[-] jamie_veal@feddit.org 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Das wäre echt toll, leider nein, muss ich wohl jemanden heiraten, der/die so heißt x)

Fand sie auch einfach nur super, wie sie mit ihrem kindlichen, naiven Kopf die ganzen Traditionen und Denkweisen der Erwachsenen herausfordert. Sie hat sich zwar auch ein bisschen unterkriegen lassen, aber zum Glück war Oma Wetterwachs noch da, um ihr beizustehen :).

Ach, muss auch endlich mal die anderen Bände lesen, in denen sie noch vorkam. Weiß nur, dass es zu wenige sind.

[-] jamie_veal@feddit.org 13 points 2 days ago

Wann verstehen die Leute endlich, dass bei der CDU Lobby-Nähe kein bug, sondern ein feature ist?

[-] jamie_veal@feddit.org 2 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

Spoiler, falls du das echt nicht näher wissen willstJa, das hat mein Bruder damals durchgemacht. Als er vor meinem Vater rauskam, hat dieser erklärt, dass er ihm ja helfen könne, dass es Heilung gibt und mein Bruder nicht in Sünde leben müsse. Dass er ja selbst in seiner Jugend neugierige Erfahrungen gesammelt hatte, aber man könne sich ja aussuchen, worauf man steht. Und damals war ja allen klar, dass das einfach falsch ist, es war sogar illegal.

Ich habe ihn mehrfach gebeten, mir doch bitte einmal einen einzigen Grund zu nennen, was daran in irgendeinerweise moralisch verwerflich ist. Zur Antwort gibt es nur, dass es in der Bibel steht. Interessanterweise ist es tatsächlich sogar ziemlich fragwürdig, ob in jenen Bibelstellen überhaupt von Homosexualität die Rede ist. Aber was soll man machen, Fundamentalisten machen Fundamentalistendinge.

Stories von Zeugen, die ihr Leben lang im Schrank bleiben gibt es natürlich auch reichlich. Meinem Bruder hat es zum Glück eher zur Flucht verholfen.

[-] jamie_veal@feddit.org 4 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

Awe, I love you sister , glad I could help <3

[-] jamie_veal@feddit.org 15 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

It was amazing! I've chosen my friends really well. I came out to 7/8 close friends, who are really the only people about whose acceptance I really care. And everyone of them didn't for a single second doubt my experience and made perfectly clear, that they'll support me on my journey, however I want to proceed.

Only one friend to tell left, but there really isn't any fear left of how she'd react. Before I've been rather anxious I'd find out there are bigots among them, but they've proven me wrong <3. It feels so incredibly good right now to realise I won't ever have to wear that fucking man mask again, at least in front of them.

[-] jamie_veal@feddit.org 4 points 5 days ago

Hahaha, whaaaat? Why would I want too look at a male ass all day, I'm sooo hetero.

[-] jamie_veal@feddit.org 3 points 5 days ago* (last edited 5 days ago)

Ist schätze ich auch noch zu früh, sich da ein Urteil zu bilden. Auf Testosteron hätte ich wirklich gerne verzichtet.

Drogen sind ein sehr gefährliches Spiel und können Leben zerstören. Doch sie sind auch da für Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage sind, ihre Probleme auf die "richtige" Art zu addressieren. Ich für meinen Teil bereue da wenig, aber habe vor allem im Rahmen einer Suchttherapie auch genug Menschen kennen gelernt, für die Drogen der schlimmste Fehler ihres Lebens war (für den überwiegenden Großteil war das Alkohol, mal so am Rande).

Aber sollte vielleicht noch abklären, ob bei dem Thema Zurückhaltung erwünscht ist, bevor es da wirklich tief reingeht...

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submitted 5 days ago by jamie_veal@feddit.org to c/dach@feddit.org

Content Warnings:Indoktrination, Gender Dysphoria, Dissoziation, Essstörung, Homophobie, passive Suizidgedanken, Cannabis (ab)use

Disclaimer:Schönen guten Tag zusammen!

Ich habe noch was nachgedacht, was ich hier eigentlich genau mache.

