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Genug gespart, aber wie kommt man jetzt an sein Geld?
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Wenn ich Artikel wie diesen lese, fühle ich mich mit meiner Skepsis gegenüber Welt- und ähnlich breit gestreuten ETFs wieder bestätigt.
„Lex SpaceX“? Nasdaq ändert Indexregeln für Musks Börsengang https://www.heise.de/hintergrund/Lex-SpaceX-Nasdaq-aendert-Indexregeln-fuer-Musks-Boersengang-11305746.html
Der Mechanismus hinter ETFs wird zunehmend von großen Unternehmen bewusst ausgenutzt. Für Anleger führt das einerseits zu einem Klumpenrisiko und andererseits, dass sie diese Großkonzerne massiv unterstützen dazu, unter Umständen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.
Was du da verlinkt hast, ist in der Tat bedenklich - und ein weiteres Mosaiksteinchen im Bild der völlig in die offene Korruption abdriftenden USA.
Wer aber in NASDAQ (100) investiert, holt sich auch ganz ohne SpaceX ein mehrfaches Klumpenrisiko ins Depot, da NASDAQ (100)
Man geht also gleichzeitig eine Sektor- und Regionswette ein.
Tatsächlich ist der verlinkte Artikel daher ein gutes Argument für Welt-ETFs, nicht dagegen. Sie immunisieren dich durch ihre breite Streuung ein Stück weit gegen die Korruption in den USA. Ja, da hat man dann indirekt auch in SpaceX investiert. Allerdings ist das dann so ein kleiner und verwässerter Anteil am Ganzen, dass es angesichts der Fülle anderer Unternehmen im Index für dich keine große Rolle spielt, ob SpaceX morgen in Flammen aufgeht.
Und wem die gängigen Welt-ETFs (ACWI oder All-World) immer noch zu US- und großkapitallastig sind, der mischt halt ertwas Europa und Small Cap bei (mache ich beides).
Aus meiner Sicht hat jeder ETF, der nach Marktkapitalisierung investiert das Problem, dass Kursbewegungen selbstverstärkend wirken.
Die Aktie eines großen Unternehmens steigt im Kurs. Dadurch steigt die Marktkapitalisierung dieses Unternehmens. Dadurch ist die Zusammensetzung des ETF jetzt nicht mehr korrekt und der ETF muss Aktien nachkaufen. Durch die zusätzlichen Käufe durch die ETFs steigt wiederum der Kurs und der Kreis beginnt von neuem.
Wenn jetzt noch Kursmanipulationen dazukommen, verstärkt sich dieser Effekt nochmal massiv. Wenn z.B. im Silikon Valley die großen KI-Firmen gegenseitig ihre Aktien im Kreis kaufen, so wirkt das zunächst wie ein Nullsummenspiel. Ist es aber nicht, da bei jeder Transaktion die ganzen ETFs auch wieder nachtschießen müssen und somit immer mehr externes Kapital in den Klumpen fließt.
Je größer und mächtiger die Unternehmen in einem ETF sind, desto höher sehe ich dieses Risiko.
Mir ist bewusst, dass du hier die absolute Lehrmeinung vertrittst und die meisten seriösen Ratgeber ebenfalls zu dieser Anlagestrategie raten. Ich glaube aber, dass die Begründung dafür, nämlich, dass der Markt in den letzten hundert Jahren ja stetig gewachsen sei, zu kurz gedacht ist. Ich glaube, dass einige Unternehmen mittlerweile so mächtig geworden sind, dass die Börsen nicht mehr unabhängig funktionieren, die Märkte keine freie Wertbildung mehr zulassen. Und das gab es eben in der Vergangenheit so nicht.