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[–] 11 points 4 months ago* (last edited 4 months ago) (1 child)

Mein mind changer, als ich mich damit näher auseinander gesetzt hatte (steht nicht im Artikel, wird aber bei Finanztipp ganz gut erklärt):

Betrifft vor allem ETF die über mehrere Käufe besorgt wurden (z.B. per ETF Sparplan). Es gilt bei allen Zu- und Abgängen das FIFO-Prinzip. Heißt: die zuerst erworbene Anteile werden auch zuerst beim Verkauf veräußert. Hört sich erst mal wie linke Tasche/rechte Tasche an, macht aber tatsächlich steuerlich einen Nachteil weil zur Versteuerung der Gewinn je Anteil herangezogen wird und der ist bei den zuerst gekauften Anteilen allermeistens viel höher. Verkauft man erst die frischen Anteile und behält die alten, greift der Zinseszins Effekt mehr. Der Trick ist: ein anderes Depot eröffnen und die Anteile so shiften, dass man immer ein frisches Paket verkauft (weil FIFO per Depot gilt), oder man wechselt ständig die ETFs in die man neu investiert. Letzteres kann eh von Vorteil sein, weil ab und zu neue ETFs auf den Markt kommen, die weniger TER haben (wo auch immer der Haken an der Sache ist...)

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  • [–] 8 points 4 months ago (19 children)

    Betrifft hier bestimmt ganz viele.

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  • [–] 8 points 4 months ago (17 children)

    Ich bespare einen ETF als private Zusatzrente und habe noch keine Exitstrategie.

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  • [–] 4 points 4 months ago (8 children)

    TL;DR: Mit zunehmendem Lebensalter allmählich umschichten von risikoreicheren Assets (Aktien) in sicherere Assets (Staatsanleihen, Geldmarkt).

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  • [–] 3 points 4 months ago (7 children)

    Und hoffen, dass es den gegenwärtigen Kapitalmarkt noch gibt.

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  • [–] 10 points 4 months ago* (6 children)

    Wenn du breit gestreut weltweit investierst, kann dir das einigermaßen egal sein. Du triffst damit nur eine einzige Annahme: "Der Mensch wird weiter wirtschaften". An dem Punkt, an dem der Mensch damit aufhört, ist mir meine Altersvorsorge auch egal. Denn die Ereignisse, die so etwas auslösen können, dürften auch meine Lebenserwartung drastisch reduzieren...

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  • [–] 1 point 4 months ago* (5 children)

    Wobei du z.B. bei einem 0815-Welt-ETF eher spezifisch darauf wettest, dass der Kapitalismus in der Welt weiterhin dafür sorgen wird, dass die größten der großen Unternehmen weiter an Macht zulegen. Leider nicht unbedingt unwahrscheinlich, aber auch nicht so sicher wie "irgendjemand wird schon noch wirtschaften".

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  • [–] 7 points 4 months ago* (4 children)

    Sehe ich etwas anders. Wenn die Welt übereinkommt, dass es grober Schwachsinn ist, z.B. fossile Energien zu fördern, dann werden auch die entsprechenden Unternehmen derart abgewertet, dass sie kleinere Anteile am Index ausmachen oder ganz aus dem Index fliegen, weil sie in Konkurs gehen oder aus dem Sampling fallen.

    Hätte es Anfang des 20. Jh. schon ETFs gegeben, wären sie voll von Schwerindustrie, Eisenbahn- und Rüstungskonzernen gewesen; über das 20. Jh. hinweg hätte man dann im Index den Wandel hin zu Dienstleistungen, konsumentischer Elektronik und Computern und Digitaltechnik beobachten können. Der Index bildet ab, was die jeweilige Zeit gerade Wert beimisst; das ist keineswegs statisch, sondern Wandlung unterworfen.

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  • [–] 1 point 4 months ago

    Ich würde behaupten, dass der Kapitalmarkt an sich schon nur größere und große Unternehmen abbildet. Kleine Unternehmen werden i.d.R. gar nicht gehandelt. Und innerhalb des Kapitalmarktes hat ein Welt ETF einen ziemlich starken Fokus auf die größten der großen.

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  • [–] 1 point 3 months ago* (last edited 3 months ago) (2 children)

    Wenn ich Artikel wie diesen lese, fühle ich mich mit meiner Skepsis gegenüber Welt- und ähnlich breit gestreuten ETFs wieder bestätigt.

    „Lex SpaceX“? Nasdaq ändert Indexregeln für Musks Börsengang https://www.heise.de/hintergrund/Lex-SpaceX-Nasdaq-aendert-Indexregeln-fuer-Musks-Boersengang-11305746.html

    Der Mechanismus hinter ETFs wird zunehmend von großen Unternehmen bewusst ausgenutzt. Für Anleger führt das einerseits zu einem Klumpenrisiko und andererseits, dass sie diese Großkonzerne massiv unterstützen dazu, unter Umständen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.

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  • [–] 1 point 3 months ago* (1 child)

    Was du da verlinkt hast, ist in der Tat bedenklich - und ein weiteres Mosaiksteinchen im Bild der völlig in die offene Korruption abdriftenden USA.

    Wer aber in NASDAQ (100) investiert, holt sich auch ganz ohne SpaceX ein mehrfaches Klumpenrisiko ins Depot, da NASDAQ (100)

    • nur die Tech-Branche abbildet.
    • nur die 100 größten Unternehmen enthält (nach Marktkapitalisierung).
    • (Stand heute) zu 96% nur US-Unternehmen enthält.