Zum einen ist es wahnsinnig spannend, noch einmal einigermaßen systematisch über mein Leben zu reflektieren: In bisherigen Therapien habe ich mich immer im Kreis gedreht. Die Zeugenindoktrination habe ich lange Zeit als die Wurzel allen Leidens gesehen und es hat schon sooo vieles erklärt. Aber dass ich eine Frau bin, dieses Puzzleteil hat mir immer gefehlt – und jetzt macht plötzlich einfach alles Sinn.

Zum anderen möchte ich aber auch einen kleinen Beitrag dazu leisten, unsere Gesellschaft für ein paar Themen zu sensibilisieren. Allem voran für eine von vielen diversen Transgender-Erfahrungen, dicht gefolgt von dieser Sekte, die mitten unter uns ist.

Und wer weiß, vielleicht gibt es sogar jemanden, der hier was liest und es für die eigene Reise nutzen kann.

Es folgt für alle, die Lust haben, Teil 2.

Nun da war ich nun also, an den Anfängen der falschen Pubertät, mit einem Kopf durchseucht von toxischem, fanatischem Gedankengut. Die Welt und die Menschen in ihr sind böse, ich kann niemandem vertrauen. Als Zeuge war ich anders, etwas Besseres, wir waren die einzig Guten, erlernter Narzissmus. Jetzt bin ich böse, denn ich entschied mich für die Welt. Ich bin schuldig und verdiene den Tod. Und der wird kommen, bald. Mein Leben hatte keinen Sinn, denn Gott war der einzige Sinn im Leben. Und Liebe, das ist etwas, was man nicht einfach bekommt, das muss man sich verdienen.

Hinzu kamen all diese Verbote und Regeln, deren wahrer Zweck es ist, dass Zeugen sich in der Welt als anders & ausgeschlossen fühlen; keine Heimat finden. Freunde erzählten tagtäglich von all den spannenden Sachen, die sie im TV sehen durften, wo ich nie mitreden konnte. Furchtbare Sachen wie X-Faktor oder Dragonball durfte ich nicht sehen. Harry Potter durfte ich lesen, nur um dann bei Teil 4 zu lernen, dass das ganz böser Okkultismus ist.

Völlig verstörende Bibelgeschichten waren aber natürlich okay, wie die Geschichte vom treuen Abraham, der im Glaubenswahn seinen verdammten Sohn opfern will. Mich würde man natürlich auch opfern, wenn ich Pech hätte und eine Bluttransfusion zum Überleben bräuchte: Opfer dieser Regel, wurden in so mancher Lektüre als Märtyrer gefeiert.

Kein Weihnachten, kein Geburtstag. Das einzige „Fest“ ist eine Extrakircheneinlage um Ostern, bei der die psychotischsten unter den Zeugen vom Leib Christi speisen dürfen, weil sie überzeugt sind, von Gott persönlich als ganz besondere Menschen auserwählt zu sein, um im Himmel über den verbliebenen Rest im Paradies zu regieren¹.

Und in mir ein völlig verängstigtes, hilfloses, kleines Mädchen, weggesperrt und versteckt, in den Tiefen meines Unterbewusstseins. Versteckt vor der Welt und vor mir selbst. Sie weint und schreit, doch niemand kann sie trösten, weder ich noch sonst jemand. Da ist nur ein schwarzes Loch, dass gestopft werden muss.

Was sollte ich schon tun? Niemand konnte mir helfen. Ein völlig überfordertes Kind in einer existenziellen Krise. Kein Vertrauen, kein Mentor, nichts. Ich stürzte mich tiefer in meine Süchte, Computerspiele und Essen. Wofür ein Leben planen, dass eh fast vorbei ist? Bis heute habe ich keinen Schimmer, wie man zu diesem Menschen, der ich war, hätte durchdringen können. Gab es echte Versuche? Ich erinnere mich nicht. Sicherlich gab es Menschen in meinem Umfeld, die mein Leiden sahen. Waren sie einfach genauso hilflos, wie ich es war?

