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Wer von euch kommt? /s (thelemmy.club)
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[-] 123@feddit.org 2 points 12 hours ago

Politikerhaftung ist nicht mit Gewaltenteilung und Demokratie vereinbar, das führt nur dazu dass gewählte Volksvertreter für “falsche” Entscheidungen im Gefängnis landen.

Es wäre sicherlich zeitaufwendig und komplex den passenden nicht durch politische Gegner missbrauchbaren Rahmen zu definieren, aber ich sehe keine zwangsläufige Unvereinbarkeit. Die Strafe muss ja kein Freiheitsentzug sein, sondern im ersten Schritt zum Beispiel der Entzug vom Amt oder Mandat. Dann ein Verlust von Privilegien die darüber hinaus gehen etwa das damalige Einkünfte werden nicht in vollem Umfang für die Rente berücksichtigt werden. Einschränkungen der politischen Teilhabe durch Aussetzen des aktiven und passiven Wahlrechts jeweils für die kommende Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und EU-Parlamentswahl.

Bestenfalls kommt es dazu, dass in entsprechenden Gerichtsverfahren ordentlich aufgearbeitet wird wie es zu diesen Entscheidungen kam und welche strukturellen Probleme und anderen Personen ihren Anteil an den Fehlern haben/hatten. Eine Aufarbeitung mit starker und unabhängiger Justiz mit anreichernder Beteiligung durch die Bevölkerung kann die Demokratie wieder akzeptierter und fortschrittlicher, krisensicherer werden. Es könnte sogar ein aus meiner Sicht dringend nötiger Schub an Demokratisierung und Machtverteilung einsetzen, weil es unattraktiver wird sich an möglichst vielen Stellen festzubeißen und mehr kontrollieren zu wollen als einem realistisch betrachtet gleichmäßig möglich ist (und zusteht). Vielleicht entscheidet sich zum Beispiel Markus Söder für eine Funktion: Parteivorsitzender, Ministerpräsident oder Landtagsabgeordneter.

Aktuell scheint es mir hin und wieder gefühlt so zu sein, dass wenn es zu Rücktritten kommt (egal ob selbst oder von Dritten initiiert) die Betroffenen bis zur Verjährung bzw. zum Lebensende öffentlich schweigen oder aber in eigenen Veröffentlichungen oder bei Medienauftritten noch ihre Sicht darlegen, damit regelrecht "austeilen" und zum Rundumschlag ausholen (wollen) oder sich indirekt über praktisch nicht wirklich beschränkbaren Mittel doch wieder mit ihren Ambitionen und Zielen gesellschaftlich einbringen und davon vielleicht sogar persönlich emotional oder wirtschaftlich einen Nutzen davon haben.

Selten ist der oder die Politikerin komplett alleine für Missstände verantwortlich, aber deren definierte, inszenierte und "oben" verankerte Relevanz und Stellung geht teilweise auch von ihnen selbst aus. Nicht nur von klaren Gesetzen, sondern auch ungeschriebenen, zwar hinterfragbaren aber praktisch kaum bis gar nicht zu ändernden Gepflogenheiten.

[-] mech@feddit.org 4 points 12 hours ago

Die Gewaltenteilung zwischen Justiz und Exekutive ist ein Grundpfeiler der Demokratie.
Wenn man es ermöglicht, dass ein Gericht ein gewähltes Regierungsmitglied für dessen Entscheidungen im Parlament bestraft, dann hat effektiv das Gericht die Regierungsgewalt.
Und die Richter wurden nicht von der Bevölkerung gewählt.

[-] 123@feddit.org 1 points 12 hours ago

Schon, und die möchte ich auch unbedingt erhalten, aber eine Politikerin (egal ob Teil der Regierung oder nicht) ist aktuell nicht unbedingt in dem Maße gleich vor dem Gesetz wie die übrige Bevölkerung. Kommt es zu einer namentlichen Abstimmung im Kabinett und/oder Parlament bei der die Person sich für etwas offensichtlich gesetzeswidriges ausspricht und engagiert hat eine unabhängige Staatsanwaltschaft aus meiner Sicht die Pflicht Anklage zu erheben und eine unabhängige Richterin zu urteilen. Damit es nicht zu Absprachen, Interessenskonflikten oder so kommt lässt sich das zuständige Gericht öffentlich nachvollziehbar zufällig auslosen. Und weil die Juristinnen nicht gewählt sind, kann es ja ebenso zufällig zugeloste Mitglieder aus der Bevölkerung geben welche ihrerseits im Verfahren mitwirken und be- bzw. entlastendes für die Staatsanwaltschaft und/oder Verteidigung beisteuern.

Und wenn es subjektiv-moralische Gründe gibt, eine Politikerin nicht (mehr) zu unterstützen, sollte die Bevölkerung eine eigenständige Chance beommen eine Staatsanwalschaft mit einer Anklage zu beauftragen. Etwa durch die Sammlung von Unterstützungsunterschriften ähnlich wie zur Kandidatur bei Wahlen oder Volksbegehren. Wird ein Quorum erreicht, wird dieses anonym an zufällig geloste Staatsanwaltschaften zugestellt und es findet dort eine juristische Fachprüfung/Einordnung statt. Wird auch hier ein Quorum erreicht, dass die Anklage als gerechtfertigt ansieht wird in Folge vor einem erneut ausgelosten Gericht (unter Ausschluss von allen bisher beteiligten) die Anklage erhoben und die Politikerin hat sich und ihre Entscheidung zu erklären.

Schön und gut, dass Andreas Scheuer sich aktuell erklären muss. Aber das ist eben leider nicht die Regel.

this post was submitted on 05 Jun 2026
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