Eine junge Krankenwagenfahrerin des DRK war auf einem Bahnübergang in Ahaus stehengeblieben. Ein Zug krachte in das Fahrzeug. Die Patientin im Wagen starb. Heute beginnt der Prozess gegen die damals 18-jährige Rettungshelferin und Fahrerin vor dem Amtsgericht Borken.

Die Älteren werden sich erinnern: https://feddit.org/post/19570154

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[–] 4 points 5 hours ago (1 child)

Das DRK in Borken reagiert auf die Frage, warum so junge Menschen einen Rettungswagen fahren dürfen [...]

Ist doch egal! Wer gerade seinen Führerschein erlangt hat sollte sich doch besser an die Regeln erinnern. Da liegt also eher persönliches Versagen vor, kein systemisches Problem.

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  • [–] 4 points 5 hours ago

    Ist doch egal! Wer gerade seinen Führerschein erlangt hat sollte sich doch besser an die Regeln erinnern. Da liegt also eher persönliches Versagen vor, kein systemisches Problem.

    Beides. Denn eigentlich sollte es auffallen, wenn jemand so wenig belastbar ist, dass eine so einfache Situation schon zu einer tödlichen Überforderung führt, bevor diese Person im Einsatz ein Auto fährt.

    Und dass Leute, die, oft aus Unerfahrenheit, schon mit dem Straßenverkehr überfordert sind, Rettungsdienstfahrzeuge fahren, hat leider System, siehe mein anderer Kommentar hier.

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  • [–] 8 points 7 hours ago (9 children)

    Was soll der Beitrag? Es gibt jetzt genau 0 neue Erkenntnisse und man liefert einfach nur Futter damit sich die Leute das Maul zerreißen. Anständige Menschen würden den Prozess und vorallem das Urteil abwarten. Das hier ist nur dummer Boulevard-Clickbait Journalismus.

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  • [–] -3 points 7 hours ago (8 children)

    Da braucht man nicht viel Urteil abzuwarten. Man hält nicht auf einem Bahnübergang an, egal, was passiert.

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  • [–] 5 points 6 hours ago* (1 child)

    Du hast den Kritikpunkt nicht verstanden. Der Unfall ist nicht heute passiert. Man weiß das schon. Es gibt noch nix neues dazu. Warum ist das jetzt überhaupt in den Medien? Und wird hier gepostet? Das Thema Prozessauftakt hat keine deutschlandweite-Relevanz. Die einzig spannende Frage ist warum die Fahrerin diese Enstcheidung getroffen hat und ob man das in Zukunft verhindern kann. Wahrscheinlich spielte irgendwas eine Rolle, dass wir nicht kennen. Und dafür muss man den Prozess abwarten.

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  • [–] -1 points 5 hours ago (5 children)

    Was machst du, wenn du über den Bahnübergang fährst, und sich plötzlich jemand vor dein Auto stellt? Du kannst nicht nach hinten wegen einem anderen Auto, und nicht nach vorne ohne die Person zu überfahren.

    Würdest du echt sofort Vollgas geben? Würde mich überraschen.

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  • [–] 4 points 4 hours ago (1 child)

    StVO §19 (3)

    (3) Kann der Bahnübergang wegen des Straßenverkehrs nicht zügig und ohne Aufenthalt überquert werden, ist vor dem Andreaskreuz zu warten.

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  • [–] 4 points 4 hours ago

    Ja. Wenn absehbar ist, dass einem jemand vor die Karre läuft, oder man sonstwie nicht zügig drüberkommt, fährt man gar nicht erst nicht auf den Bahnübergang. Dass sich jemand "plötzlich" vor ein Auto stellt, das gerade einen Bahnübergang überquert, ist schon hart unrealistisch.

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  • [–] 3 points 4 hours ago (1 child)

    In dem Szenario gibt es zwischen "stehen bleiben" und "Vollgas" noch eine sehr, sehr breite Grauzone... wie wäre es z.B. mit langsam vorwärts fahren und diese Person einfach "wegzuschieben" bzw. dazu zu nötigen den Weg freizumachen.

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  • [–] 2 points 4 hours ago* (last edited 4 hours ago)

    Noch dazu ist es sehr unwahrscheinlich, dass wirklich nirgends nach hinten Platz ist, um rückwärts aus dem Weg zu fahren, denn die meisten Bahnübergänge sind so breit, dass man auch rückwärts neben ein Auto, das sich hinter einem befindet, fahren könnte. Wenn der Verkehr so langsam fließt, dass das nachfolgende Auto so wenig Abstand hat, dass man das nicht kann, ist eh schon gewaltig was schiefgelaufen, wenn man meint, dann noch auf den Bahnübergang fahren zu müssen, denn eine zügige Überquerung sieht anders aus.