Immer mehr suchte ich nach Ausflüchten, nicht zu den Zeugen zu gehen, mich abzukapseln. Es gab ein Gespräch mit meinem Vater, bei dem ich von Zweifeln erzählte, ob es Gott gibt. Zweifel die ich mir zurecht gelegt hatte… aus echter Überzeugung, oder um mich vor den quälenden Schuldgefühlen zu schützen? Für meinen Vater war der Gedanke, dass es keinen Gott geben könnte, buchstäblich unvorstellbar. Und meine Eltern ließen mich ziehen, wie sie meine Brüder ziehen ließen². Die ältesten Zwei durfte ich schon längst nicht mehr sehen, denn sie waren schlechter Einfluss.

Erste Berührungspunkte mit der Pubertät: Sexualkunde in der Grundschule, Jungs und Mädchen wurden getrennt, wieso? Meine Schwester kam nicht mit zum Schwimmverein, weil sie ihre Tage hatte. „Was ist das?“, fragte ich meinen Bruder. Er erklärte es mir. Ich war neugierig, fragte, ob oder wann ich das bekomme.

Durch mein Binge-Eating nahm ich zu, in den schlimmsten Zeiten brachte ich fast 150 kg auf die Waage. Langfristig erfolglose Abnehmversuche führten nur zu mehr Frustration. Ich hasste es, mich im Spiegel oder auf Bildern zu sehen, was ich so gut ich konnte vermied. Irgendetwas stimmt einfach nicht, mit dem Jungen, der mir da entgegen blickt. Ist ja offensichtlich wieso, ich bin viel zu dick. Meine Kleidung bestand nur noch aus weiten, etwas zu großen Teilen. Phasenweise kam zu den Fressattacken Bulimie hinzu, „Schadensbegrenzung“.

Als kantiger Skaterboy ließ ich mir die Haare wachsen, woraufhin ein Mädchen in meiner Klasse mich beleidigte, ich sähe aus wie eine fette Frau. Das hat echt weh getan… dass sie mich fett genannt hat. Mobbing war mir nicht fremd, aber alles in allem bin ich diesbezüglich noch gut weggekommen, da mein bester Schulfreund sehr beliebt war. Ich will mir echt nicht ausmalen, wie die Schulzeit ohne ihn gewesen wäre <3.

In meinem Hals wuchs ein Fremdkörper. Es fühlte sich komisch an, wie ein Knoten. Wenn ich wegen damals häufiger grippaler Infekte oder später Refluxproblemen beim Arzt war, erwähnte ich das, aber damit konnte nie jemand etwas anfangen, ist halt so. Ich begann meine Stimme zu hassen, wieso denn eigentlich?

Es sollte noch 20 Jahre dauern, bis ich herausfinde, dass da sehr viel Gender-Dysphoria ist. Dank der Zeugen war praktisch alles was queer ist bloß eine Schublade von falschen Menschen. Hier und da sah man mal Menschen wie Hella von Sinnen oder Hape Kerkeling im Fernsehen, begleitet vom verächtlichen Schnauben meines Vaters. Transmenschen gab es in meiner Wahrnehmung überhaupt nicht. Wenn ich Drag sah, fühlte ich mich unwohl und verstand nie wieso. Die Gesellschaft war nicht sehr weit und auch ich war nicht bereit.

Irgendwann outete sich mein Bruder fast beiläufig als schwul. Er erklärte, dass er das einfach immer gewusst hat, was ich nicht verstand. Nun begann in mir ein Konflikt zwischen erlernter Homophobie und der simplen Tatsache, dass ich meinen Bruder liebe. Die Liebe siegte, aber es brauchte Zeit, was mich heute sehr traurig macht. Es brauchte Zeit, bis ich echte Akzeptanz aufbringen konnte, das tut mir heute furchtbar Leid. Glücklicherweise hatte er Akzeptanz längst woanders finden können, draußen in der bösen Welt, in die er vor unserer Familie geflohen ist.

Für mich hieß Sexualität, ich stelle mir Frauen vor, schaue mir in TV/Internet Frauen an, spiele an mir rum und habe daran Spaß. Wie man das halt so macht, als männlicher Mann. Ist es wirklich das, worauf ich stehe, oder habe ich mich bloß dazu konditioniert? Ständig, täglich, manchmal mehrfach. Ich habe es geliebt und gehasst, wie jede andere meiner Süchte auch. Diese durchtriebene Dauergeilheit, angetrieben vom Überfluss an Testosteron, eine Droge, für die ich mich nie entschieden hatte.

