Zur Produktivität. Ja, in den letzten Jahren gab es wenig Entwicklung. Ich hoffe aber -- und da stimmst du mir hoffentlich zu -- dass dies nicht für immer so bleibt, sondern wir wieder ein Produktivitätsentwicklung bekommen.
Das Problem sehe ich allerdings eher dahin, dass nicht die gesamte produktivitätssteigerung an die gehälter weitergegeben wurde.
Aus deiner Grafik: die reale produktivität pro Arbeitsstunde ist heute 5 mal so hoch wie 1960, richtig? 100/20 (du kannst gerne mit genaueren zahlen rechnen, ich denke der Graph ist etwas bei 20).
Bedeutet also, ein Arbeiter hat 1,2 Arbeiter und Rentner versorgt (Kinder später).
Bei 5fach gesteigerter produktivität heißt dies also theoretisch dass heute ein Arbeiter 6 Arbeiter und Rentner im Lebensstil von 1960 versorgen könnte. Wir könnten also 20% Arbeiter und 80% renter haben. Also das Rentenalter auf 35 haben. Wie gesagt auf dem Niveau von 1960.
Ich denke die meisten wollen ein höheres Lebensniveau als 1960. Aber du siehst dass das Argument, dass bald 25% der Bevölkerung Rentner sind, nicht ausreicht um zu begründen dass das System nicht funktioniert.
Anhang 1: Kinder.
Ich finde man sollte auch nicht nur auf Arbeiter renter schauen. Wir sind aktuell bei 61% der bevölkerung zwischen 20 und 67. Also pro protentiellnerwertbstätigen kommen 39/61=0,64 andere, einer versorgt also 1,64.
(Ich nehme mal an dass die Arbeitslosenquote in Zukunft gleich bleibt. Dies ändert zwar den Quotienten hier, aber nicht den Unterschied später).https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/
Damit sind wir ünrigens heute höher als beispielsweise vor 10 als noch keine booker in rentene waren, wir aber schon weniger Kinder hatten.
Je nach simulation gehen wir auf 54%+- runter. Ich rechne jetzt mal mit 51%. Dann muss jeder 49/51=0,96 andere versorgen, also 1,96 pro Person.
Wir müssen also um 1,96/1,64 = 19% produktiver werden um den aktuellen Lebensstil zu halten. Auf 45 Jahre (bis 2070 gerechnet), sind 19% produktivitätswachstum nur 0,39% produktivitätswachstum pro Jahr.
Sowas sehe ich als realistisch an. Bei mehr Produktivitätswachstum kann der Lebensstandard für alle sogar erhöht werden.
Nachtrag: zudem verschiebst sich aktuell ja das Rentenalter noch nach hinten. Wenn wir ja für heute mit 20-66 rechnen, und in Zukunft vllt leider mit 20-70, muss das Wachstum noch niedriger ausfallen.
Ich hoffe aber – und da stimmst du mir hoffentlich zu – dass dies nicht für immer so bleibt, sondern wir wieder ein Produktivitätsentwicklung bekommen.
Da sind wir halt an dem Punkt, den ich zu Anfang gemacht habe: können wir wirklich von einem stetig andauernden Wachstum ausgehen? Bzw. sollten wir diese Annahme zu einer Grundlage eines solch wichtigen Systems machen?
Bei 5fach gesteigerter produktivität heißt dies also theoretisch dass heute ein Arbeiter 6 Arbeiter und Rentner im Lebensstil von 1960 versorgen könnte. Wir könnten also 20% Arbeiter und 80% renter haben. Also das Rentenalter auf 35 haben. Wie gesagt auf dem Niveau von 1960.
Ich denke die meisten wollen ein höheres Lebensniveau als 1960. Aber du siehst dass das Argument, dass bald 25% der Bevölkerung Rentner sind, nicht ausreicht um zu begründen dass das System nicht funktioniert.
Das Problem in deinem Argument sehe ich hier darin, dass es eben nicht darum geht, heute Rentner im Lebensstil von 1960 (oder irgendeinem anderen Jahr) zu versorgen. Sondern heute werden Rentner auch nach heutigem Lebensstil versorgt. Du plädierst für höhere Löhne (Teilhabe an den Produktivitätsgewinnen der letzten Dekaden), gleichzeitig würde das jedoch auch direkt auf die Renten durchschlagen. Diese sind nämlich an das Durchschnittseinkommen gekoppelt. Steigt dieses, steigen gleichermaßen die Renten. Ist ja auch logisch, denn Rentner müssen ja im Hier und Jetzt wirtschaftlich teilhaben können. Gleichzeitig verschlechtert sich aber definitiv der Altersquotient als weiterer Baustein der Formel, wodurch immenser Druck auf Rentenniveau und/oder Beitragssatz entsteht.
