen niemals zu effizienten und wettbewerbsfähigen Industrien führen. Daran ist schließlich schon die Sowjetunion zugrunde gegangen und man ist wie selbstverständlich davon ausgegangen dass das in China auch so läuft. Nur Wettbewerb und freies Wirtschaften erschafft erfolgreiche Unternehmen.
Mit dem Gedanken erklärt sich auch das Nichtstun, unser Wirtschaftssystem ist ja eh schon inhärent besser und wird sich am Markt schon durchsetzen...oder so.
Edit: besonders lustig aus deutscher Perspektive, wo unsere Industrien doch ganz erheblich von den Nazis mit Zwangsarbeit aufgebaut wurden.
Die Chinesen haben da ein erstaunliches Modell: Sie hauen 5 Jahre Subventionen rein, bauen gewaltige Überkapazitäten auf und dann streichen sie die Subventionen und lassen die Firmen im freien Markt quasi gegeneinander kämpfen. Die subventionieren also nicht irgendwelche struggelnden Geschäftsmodelle, sondern sagen sich "Hey, wir wollen eine Klemmbaustein-Industrie". Dann wird die 5 Jahre schön gepäppelt, Überkapazitäten aufgebaut und am Ende des Zeitraumes setzen sich dann ein paar Firmen durch. Für die so angegriffene ausländische Konkurrenz ist das hart tödlich: Du musst erstmal 5 Jahre gegen die stark subventionierte neue chinesische Konkurrenz bestehen und dann gibt es eine Überkapazität, die fleißig die Weltmärkte flutet. Die chinesische Regierung sorgt dann natürlich auch fleißig dafür, dass du mit deinen Importen Probleme bekommst
Vor allem macht Deutschland das oft auch recht ähnlich nur nicht ganz so aggressiv. Die deutsche Industrie kriegt riesige Subventionen mit billigen Krediten und wenn es Probleme gibt, dann auch durch ganz öffentliche Förderung. Deshalb heulen die Automanager auch so laut, da die auf die Subventionen von Merz und co warten.
Man muss dazu auch sagen, dass im EU Markt vor allem die Japaner unter den Chinesen leiden. Den deutschen Herstellern geht es noch ganz gut.
hätte man was tun können?
Klar. Wir beschweren uns ja fleißig über die Lobbyarbeit der Autoindustrie. Ruft VW oder Mercedes irgendwo in der Politik an, dann werden sie gehört. Und so ein "Hey, die Chinesen bauen da gerade massiv und hochsubventioniert Kapazitäten auf, liebe EU, bitte sorgt jetzt dafür, dass diese subventionierten Kapazitäten nicht den einheimischen Markt zerstören" wäre sicherlich nicht auf taube Ohren gefallen.
Natürlich. Den nach wie vor großen Gewinn der letzten Jahre gnadenlos in Forschung und Entwicklung ballern, statt in Dividenden. Technologievorsprung war bisher die Existenzgrundlage der Deutschen - was sie bei Verbrennern nach wie vor haben, aber bei batterieelektrischen Systemen total verkackt haben. Die Chinesen sind nicht nur billiger, sie sind vor allem besser. Billiger sind sie nicht weil deren Löhne tiefer sind, sondern weil sie keine 20% Rendite rauspressen.
Sie haben es ja nicht nur in Dividenden geballert, sondern auch in die fortwährende Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Diese Manager erzählen einem doch heute noch, wie wichtig dieser Markt ist, dabei sollte eigentlich jedem klar sein, dass China gar kein Interesse daran haben kann, dass deutsche Autohersteller fortwährend auf diesem Markt erfolgreich sein können. Sie waren interessant, als es Technologie zu holen gab und Rückstände zu schließen. Mittlerweile jedoch braucht die dort kein Mensch mehr - und das rächt sich jetzt.
Also ist es genau so gewollt.
Wenn China isoliert werden soll dann braucht man einen Grund.
Dafür hätte man mMn jetzt schon mehr als genug Gründe.