Als ich in Geschichte von Eunuchen lernte, war ich eigenartig fasziniert von diesem Leben. Völlig unabhängig von jeder Geschlechtsfrage stellte ich mir wiederholt vor, dass ich ohne Penis ein glücklicherer, besser funktionierender Mensch wäre. Denkt bestimmt jeder Mann hin und wieder, oder?

Meine Freunde sammelten erste Erfahrungen mit Mädchen, miteinander gehen, Händchen halten und so was. In mir war eine tiefe Sehnsucht nach Nähe und Zuneigung, aber auch die war tief vergraben. Auf fremde Menschen zugehen, dass hat mir immer Angst gemacht, und dann auch noch mit irgendwelchen kaum definierten, „männlichen“ Hintergedanken, das war schlicht unmöglich. Die bloße Möglichkeit als Creep (als Mann) wahrgenommen werden zu können, ekelhaft. Und überhaupt, als ob sich jemals jemand in so einen dicken, hässlichen Menschen verlieben könnte…

Das alles ging in mir vor, doch ich verstand nichts. Da waren nur diese ganzen Gefühle, die sich nicht schön anfühlten, die ich damals nicht benennen konnte und nicht ertragen wollte. Angst, Eifersucht, Scham, Zorn, Hass auf mich und den Rest der Welt. Und in meinem Kopf ein endloser Nebel. Es kam nie zu echten Plänen, aber der Gedanke, ich könnte mir das Leben nehmen, wenn es zu schlimm wird, begann mir Trost zu spenden. Ein Sturz vom Balkon, ein Sprung vor die Bahn, und mein Leid wäre vorbei. Aber das wollte ich nie. Ich wollte nicht sterben, nur leben wollte ich auch nicht.

Dann fand ich erste Hilfe, als ich 17 war. Vielleicht hat es mir das Leben gerettet, vielleicht hat es mein Leiden verlängert, das werde ich nie wissen. Mein Cousin und bester Freund, schon bevor ich denken konnte, ein lebenslanger, schlechter Einfluss (an dieser Stelle ein fettes Danke), brachte Gras in unser Leben. Und verdammte scheiße, hatte ich das nötig. Ein neues Werkzeug in meinem Suchtkasten, Dissoziation zum rauchen. Um die Mauer in mir legte sich eine Wolke aus Gras. „Scheiß auf Gefühle, ich bin ja ein Mann.“ Noch ein ganzes Stück losgelöster von all den Gefühlen konnte mein Kopf endlich anfangen zu rattern - verliebte sich in die Philosophie.

Fußnoten¹Wer wird Harmageddon überleben? Spannende Frage. Mir hat man beigebracht, dass nur wahre Christen (lies: Zeugen) verschont werden, wenn Jesus kommt und die Bösen austilgt. Danach gäbe es eine große Auferstehung, bei der vielen Menschen noch eine zweite Chance gegeben werden soll, was viel genau heißt, ist unklar und hat sich in der Geschichte der Sekte gewandelt. Wer definitiv nicht dazu gehört, sind Menschen, die sich bewusst von Jehova abgewandt haben, diejenigen, die Zugang zur Wahrheit hatten und sie ablehnten. In Jesus’ 1000-jährigem Reich darf dann bewiesen werden, wer würdig ist – Der Rest wird dann endgültig ausgelöscht (lies: Nicht-Existenz, keine Hölle). Die Créme de la Créme der Zeugen, die 144.000, darf an Jesus Seite im Himmel regieren.

²Einige von euch haben vielleicht gehört, dass Zeugen den Kontakt zu Mitgliedern abbrechen, wenn diese sich von der Sekte abwenden. Das passiert und zerstört Leben: Menschen in existentiellen Krisen verlieren von jetzt auf gleich ihr ganzes Support-System. Wenn die Vorsteher entscheiden, dass jemand zu viel sündigt und nicht genug Reue zeigt, wird die Gemeinschaft angewiesen, den Kontakt einzustellen. Ob das von allen durchgesetzt wird hängt aber am Ende auch davon ob, ob die Mitglieder das durchsetzen.