Dann gibt es auch noch das Baumolsche Problem, wonach zwar bspw. automatisierte, maschinenbasierte Produktion unglaublich in ihrer Produktivität gestiegen ist, nicht jedoch Dienstleistung. Eine alternde Bevölkerung braucht aber oft genau diese. Ein Altenpfleger kann nicht 5-mal mehr alte Leute versorgen als 1960, muss aber trotzdem anständig bezahlt werden, wodurch diese Dienstleistungen im Verhältnis immer teurer werden.
Zur Produktivität. Ja, in den letzten Jahren gab es wenig Entwicklung. Ich hoffe aber -- und da stimmst du mir hoffentlich zu -- dass dies nicht für immer so bleibt, sondern wir wieder ein Produktivitätsentwicklung bekommen.
Das Problem sehe ich allerdings eher dahin, dass nicht die gesamte produktivitätssteigerung an die gehälter weitergegeben wurde.
Aus deiner Grafik: die reale produktivität pro Arbeitsstunde ist heute 5 mal so hoch wie 1960, richtig? 100/20 (du kannst gerne mit genaueren zahlen rechnen, ich denke der Graph ist etwas bei 20).
1960 kamen auf einen renter etwa 5 Arbeiter: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/bilder/DE/schmuckbilder/heimat-integration/demografie/infotafeln/altersquotient.html
Bedeutet also, ein Arbeiter hat 1,2 Arbeiter und Rentner versorgt (Kinder später).
Bei 5fach gesteigerter produktivität heißt dies also theoretisch dass heute ein Arbeiter 6 Arbeiter und Rentner im Lebensstil von 1960 versorgen könnte. Wir könnten also 20% Arbeiter und 80% renter haben. Also das Rentenalter auf 35 haben. Wie gesagt auf dem Niveau von 1960.
Ich denke die meisten wollen ein höheres Lebensniveau als 1960. Aber du siehst dass das Argument, dass bald 25% der Bevölkerung Rentner sind, nicht ausreicht um zu begründen dass das System nicht funktioniert.
Anhang 1: Kinder. Ich finde man sollte auch nicht nur auf Arbeiter renter schauen. Wir sind aktuell bei 61% der bevölkerung zwischen 20 und 67. Also pro protentiellnerwertbstätigen kommen 39/61=0,64 andere, einer versorgt also 1,64. (Ich nehme mal an dass die Arbeitslosenquote in Zukunft gleich bleibt. Dies ändert zwar den Quotienten hier, aber nicht den Unterschied später).https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/ Damit sind wir ünrigens heute höher als beispielsweise vor 10 als noch keine booker in rentene waren, wir aber schon weniger Kinder hatten.
Je nach simulation gehen wir auf 54%+- runter. Ich rechne jetzt mal mit 51%. Dann muss jeder 49/51=0,96 andere versorgen, also 1,96 pro Person.
Wir müssen also um 1,96/1,64 = 19% produktiver werden um den aktuellen Lebensstil zu halten. Auf 45 Jahre (bis 2070 gerechnet), sind 19% produktivitätswachstum nur 0,39% produktivitätswachstum pro Jahr.
Sowas sehe ich als realistisch an. Bei mehr Produktivitätswachstum kann der Lebensstandard für alle sogar erhöht werden.
Nachtrag: zudem verschiebst sich aktuell ja das Rentenalter noch nach hinten. Wenn wir ja für heute mit 20-66 rechnen, und in Zukunft vllt leider mit 20-70, muss das Wachstum noch niedriger ausfallen.
Da sind wir halt an dem Punkt, den ich zu Anfang gemacht habe: können wir wirklich von einem stetig andauernden Wachstum ausgehen? Bzw. sollten wir diese Annahme zu einer Grundlage eines solch wichtigen Systems machen?
Das Problem in deinem Argument sehe ich hier darin, dass es eben nicht darum geht, heute Rentner im Lebensstil von 1960 (oder irgendeinem anderen Jahr) zu versorgen. Sondern heute werden Rentner auch nach heutigem Lebensstil versorgt. Du plädierst für höhere Löhne (Teilhabe an den Produktivitätsgewinnen der letzten Dekaden), gleichzeitig würde das jedoch auch direkt auf die Renten durchschlagen. Diese sind nämlich an das Durchschnittseinkommen gekoppelt. Steigt dieses, steigen gleichermaßen die Renten. Ist ja auch logisch, denn Rentner müssen ja im Hier und Jetzt wirtschaftlich teilhaben können. Gleichzeitig verschlechtert sich aber definitiv der Altersquotient als weiterer Baustein der Formel, wodurch immenser Druck auf Rentenniveau und/oder Beitragssatz entsteht.
Dann gibt es auch noch das Baumolsche Problem, wonach zwar bspw. automatisierte, maschinenbasierte Produktion unglaublich in ihrer Produktivität gestiegen ist, nicht jedoch Dienstleistung. Eine alternde Bevölkerung braucht aber oft genau diese. Ein Altenpfleger kann nicht 5-mal mehr alte Leute versorgen als 1960, muss aber trotzdem anständig bezahlt werden, wodurch diese Dienstleistungen im Verhältnis immer teurer werden.