Eine junge Krankenwagenfahrerin des DRK war auf einem Bahnübergang in Ahaus stehengeblieben. Ein Zug krachte in das Fahrzeug. Die Patientin im Wagen starb. Heute beginnt der Prozess gegen die damals 18-jährige Rettungshelferin und Fahrerin vor dem Amtsgericht Borken.

Die Älteren werden sich erinnern: https://feddit.org/post/19570154

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[–] 14 points 11 hours ago (14 children)

„Heute transportier ich eine ältere Dame, eigentlich spiel ich nur Taxi. Jetzt klopfen meine Kollegen hinten gehen die Trennwand, dass aus der Taxifahrt ein Einsatz geworden ist; der Zustand der Person ist auf einmal schlechter geworden. Okay, Auto abstellen und ihnen helfen die Dame zu stabilisieren.“

Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat, wo das Stabilisieren der Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod. Ein paar Jahre mehr Erfahrung und sie hätte sicher etwas mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe gehabt, um das Fahrzeug zuerst an einem sichereren Ort abzustellen.

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  • [–] 3 points 10 hours ago (3 children)

    Wenn man IN der Situation ist, denkt man oft nicht an offensichtliche Dinge. Aufregung, Panik, Stress, fehlende Erfahrung usw.

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  • [–] 4 points 10 hours ago (2 children)

    Und genau das ist der Fehler. Eigentlich ist es kriminell, Leute, die mit einer so einfachen Situation so überfordert sind, überhaupt erst in diese Situation zu bringen. Das hat schon bei der Führerscheinprüfung angefangen, denn wenn man einen Führerschein hat, sollte man eigentlich vorher kapiert haben, dass man, wenn man mitten auf dem Bahnübergang parkt, sehr wahrscheinlich kurze Zeit später tot ist.

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  • [–] -1 points 10 hours ago* (last edited 9 hours ago) (5 children)

    mehr Geistesgegenwart und Seelenruhe

    Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt "Selbsterhaltungstrieb". Denn wenn man auf dem Bahnübergang stehenbleibt, kann man auch gleich beim nächsten Bestatter anrufen und sich nen schönen Sarg und Grabstein aussuchen, wenn man die Geistesgegenwart hat, sich auf die sehr wahrscheinlich baldige ewige Seelenruhe gebührend vorzubereiten.

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  • [–] 2 points 8 hours ago

    Der Begriff, nach dem Du suchst, heißt "Selbsterhaltungstrieb".

    Stimmt, das Wort passt sehr gut. Sollte man vielleicht an jedem ebenerdigen Bahnübergang auf ein Schild schreiben, mit einem Fragezeichen dahinter 😉

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  • [–] 1 point 9 hours ago (3 children)

    Hat die Dame sicherlich ich nicht mit Absicht getan.

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  • [–] -3 points 9 hours ago (2 children)

    Absicht oder nicht ist egal. Wer auf die Idee kommt, mit einem Straßenfahrzeug auf einem Bahnübergang stehenzubleiben, sollte nie einen Führerschein bekommen haben.

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  • [–] 3 points 9 hours ago (1 child)

    Du solltest irgendwann lernen, das Menschen Fehler machen. Und das Akzeptieren. Es ist nicht möglich eine Welt ohne Fehler zu schaffen und der einzige Weg den Schaden zu begrenzen ist Systeme sicherer und besser zu machen.

    Hast du in deinem Leben noch nie eine Situation erlebt die deine Leistungsfähigkeit mindert? Oder in der es erwartbar ist, dass du elementares gefährlich falsch machst, da nicht alles gleichzeitig zu schaffen ist?

    Ein Klassenkamerad von mir hat eingegriffen als sein Kumpel niedergestochen worden ist und ihm erging es ebenso. Der Täter wurde dann von einem Polizisten in Zivil auf der Flucht angehalten. Beide haben glücklicherweise überlebt. Was hättest du getan? Es gibt nunmal Situationen in denen man unter Druck handeln muss. Die Stakes sind oft leider Leben.

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  • [–] -1 points 8 hours ago

    Um solche tödlichen Fehler zu vermeiden, gibt es so Dinge wie z.B. die Führerscheinpflicht für Kraftfahrzeuge. Und dass man nicht auf einem Bahnübergang stehenbleibt, egal, warum, weil man sonst sehr wahrscheinlich tot ist und dabei auch noch einem Lokführer das Leben versaut, lernt man, wenn man Führerschein macht.

    In einem Beruf, der etwas stressiger ist, als ein chilliger Bürojob, sollte man auch die Leute, die das machen, vielleicht etwas sorgfältiger auswählen. Denn dass es Patienten unerwartet schlechter geht und man dann vor einer Situation steht, wo es um Leben und Tod geht, ist im Rettungsdienst Routine. Unter Druck handeln ist da Normalität. Davon sollte niemand in einer so verantwortungsvollen Position, wie der des Fahrers, so überfordert sein.

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  • [–] -4 points 11 hours ago (3 children)

    Patientin das Einzige war, woran sie gedacht hat – immerhin ging es da akut um Leben und Tod.

    Hm, ja. Und wenn da ein Zug angerauscht kommt, geht es um...? 🙃

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  • [–] 11 points 10 hours ago (1 child)

    Ich kann mir vorstellen, dass die junge Rettungsfahrerin in dem Moment einen Tunnelblick bekommen hat.

    Zwuzel, ich komme nicht darum zu bemerken, dass du häufig eine konträren Standpunkt zu Dingen einnimmst, die die Leute so nicht formulieren.

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  • [–] 5 points 10 hours ago

    Tja, Prioritäten.

    Die kommen halt mal durcheinander, wenn man nicht die nötige Stressresistenz für eine solche Aufgabe hat. Dass man die Stressresistenz vielleicht gar nicht erst entwickeln konnte, weil man ohne viel Erfahrung einfach so ins kalte Wasser geschmissen wurde, steht in einem anderen Buch.

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