Zuletzt wurde das meines Wissens nach leicht gelockert – zufälligerweise während die Zeugen in Norwegen einen Rechtsstreit um die Anerkennung als Religion führen; dieses sog. shunning ist ein wichtiger Vorwurf in diesem Verfahren und es geht um sehr viel Geld.

Im Fall meiner Familie mussten meine Eltern diese Entscheidung nie treffen, denn meine Brüder und ich waren nicht getauft – bei Hereingeborenen passiert das eher in Teenageralter / Jugend, aber oft auch wesentlich früher. Kommt immer drauf an, wie gut die Indoktrination sitzt und wie viel Druck von Eltern und Umfeld kommt.

[-] jamie_veal@feddit.org 6 points 5 days ago

Asking for a friend.

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Heh, mostly for the early phase, but it helped so much.

[-] jamie_veal@feddit.org 10 points 6 days ago

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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Special shout-out to my dear @Domi@lemmy.blahaj.zone, you're amazing <3

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submitted 1 week ago* (last edited 1 week ago) by jamie_veal@feddit.org to c/mtf@lemmy.blahaj.zone

Hello my dears :3

So rn I'm going by Jamie and there's a lot I really like about this name. Its meaning works well (she, who supplants), it's the name of my favorite skater when I was a kid, it does have a nice ring to it.

But when I chose it to play with, I didn't know where my journey would lead to. Now that I do I'm just not sure I like the ambiguity.

That being said, I wonder, how did you all pick your new names? Does it have a special meaning to you? Anything in particular that made you go like "Yes, that's it, that's me!"?

€: Thanks for sharing everyone (and keep going :3)! Definitely some inspiration in there.

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Sudden dressing (thelemmy.club)
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submitted 1 week ago* (last edited 1 week ago) by jamie_veal@feddit.org to c/dach@feddit.org

Content Warnings:Sekten-Indoktrination, erzwungenes Crossdressing, Dissoziation, Sucht und passive Suizidalität

Disclaimer:

Hallo zusammen!

Heute morgen dachte ich mir, ich setze mich hin, reflektiere ein wenig und habe nachher vielleicht einen kleinen Text zum teilen. Heraus kam ein Fluss an Worten, die gerade einmal die ersten Rahmenbedingungen umfassen. Ich weiß nicht, was das hier wird. Vielleicht ist es der einzige Post, den ich dazu machen möchte, vielleicht sind es die ersten veröffentlichten Drafts meiner zukünftigen Autobiographie. Keine Versprechungen.

PS: An unsere lieben Moderatys: Falls euch das zu heiß ist, das verstehe ich. Dann suche ich mir einen anderen Ort dafür.

PPS: Hier und heute bin ich mental so stabil wie nie zuvor, es besteht kein Grund zur Sorge.

Es war so Mitte der 90er, da war ich ein sehr glückliches Kind. Kaum Bewusstsein, keine Sorgen, kein Geschlecht - einfach nur unbekümmert und frei. Doch das würde nicht so bleiben. Als ich etwa 2 war, sind meine Eltern in ihrer Orientierungslosigkeit den Zeugen Jehovas in die Fänge geraten. Es gab ihnen eine völlig neue Stabilität und Sicherheit, die sie bitter benötigten, nach ihrer lebenslangen Suche. Sie fühlten sich endlich angekommen - aber meinen Brüdern und mir würde die Indoktrination die Köpfe zerschießen.

Irgendwann fing es an mit der Erwartung, dass ich mich doch bitte für das Kichenpendant der Zeugen passender anziehen soll: Hemd, Hose, Krawatte und Jacke. Es hat mich in den Wahnsinn getrieben. Irgendetwas daran hat sich einfach nur völlig falsch angefühlt. Nach unzähligen Streits hatte die Authorität gewonnen, von da an quälte ich mich in Hemd und Hose. Und ich habe es gehasst, jede einzelne Sekunde. Bis heute kann ich keine Anzüge tragen.

Die Indoktrination war bereits in vollem Gange. Ein unbefleckter Verstand, der gerade erwacht und 5h pro Woche mit fanatistischer scheiße berieselt wird. Bevor ich wusste, was ich wollte, wusste ich, was Gott von mir will.