    Das ganze Beispiel sieht schon sehr an den Haaren herbeigezogen und unrealistisch aus, da hat jemand offensichtlich wenig Ahnung von Straßenverkehr.

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  • [+] -7 points 9 hours ago (20 children)

    Ich bin wichtig und der Zug soll gefälligst warten, odawas?

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  • [–] 19 points 9 hours ago (4 children)

    Mit der Situation überfordert und ungeeignet für die Aufgabe. Kommt in dem Bereich leider oft vor. Das ist ein strukturelles Problem.

    Organisatorisch ist es so, dass von den 2 Leuten auf einem Rettungswagen, derjenige mit der höheren Ausbildung und mehr Erfahrung beim Patienten bleibt, der Andere fährt. Deshalb fahren dort regelmäßig Leute, die frisch Führerschein und keinerlei Fahr- und Lebenserfahrung haben, unter Stress und extremem Zeitdruck mit Autos, die ein schönes Stück größer und schwerer sind, als ein PKW, in der Gegend rum. (Inzwischen kann man Rettungswagen nicht mehr auf 3,5t-Fahrgestellen bauen, weil die Hersteller keine leichten Fahrgestelle mit ausreichend großer Zuladung mehr hinkriegen. Das sind also in der Regel 5,5-Tonner)

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  • [–] 4 points 8 hours ago (3 children)

    Inzwischen kann man Rettungswagen nicht mehr auf 3,5t-Fahrgestellen bauen, weil die Hersteller keine leichten Fahrgestelle mit ausreichend großer Zuladung mehr hinkriegen. Das sind also in der Regel 5,5-Tonner.

    Das ist der Punkt über den ich mich gewundert habe. Einer meiner Brüder ist Notfallsanitäter, also eine Stufe über einer Rettungshelferin und darf keinen Rettungswagen fahren, da dazu ein spezieller C Klasse Führerschein notwendig ist.

    Ist das auf dem Bild also vermutlich noch so ein 3,5 Tonner?

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  • [–] 5 points 8 hours ago* (last edited 8 hours ago) (2 children)

    Ist das auf dem Bild also vermutlich noch so ein 3,5 Tonner?

    Sieht man tatsächlich auf dem Bild, dass das noch ein 3,5-Tonner ist, denn der hat auf der Hinterachse keine Zwillingsreifen. (Bei Straßenfahrgestellen haben Fahrzeuge über 3,5t Gesamtgewicht in der Regel Zwillingsbereifung auf der Hinterachse)

    Aber es ist auch nicht unüblich, dass die Leute gleich Führerschein Klasse C1 machen und dann damit auf die Menschheit losgelassen werden. Und ein Führerschein alleine ersetzt keine Erfahrung. Gerade, weil die in dem Bereich üblichen Fahrzeuge immer weniger LKW-ähnlich werden, (schwerere Kleintransporter) denn wenn man sich nicht bewusst ist, was man da eigentlich fährt, unterschätzt man gerne das Gewicht und seine Auswirkungen auf das Fahrverhalten.

    Einer meiner Brüder ist Notfallsanitäter, also eine Stufe über einer Rettungshelferin und darf keinen Rettungswagen fahren, da dazu ein spezieller C Klasse Führerschein notwendig ist.

    Übrigens ist Notfallsanitäter gut 2 Stufen über Rettungshelfer. Rettungshelfer ist die niedrigste Qualifikation, die es im Rettungsdienst überhaupt gibt.

    Dass ein fertiger Notfallsanitäter nicht mehr für teuer Geld in die Fahrschule geschickt wird, C1 machen, ist wegen der Regelung, dass der Höchstausgebildete eh nicht fährt, dann eigentlich auch fast wieder logisch.

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  • [–] 1 point 8 hours ago (1 child)

    Übrigens ist Notfallsanitäter gut 2 Stufen über Rettungshelfer.

    Sicher? Ich dachte der Ablauf ist Rettungshelfer -> Notfallsanitäter -> Notfallhelfer?

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  • [–] 5 points 7 hours ago* (last edited 7 hours ago)

    Nein. Notfallsanitäter ist die höchste Qualifikation. Rettungshelfer ist nur wenig mehr, als ein Erste-Hilfe-Kurs. Dann kommt Rettungssanitäter, den macht man in ein paar Wochen, und Notfallsanitäter ist eine 3-jährige Ausbildung. In der Vergangenheit gab es statt Notfallsanitäter den Rettungsassistenten, der ähnlich qualifiziert war.

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  • [–] 14 points 9 hours ago (14 children)

    „Heute transportier ich eine ältere Dame, eigentlich spiel ich nur Taxi. Jetzt klopfen meine Kollegen hinten gehen die Trennwand, dass aus der Taxifahrt ein Einsatz geworden ist; der Zustand der Person ist auf einmal schlechter geworden. Okay, Auto abstellen und ihnen helfen die Dame zu stabilisieren.“

    Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat, wo das Stabilisieren der Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod. Ein paar Jahre mehr Erfahrung und sie hätte sicher etwas mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe gehabt, um das Fahrzeug zuerst an einem sichereren Ort abzustellen.