    Man geht also gleichzeitig eine Sektor- und Regionswette ein.

    Tatsächlich ist der verlinkte Artikel daher ein gutes Argument für Welt-ETFs, nicht dagegen. Sie immunisieren dich durch ihre breite Streuung ein Stück weit gegen die Korruption in den USA. Ja, da hat man dann indirekt auch in SpaceX investiert. Allerdings ist das dann so ein kleiner und verwässerter Anteil am Ganzen, dass es angesichts der Fülle anderer Unternehmen im Index für dich keine große Rolle spielt, ob SpaceX morgen in Flammen aufgeht.

    Und wem die gängigen Welt-ETFs (ACWI oder All-World) immer noch zu US- und großkapitallastig sind, der mischt halt ertwas Europa und Small Cap bei (mache ich beides).

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  • [–] 1 point 3 months ago

    Aus meiner Sicht hat jeder ETF, der nach Marktkapitalisierung investiert das Problem, dass Kursbewegungen selbstverstärkend wirken.

    Die Aktie eines großen Unternehmens steigt im Kurs. Dadurch steigt die Marktkapitalisierung dieses Unternehmens. Dadurch ist die Zusammensetzung des ETF jetzt nicht mehr korrekt und der ETF muss Aktien nachkaufen. Durch die zusätzlichen Käufe durch die ETFs steigt wiederum der Kurs und der Kreis beginnt von neuem.

    Wenn jetzt noch Kursmanipulationen dazukommen, verstärkt sich dieser Effekt nochmal massiv. Wenn z.B. im Silikon Valley die großen KI-Firmen gegenseitig ihre Aktien im Kreis kaufen, so wirkt das zunächst wie ein Nullsummenspiel. Ist es aber nicht, da bei jeder Transaktion die ganzen ETFs auch wieder nachtschießen müssen und somit immer mehr externes Kapital in den Klumpen fließt.

    Je größer und mächtiger die Unternehmen in einem ETF sind, desto höher sehe ich dieses Risiko.

    Mir ist bewusst, dass du hier die absolute Lehrmeinung vertrittst und die meisten seriösen Ratgeber ebenfalls zu dieser Anlagestrategie raten. Ich glaube aber, dass die Begründung dafür, nämlich, dass der Markt in den letzten hundert Jahren ja stetig gewachsen sei, zu kurz gedacht ist. Ich glaube, dass einige Unternehmen mittlerweile so mächtig geworden sind, dass die Börsen nicht mehr unabhängig funktionieren, die Märkte keine freie Wertbildung mehr zulassen. Und das gab es eben in der Vergangenheit so nicht.

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  • [–] 2 points 4 months ago* (7 children)

    Um mein Finanzberater zu zitieren: Auf keinen Fall als Leibrente (monatliche Auszahlung ab Renteneintrtt), die Wette (und das Geld) verliert man immer.

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  • [–] 1 point 4 months ago (3 children)

    Was bezahlst du dem Finanzberater?

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  • [–] 1 point 4 months ago (2 children)
  • [–] 1 point 4 months ago* (1 child)

    Von der Sparrate? Vom Bestand? Bei letzterem bist du, denke ich, entweder sehr reich, oder der Finanzberater bekommt noch KickBacks und Provisionen von anderswo. Bei ersterem ist das krass teuer.

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  • [–] 1 point 4 months ago* (last edited 4 months ago)

    Vom Bestand; Er hat mir das genau mal aufgedröselt was für ihn bei mir herausspringt und wie, aber das hab ich wieder vergessen :(

    edit: Also ich hab ihn nochmal angeschrieben und er kam mit folgendem: es gibt Lebensversicherung, Sachversicherung und Investment; bei Lebensversicherung erhält er eine feste Provision, bei Sachversicherung bekommt er folgeprovisionen und im Investment bekommt er eine Service-Pauschale von 0,95% (also dann wohl vom Bestand); Beratung kostet nichts.

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  • [–] 1 point 4 months ago (2 children)

    Warum? Beim Ansparen streckt man doch auch über die Zeit um das Kursrisiko zu mitteln. Klappt das beim Auszahlen nicht genauso?

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  • [–] 6 points 4 months ago (1 child)

    Ne die Sache ist ja, das bei einer Leibrente X Euro pro Monat von deinem Pool ausgezahlt wird, und wenn du halt vor 0 Euro abkratzt verfällt dein Geld der Leibrente; und du kannst das dann auch nicht vererben. Oder was schlimmer ist, wenn du bei 0 Euro noch lebst und dann nicht mehr aus dieser Leibrente schöpfen kannst.

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  • [–] 5 points 4 months ago

    Ne die Sache ist ja, das bei einer Leibrente X Euro pro Monat von deinem Pool ausgezahlt wird, und wenn du halt vor 0 Euro abkratzt verfällt dein Geld der Leibrente; und du kannst das dann auch nicht vererben

    Das muss dann aber ein sehr spezielles Anlageprodukt gewesen zu sein. Normale Aktien oder ETF werden selbstverständlich weitervererbt und "verfallen" nicht einfach.

    Oder was schlimmer ist, wenn du bei 0 Euro noch lebst und dann nicht mehr aus dieser Leibrente schöpfen kannst.

    Das Problem hat man bei jeder Anlageform, wo man Geld aus einem großen Spartopf entnimmt, da du nicht deinen genauen Todestag nicht im Voraus kennst.

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