Was ich damals schon niemandem erzählte, weil ich Angst hatte, war, dass ich eifersüchtig war. Unvorstellbar eifersüchtig auf die Modepalette, an der sich Frauen bedienen durften. All die schönen Röcke, wundervollen Kleider und eine unendliche Vielfalt an Tops. Aber nicht für mich, ich bin Thomas, ich sollte ein Mann werden. Und Männer durften nicht sein, wie sie wollen, Männer müssen männlich sein. Männer wollen männlich sein. Für die nächsten ~25 Jahre würde ich diese Lüge akzeptieren und versuchen dieser Erwartung zu entsprechen. Jahre voller Sucht, Depression und Dissoziation.

Das Mädchen in mir musste weg. Ich versteckte sie, irgendwo in den Abgründen unseres Herzens, schloss ich sie weg, hinter einer massiven Mauer. Sie musste vor der Welt beschützt werden und ich wusste nicht wie, es war die einzige Möglichkeit. Waren es die Zeugen, Gott oder meine Eltern, die mich dazu gezwungen haben? Ich weiß es nicht, es war ein Brei in meinem Kopf aus Authorität. Alles was ich wusste, war, dass für sie kein Platz ist.

Was übrig blieb, war eine lose Verbindung, ein endloser Strom an Emotionen, die ich nicht mehr verstehen konnte. Damit war ich überfordert und stürzte mich in meine erste große Liebe, die erste große Sucht, die einzige Sucht: Realitätsflucht. Es begann mit Geschichten & Zockerei, in der Pubertät kam die Fresserei, mit 17 die Kifferei. Bis heute sind meine Lieblingsgeschichten diejenigen, in denen Protagonisten der furchtbaren Realität entfliehen, Harry Potter, Matrix, Shutter Island oder mein Lieblingsfilm, Pan’s Labyrinth.

Irgendwie gelang es mir, für die Authorität zu funktionieren, so einigermaßen, meist gerade so, um größerem Ärger zu entgehen. Eine zeitlang versuchte ich ein guter kleiner Zeuge Jehovas zu werden. Das war schließlich das einzig Wichtige. Es war das, was mich vor dem nahenden Weltuntergang schützen sollte. Es war egal, was ich wollte, was zählt ist, was Gott will und Gott will, dass ich ein braves, kleines, identitätsloses Schaf bin, dass bloß keine falschen Fragen stellt. Das war die Wahrheit^TM^ und nichts als die Wahrheit^TM^, mit der ich groß wurde. Alles andere ist irrelevant.

Versprechungen von einem Gefühl der Erfüllung, wenn ich ein guter, kleiner Zeuge wäre, stellten sich als Nullnummern heraus. Ich gab mein bestes, doch es führte nur zu mehr und mehr Schmerz, den ich nicht verstand. Es war mit 11, 12 oder vielleicht 13, die frühe Phase der Pubertät, da wurde mir klar, dass ich da raus muss. Denn ich habe mich durch und durch schrecklich gefühlt. Meine älteren Brüder haben es mir vorgemacht, meine Schwester hat es nicht raus geschafft. Aber hat es das einfacher gemacht?

Ich entschied mich für den Tod. Das war meine Entscheidung, das ist die Wahl vor du stehst, wenn du Zeuge Jehovas bist und raus musst. Denn ich kannte die Wahrheit^TM^ und wer die Wahrheit^TM^ kennt und sich gegen Jehova entscheidet, wird garantiert getötet werden, in Harmageddon, das unmittelbar bevor steht.

Vielleicht morgen, vielleicht übermorgen. Vielleicht nächste Woche, oder maximal ein Monat? Also auf jeden Fall sehr, sehr, sehr, sehr bald. Wir sind schon fast da, fuck, wir warten sehnsüchtigst darauf, dass Jesus kommt und die Bösen^TM^ ausrottet und die Welt uns Guten^TM^ gehört. Was für ein toller, liebervoller Vater Jehova doch ist <3. "The final part of the last days of the final part of the final part before the last day of last days!" - ein Zitat. aus deren noch recht neuem BibelTV vor ein paar Jahren.