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  • [–] 3 points 8 hours ago (3 children)

    Wenn man IN der Situation ist, denkt man oft nicht an offensichtliche Dinge. Aufregung, Panik, Stress, fehlende Erfahrung usw.

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  • [–] 4 points 8 hours ago (2 children)

    Und genau das ist der Fehler. Eigentlich ist es kriminell, Leute, die mit einer so einfachen Situation so überfordert sind, überhaupt erst in diese Situation zu bringen. Das hat schon bei der Führerscheinprüfung angefangen, denn wenn man einen Führerschein hat, sollte man eigentlich vorher kapiert haben, dass man, wenn man mitten auf dem Bahnübergang parkt, sehr wahrscheinlich kurze Zeit später tot ist.

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  • [–] -1 points 8 hours ago* (last edited 7 hours ago) (5 children)

    mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe

    Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt "Selbsterhaltungstrieb". Denn wenn man auf dem Bahnübergang stehenbleibt, kann man auch gleich beim nächsten Bestatter anrufen und sich nen schönen Sarg und Grabstein aussuchen, wenn man die Geistesgegenwart hat, sich auf die sehr wahrscheinlich baldige ewige Seelenruhe gebührend vorzubereiten.

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  • [–] 2 points 6 hours ago

    Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt "Selbsterhaltungstrieb".

    Stimmt, das Wort passt sehr gut. Sollte man vielleicht an jedem ebenerdigen Bahnübergang auf ein Schild schreiben, mit einem Fragezeichen dahinter 😉

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  • [–] 1 point 7 hours ago (3 children)

    Hat die Dame sicherlich ich nicht mit Absicht getan.

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  • [–] -3 points 7 hours ago (2 children)

    Absicht oder nicht ist egal. Wer auf die Idee kommt, mit einem Straßenfahrzeug auf einem Bahnübergang stehenzubleiben, sollte nie einen Führerschein bekommen haben.

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  • [–] 3 points 7 hours ago (1 child)

    Du solltest irgendwann lernen, das Menschen Fehler machen. Und das Akzeptieren. Es ist nicht möglich eine Welt ohne Fehler zu schaffen und der einzige Weg den Schaden zu begrenzen ist Systeme sicherer und besser zu machen.

    Hast du in deinem Leben noch nie eine Situation erlebt die deine Leistungsfähigkeit mindert? Oder in der es erwartbar ist, dass du elementares gefährlich falsch machst, da nicht alles gleichzeitig zu schaffen ist?

    Ein Klassenkamerad von mir hat eingegriffen als sein Kumpel niedergestochen worden ist und ihm erging es ebenso. Der Täter wurde dann von einem Polizisten in Zivil auf der Flucht angehalten. Beide haben glücklicherweise überlebt. Was hättest du getan? Es gibt nunmal Situationen in denen man unter Druck handeln muss. Die Stakes sind oft leider Leben.

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  • [–] -1 points 6 hours ago

    Um solche tödlichen Fehler zu vermeiden, gibt es so Dinge wie z.B. die Führerscheinpflicht für Kraftfahrzeuge. Und dass man nicht auf einem Bahnübergang stehenbleibt, egal, warum, weil man sonst sehr wahrscheinlich tot ist und dabei auch noch einem Lokführer das Leben versaut, lernt man, wenn man Führerschein macht.

    In einem Beruf, der etwas stressiger ist, als ein chilliger Bürojob, sollte man auch die Leute, die das machen, vielleicht etwas sorgfältiger auswählen. Denn dass es Patienten unerwartet schlechter geht und man dann vor einer Situation steht, wo es um Leben und Tod geht, ist im Rettungsdienst Routine. Unter Druck handeln ist da Normalität. Davon sollte niemand in einer so verantwortungsvollen Position, wie der des Fahrers, so überfordert sein.

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  • [–] -4 points 8 hours ago (3 children)

    Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod.

    Hm, ja. Und wenn da ein Zug angerauscht kommt, geht es um...? 🙃

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  • [–] 11 points 8 hours ago (1 child)

    Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat.

    Zwuzel, ich komme nicht darum zu bemerken, dass du häufig eine konträren Standpunkt zu Dingen einnimmst, die die Leute so nicht formulieren.

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  • [–] 5 points 8 hours ago

    Tja, Prioritäten.

    Die kommen halt mal durcheinander, wenn man nicht die nötige Stressresistenz für eine solche Aufgabe hat. Dass man die Stressresistenz vielleicht gar nicht erst entwickeln konnte, weil man ohne viel Erfahrung einfach so ins kalte Wasser geschmissen wurde, steht in einem anderen Buch.

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