Ich bin einerseits in der glücklichen Situation, dass ich etwas Kleingeld über habe, andererseits aber einen Haufen Problemchen, mit denen ich alleine nicht weiter komme. Da Schwarzrot ja bekanntlich nicht möchte, dass Menschen (ihgitt) geholfen wird, und es dementsprechend Wartelisten wie dareinst beim Trabbikauf gibt, hab ich als leider nicht selbst- oder fremdgefährdender Mensch wenig Chancen auf die paar freien Plätze.

Wenn ich jetzt also selbst zahlend zu einem Psychotherapeuten gehe, was sind die Folgen für mich, und für die Gesellschaft? Nehme ich wem, der es wirklich braucht, den Platz weg? Oder arbeitet dann einfach nur eine/r eine Stunde länger die Woche, weil die Kassenstunden gedeckelt sind? Wenn ich in keiner Kassenakte stehe, sieht das auch keine potentielle Berufsunfähigkeits-Versicherung o.ä., oder?

Obligatorisch: es ist ein Schweinesystem, aber ich kauf mir halt lieber etwas Seelenfrieden als Kokain und Professionelle. Das klingt herzlos, aber irgendeine Motivation, arbeiten zu gehen, brauch ich auch.

all 18 comments

sorted by: hot top controversial new old
[–] 4 points 14 hours ago

Vielleicht kannst du’s als Weiterbildung benamsen und dann in den Steuerausgleich geben. Dann taucht es nicht in der Krankenakte auf. Sprich da am besten mit der Therapeutin wie was wo geht aus ihrer Sicht.

  • source
  • [–] 3 points 13 hours ago

    Ist erstmal die Frage, ob der Psychologe, zu dem du gehst, überhaupt eine Kassenzulassung hat. Bei vielen ist das gar nicht der Fall (weil die aus völlig dummen Gründen limitiert sind). In diesem Fall passiert nichts außer, dass du Geld bezahlen musst.

  • source
  • [–] 14 points 20 hours ago*

    Wir haben keinen Mangel an Therapeuten, sondern an Kassenplätzen. Sehr viele der Therapeuten, die gerade nur Privatzahler therapieren, würden sich ganz vorne anstellen, wenn die Anzahl der Kassenplätze in größerem Maß ausgeweitet würde. Viele Ärzte finanzieren die Kassenpatienten die sie haben auch mit Privatpatienten quer, aber KP wie das speziell bei Psychotherapeuten funktioniert.

  • source
  • [–] 3 points 15 hours ago (1 child)

    Eine entfernte Bekannte wurde von ihrer Therapeutin seit drei Jahren nach Strich und Faden ausgenommen - es gab keine Veränderungen, keine Therapieziele, keine Überweisungen an andere Therapeuten, keine Vorschläge für Klinikaufenthalte, nichts, in all den drei Jahren nichts. Es gab nur Rechnungen, Monat um Monat um Monat.

    Wie praktisch, dass die Bekannte fett geerbt hatte, so waren die Rechnungen kein Problem.

    Ja, die Geschichte war so fischig, wie sie klingt. Bitte nicht auch so machen.

  • source
  • hideshow 2 child comments
  • [–] [S] 2 points 13 hours ago (1 child)

    Au, das klingt übel. Ich hoffe, ich würde so was mitkriegen. Da du in der Vergangenheitsform schreibst, hoffe ich mal, sie ist da raus gekommen.

  • source
  • parent
  • hideshow 2 child comments
  • [–] 1 point 7 hours ago

    Darüber weiß ich nichts, da der Kontakt zeitlich begrenzt war. Sie wurde auf jeden Fall von mehreren Menschen in ihrem Umfeld darauf hingewiesen, dass Therapie so nicht funktioniert.

    Wünschen wir ihr das Beste.

  • source
  • parent
  • [–] 4 points 20 hours ago (1 child)

    Wenn du selbst bezahlst, nimmst du niemandem was weg.

  • source
  • hideshow 2 child comments
  • [–] 2 points 18 hours ago* (1 child)

    Hast du denn überhaupt schon mal mit einer Ärztin oder einer psychotherapeutischen Einrichtung gesprochen? Red dir nicht ein, dass es nichts wird, bevor du es probiert hast. Deine Psyche ist genauso wichtig wie die aller anderen, für die Verfügbarkeiten kannst du nichts und es nicht deine Aufgabe darüber nachzudenken.

    Suche nicht ständig Gründe, warum du es jetzt nicht angehen solltest.

    Meine Empfehlung: falls du eine Hausärztin hast der du vertraust, sprich mit ihr. Ansonsten brauchen Psychotherapeuten auch nicht unbedingt eine Überweisung um das bei der Kasse abzurechnen. Fang an, Schritt für Schritt, und man wird dir schon mitteilen was geht und was nicht

  • source
  • hideshow 2 child comments
  • [–] [S] 1 point 18 hours ago* (2 children)

    Naja, ich würd ja gerne.

    Ich seh aber auch ein, dass meine Probleme auf einem anderen Level sind als die von jemandem, der schwer depressiv oder schizophren ist. Wäre doof, dem seinen Platz wegzunehmen. Dass man da priorisiert ist ja auch grundsätzlich gut. Das ganze System ist halt beschissen.

    Aus verschiedenen Gründen wäre ich auch nicht so begeistert, wenn das in diversen Patientenakten landet. Und auf Kassenbürokratie und Widersprüche hab ich gerade keine Lust.

