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Klimakleber gesucht!
(taz.de)
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Einfach nur Solidarität, mehr hätte es nicht gebraucht. Jeder vernünftige Mensch steht grundsätzlich hinter dem Ziel, da sind wir uns alle einig. Und klar findet man es Kacke im Stau zu stehen. Oder sind wir mal ehrlich, davon zu lesen, dass andere im Stau gestanden haben, weil welchem Prozentsatz der Bevölkerung ist das tatsächlich passiert? Aber man muss doch für das Recht der LG diesen Protest zu üben einstehen und darf es nicht hinnehmen, dass sie für ihr richtiges und wichtiges Ziel verunglimpft werden. Genau wie man das eben mit Streikenden hat, wenn zum Beispiel der Öffiverkehr lahmgelegt wird. Der Zorn über das im Stau stehen hat sich gegen die Regierung und Medien zu entladen, nicht die Aktivisten, genau wie sich der Zorn bei Bahnstreiks gegen die Geschäftsleitung der Bahn zu entladen hat, nicht gegen die Streikenden.
Aber man sieht halt, dass Solidarität bei einem Großteil der Deutschen, insbesondere wenn die Medien über alle Kanäle das Signal geben hier unsolidarisch sein zu dürfen, nur noch etwas sehr Selektives ist. Und selektive Solidarität ist keine Solidarität, weil wenn ein kleines bisschen kognitive Dissonanz alleine wegen der Vorstellung man könnte mal einen unbequemen Arbeitsweg erfahren, und ein papierdünnes Mediennarrativ, es wäre "der falsche Weg zu protestieren", ausreicht um den Menschen ihre Solidarität zu nehmen, dann, dann bekommen die das zu jedem Thema hin. Und dann sind wir als Gesellschaft einfach verloren.
Das ist tatsächlich von allen Trends der, der mir grade am meisten Sorgen macht. Und es ist natürlich Absicht. Wir sollen nach Vorbild der USA entsolidarisiert werden, weil wir so im Technofeudalismus leichter kontrollierbar sind. Und das hier und heute immer noch dieses Genöle kommt, ist einfach beschämend.
Gesunder Menschenverstand ist leider etwas, das trotz des Names nicht die Regel bei gesunden Menschen ist. Die Mehrheit steht hinter exakt gar nicht, außer der Meinung, die ihnen gerade aktuell medial eingetrichtert wird.
Es gab dieses schöne Interview bei einer Aktion, wo so Autofahrer interviewt wurden. Da gab es den einen stabilen Dude mit dem goldenen Satz
Dafür steht man jetzt z.T. wochenlang im Stau wegen kaputter Autobahnen, die die Hitze zerstört hat. Und sicher nicht zum letzten Mal. Ist das besser?
Das ist für diese Menschen "höhere Gewalt", wohingegen bei der LG da ein direktes Feindbild auf emotionaler Ebene ist und man wurde sogar vom Mediennarrativ darin moralisch legitimiert, weil es "schadet ja der Klimapolitik". Wann darf man schon mal Road-Rage ausleben und kann sich hinterher trotzdem als moralisch überlegen fühlen? Natürlich haben da die meisten angebissen.