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this post was submitted on 30 May 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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MODERATORS
Das ist grundsätzlich das Problem an privater Altersvorsorge. Du sparst und bildest Rücklagen. Das ist sinnvoll. Und wenn du dann vor der Rente irgendwann mal ein Problem hast, dann bist du gekniffen: Du bist verpflichtet deinen schicken ETF zu verkaufen bevor du Bürgergeld bekommst. Das gilt auch manchmal für dein Haus und sonstige Ersparnisse.
Auf der einen Seite ist das natürlich sinnvoll - der Staat muss jetzt keinem den Lebensunterhalt zahlen, der hunderttausende Euro Ersparnisse hat. Auf der anderen Seite killt dann eine bei vielen in der Biographie zu erwartende Durststrecke dann auch alle private Altersvorsorge. Wirtschaftskrise, Job weg, länger arbeitslos? Tja.
(im Pflegefall ist das natürlich anders, da ist dann der Verkauf eines Hauses halt schon die Nutzung als Altersvorsorge. Wenn, und das ist wichtig, wenn da nicht noch der Partner wohnt)
Wieso? Wenn ich ETFs mit meiner Frau im gemeinsamen Depot bespare, und als erster zum Pflegefall werde, ist "ihre" Hälfte vom Depot am Ende doch auch mit weg wenn's ganz dumm kommt (bis auf ich glaube 20.000€, die geschont werden).
Das sage ich nicht um auszudrücken, dass mir das Schicksal des Ehepartners egal sei, sondern dass nicht nur der status quo verteidigt werden sollte. Wenn eine Vermögensart geschützt wird, sollten alle geschützt werden. Bzw. eigentlich sollte es besser gar keine Eigenanteile in der PV geben.
Auch wenn es so kommen könnte, halte ich es für einen sehr unwahrscheinlichen Fall. Statistische Daten sprechen da eine andere Sprache. Diese besagen, dass Akademiker eine höhere Lebensarbeitszeit haben als normale Facharbeiter. Dies erreichen sie, trotz längerer Ausbildung/Studium, durch weniger Arbeitslosigkeit.
IdR können sich Akademiker (oder Handwerksmeister) durch die höheren Löhne eher ein Haus leisten als Ungelernte oder Facharbeiter.
Das würde für mich in dieser logischen Kette bedeuten, dass Hausbesitzer weniger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, da sie idR höhere Ausbildung haben.
Der Punkt den der Telepolisautor bringen möchte, ist mMn ein Klassistischer. Er argumentiert, dass die Menschen aus dem schutzlosen Proletariat/Prekärem rausgeholt werden sollen. Sie sollen nicht den Mächten des Lebens schutzlos ausgeliefert sein und auf die Güte des Staates hoffen. Und für mich fühlt sich ein Eigenheim auch ein wenig nach Autonomie an.
Er kritisiert, dass der Staat erst die Bürger mündiger/autonomer/resistenter machen wollte und nun, wenn die Sozialsysteme wegen Demografie zusammenbrechen, alles rückgängig macht und diese Autonomie wegnimmt. Bzw. den kommenden, erbenden Generationen das Eigenheim wegnimmt.
Denn dieses Gefühl nicht mehr in der Lage zu sein, sein Leben eigenständig führen zu können, dieses Gefühl radikalisiert die Menschen. Und ich fürchte, das sehen wir ja auch schon zum Teil. Viele Menschen (ausser der Oberschicht) kommen finanziell immer mehr an ihre Grenzen. Aber das ist ein anderes Thema.
Da ließen sich ja auch Regeln drumherum bauen. Größeres Schonvermögen, dass realitsisch Altersvorsorgen abdeckt z.B.
Oder halt "wir zahlen nur, solange du keinen signifikanten Anteil deiner Altersvorsorge liquidierst". Das ist ja überprüfbar.