Oder es passiert halt nie, weil das alles ein Riesenhaufen gequirlter, inkonsistenter und unlogischer scheiße ist. Aber das wusste ich damals natürlich nicht. Ich wählte den Tod, denn das war mir lieber, als für die Ewigkeit in diesen qualvollen Gefühlen zu verweilen.

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I have so many meme ideas, but they're so obvious and have probably been done a thousand times x). Hopefully still enjoyable to some :3

43
submitted 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) by jamie_veal@feddit.org to c/mtf@lemmy.blahaj.zone

Back when I was a teen I've had a rather weak immune system for quite a while. Once or twice a year I'd have a pretty rough cold and went to the doctor. One of the symptoms I described was a strange feeling inside my throat, like there'd be some foreign object stuck, that doesn't belong. My cold got treated, I got better, but that object, it never went away.

A while later I went to the hospital due to acid reflux issues. It was a rough time, I woke up and felt sick almost everyday. Again I explained that there's this weird feeling in my throat, like there's a knot or something, but the doctors couldn't find anything out of the ordinary and dropped it.

Fast forward another ~15 years. I'm in therapy, mostly group-settings, and there's a therapist whom I've developed a very strong feeling of trust towards. Very unusual. At some point I've mentioned that weird knot in my throat and she tried to help me find out what it might be. Maybe it's a metaphor? A knot that's keeping my feelings away from my conscience? Or even a psychosomatic manifestation of that?

Nope to all of that. IT WAS MY FUCKING WAY TO BIG ADAM'S APPLE ALL ALONG! A constant source of gender dysphoria, "stuck in my throat", since my body told my larynx to grow during puberty.

It's so surreal, there's sooo much stuff that just suddenly is so easy to explain, struggles that I've thought about for years and never got really satisfying explanations for.

Did you have an interesting "It-was-gender-dysphoria-all-along" experience?

PS: Is there a nice term to address everyone in this beautiful space? I'm a little hesitant to use something like "Hey girls!", because I wouldn't want to exclude anyone who doesn't feel that close to the feminine side.

PSS: Is something wrong with this post? Please let me know.

77
submitted 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) by jamie_veal@feddit.org to c/buyfromeu@feddit.org

A while ago, when one of the Proton CEOs made some questionable statements, I terminated my Proton subscription. I liked Proton, having all the services I need in one place was nice and I wasn't sure whether I'd actually leave and had a year already paid left.

I thought about at least leaving my mail there, but 4-5€ / month just for mail isn't worth it in my opinion. And I'm very pissed that mail-forwarding and IMAP are premium features, something I probably should've found out way earlier. They want to lock me in, which is a dealbreaker for me.

So with that in mind, does someone know a fitting alternative? I'd of course still prefer a privacy-focused service and would be fine paying <= 2€.

€: Bonuspoints if there are no "special discounts" (discounts for commiting to a longer subscription are fine, what i mean is special deals for new customers or black friday deals, stuff like that)

€€: Going to give mailbox a shot, thanks everyone!

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submitted 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) by jamie_veal@feddit.org to c/onehundredninetysix@lemmy.blahaj.zone

Caption: Throwback to when I was still an egg, bought my first women's clothes and got greeted by this card.

Below is a card saying "Congrats on becoming a (brandname) girl! Let the adventure begin..."

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Here I am, sitting at home, living my life as usual, more or less. Yet, something changed.

I'm looking at memes and I'm actually laughing. I'm watching the same old shows I always watch on the side, and the same old jokes make laugh. Not just a chuckle here or there as I'm used to, but real, genuine laughter. It's not like this was completely foreign to me before, but very unusual.

I've been struggling with my mental state for most of my life. I still am, and probably will keep doing so. 20 years of unhealthy coping strategies leave their mark. There's been therapy, there's been ideas of what might be wrong, though, never a real diagnosis. Nothing excluded as well - "real" diagnosis just didn't happen.

But now it feels... different. I feel different. For most of my life I've been rather disconnected from my emotions. For the last week I've been closer to myself than ever before - maybe besides some drug-induced states. I'm almost crying typing this, the good kind of crying, the cathartic one.

And all it took was the realisation that I am no man?

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submitted 3 weeks ago by jamie_veal@feddit.org to c/ich_iel@feddit.org
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jamie_veal

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