    Da ich in der glücklichen Lage bin, ganz gut zu verdienen, wäre es mir es wert, da mit Geld nach dem Problem zu werfen. Es ist schon unsozial genug, dass ich mich da vordrängel, da will ich nicht noch jemand anderen (potentiell buchstäblich) unter den Bus werfen wegen irgendwelcher GKV-Abrechnungs-Vorschriften.

  • source
  • parent
  • hideshow 4 child comments
  • [–] 2 points 13 hours ago

    Zusätzliche Perspektive:

    Ich seh aber auch ein, dass meine Probleme auf einem anderen Level sind als die von jemandem, der schwer depressiv oder schizophren ist. Wäre doof, dem seinen Platz wegzunehmen.

    Wär aber auch doof, wenn du jetzt nichts machst und die Probleme sich verfestigen und du dann noch länger einen Platz belegst (und es dir in der Zwischenzeit auch noch unnötig schlecht geht). Was ich am meisten bereue im Leben, ist nicht früher eine Therapie begonnen zu haben.

  • source
  • parent
  • [–] 3 points 17 hours ago (1 child)

    Du drängelst dich nicht vor, bist nicht unsozial und wirfst niemanden unter nen Bus wenn du mit einer Ärztin sprichst und den ganz normalen Weg gehst. Du bist ja nicht Gesundheitsminister oder Kanzler, du machst die aktuellen Regeln nicht. Und du bist nicht unwichtiger als jeder andere der das macht. Prioritätseinordnung ist als Patient auch ganz sicher nicht dein Bier. Vor allem bei psychischen Problemen, gibt auch gute Gründe warum Psychologen sich nicht selbst behandeln und an sich selbst keine rechtswirksame Diagnose stellen dürfen. Du kannst dich nicht so beurteilen, wie es jamend anderes kann, der das auch noch studiert hat. Wie "schwer depressiv" genau man selbst ist liegt außerhalb des eigenen Urteilsvermögens. Vor der eigentlichen Therapie gibt es ja auch Erstgespräch und Anamnesegespräche, da eruieren die halt was angebracht wäre und was geht.

    Uns fallen bestimmt auch noch 3859 andere Gründe ein warum du es weiter vor dir her schieben kannst/"solltest". Aber du hast selbst an eine Psychotherapie gedacht und nicht an ein Kaffeekränzchen um nur mal ein bisschen zu quatschen. Deine Überlegungen kommen doch nicht von irgendwo, und ich schätze mal auch nicht einfach so als fixe Idee über Nacht, vertraue dir da.

    Ob die Kasse das weiß sollte dir auch egal sein, du hast andere Probleme als irgendeine Firma. Scham ist an der Stelle einfach falsch.

    Du darfst das, und du solltest das tun.

    Warum ich so emotional reagiere? Du bist ich vor ein paar Monaten.

  • source
  • parent
  • hideshow 2 child comments
  • [–] [S] 2 points 17 hours ago (1 child)

    Tut mir leid, wenn ich dir da widerspreche, ich merke, das Thema bedeutet dir was und du möchtest helfen. Erstmal vielen dank dafür!

    Aber wenn ich sage "hey, hier sind ein paar hundert, jetzt gib mir Termine in diesem Monat und zwar ohne dass ich 10 Praxen anrufen muss" dann ist das schon meine Definition von vordrängen. Was ich auch völlig ohne Scham vorhab, weil ins Grab nehmen werd ich es nicht, und für die Rente sparen? Lol, lmao. Aber ich würde gerne vermeiden, dadurch jemand mit wirklich krassen Problemen raus zu werfen.

    Kern meiner Frage ist also: gibt es irgendeine blöde Vorschrift, die sagt, wenn der Therapeut 3 Selbstzahler mehr nimmt, muss er dafür 3 GKV-ler weniger nehmen? Oder läuft das wie bei Ärzten, und du kriegst X GKV-ler bezahlt, und wie viele Private du abrechnest, ist dein Bier?

  • source
  • parent
  • hideshow 2 child comments
  • [–] 2 points 17 hours ago

    Keine Ahnung. Ich hatte eine Überweisung von meiner Hausärztin. Hab dann mehrere Psychotherapeuten angemalt. Einen Termin hab ich aber erst über Doctolib gefunden, das scheinen wirklich viele zu nutzen. Als ich dann da war wollten die noch nicht mal die Überweisung.

    Was ich aber bei dir sehe ist, dass du dir Eventualitäten herbeiredest / ausdenkst, von denen du konkret gar keine Ahnung haben kannst, bevor du es für dich probierst. Du weißt doch gar nicht wie hoch die Nachfrage/Verfügbarkeit in deiner Umgebung wirklich ist. Du weißt nicht, ob andere durch dein nichts tun schneller/besser behandelt werden würden. Kläre das doch besser konkret mit Einrichtungen/Praxen in deiner Nähe ab als online ins leere zu fragen. Die wissen selbst am besten was sie (auch zeitlich) können und was nicht. Und die wissen auch, wen sie priorisieren müssen. Das sind Dinge, die du einfach nicht wissen kannst und auch niemand im Internet.

  • source
  • parent
  • [–] 0 points 20 hours ago (2 children)

    nachfrage erzeugt angebot. wenn du bereit bist dafür zu zahlen dann sind das wahrsl auch andere, was bedeutet es wird hoffentlich (!) langfristig mehr plätze geben.

  • source
  • hideshow 4 child comments
  • [–] [S] 4 points 20 hours ago

    Aber die Kassensitze und die Privatpraxen sind doch völlig andere Systeme. Kassensitze werden vergeben (von den GKV), Privatpraxis darf jede/r mit Approbation aufmachen, wie er/sie möchte. Mehr Privatpraxen helfen den GKV-"Kunden" auch nicht.

  • source
  • parent