Ich bin einerseits in der glücklichen Situation, dass ich etwas Kleingeld über habe, andererseits aber einen Haufen Problemchen, mit denen ich alleine nicht weiter komme. Da Schwarzrot ja bekanntlich nicht möchte, dass Menschen (ihgitt) geholfen wird, und es dementsprechend Wartelisten wie dareinst beim Trabbikauf gibt, hab ich als leider nicht selbst- oder fremdgefährdender Mensch wenig Chancen auf die paar freien Plätze.

Wenn ich jetzt also selbst zahlend zu einem Psychotherapeuten gehe, was sind die Folgen für mich, und für die Gesellschaft? Nehme ich wem, der es wirklich braucht, den Platz weg? Oder arbeitet dann einfach nur eine/r eine Stunde länger die Woche, weil die Kassenstunden gedeckelt sind? Wenn ich in keiner Kassenakte stehe, sieht das auch keine potentielle Berufsunfähigkeits-Versicherung o.ä., oder?

Obligatorisch: es ist ein Schweinesystem, aber ich kauf mir halt lieber etwas Seelenfrieden als Kokain und Professionelle. Das klingt herzlos, aber irgendeine Motivation, arbeiten zu gehen, brauch ich auch.

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[–] 2 points 1 day ago* (1 child)

Hast du denn überhaupt schon mal mit einer Ärztin oder einer psychotherapeutischen Einrichtung gesprochen? Red dir nicht ein, dass es nichts wird, bevor du es probiert hast. Deine Psyche ist genauso wichtig wie die aller anderen, für die Verfügbarkeiten kannst du nichts und es nicht deine Aufgabe darüber nachzudenken.

Suche nicht ständig Gründe, warum du es jetzt nicht angehen solltest.

Meine Empfehlung: falls du eine Hausärztin hast der du vertraust, sprich mit ihr. Ansonsten brauchen Psychotherapeuten auch nicht unbedingt eine Überweisung um das bei der Kasse abzurechnen. Fang an, Schritt für Schritt, und man wird dir schon mitteilen was geht und was nicht

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  • [–] [S] 1 point 1 day ago* (2 children)

    Naja, ich würd ja gerne.

    Ich seh aber auch ein, dass meine Probleme auf einem anderen Level sind als die von jemandem, der schwer depressiv oder schizophren ist. Wäre doof, dem seinen Platz wegzunehmen. Dass man da priorisiert ist ja auch grundsätzlich gut. Das ganze System ist halt beschissen.

    Aus verschiedenen Gründen wäre ich auch nicht so begeistert, wenn das in diversen Patientenakten landet. Und auf Kassenbürokratie und Widersprüche hab ich gerade keine Lust.

    Da ich in der glücklichen Lage bin, ganz gut zu verdienen, wäre es mir es wert, da mit Geld nach dem Problem zu werfen. Es ist schon unsozial genug, dass ich mich da vordrängel, da will ich nicht noch jemand anderen (potentiell buchstäblich) unter den Bus werfen wegen irgendwelcher GKV-Abrechnungs-Vorschriften.

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  • [–] 2 points 21 hours ago

    Zusätzliche Perspektive:

    Ich seh aber auch ein, dass meine Probleme auf einem anderen Level sind als die von jemandem, der schwer depressiv oder schizophren ist. Wäre doof, dem seinen Platz wegzunehmen.

    Wär aber auch doof, wenn du jetzt nichts machst und die Probleme sich verfestigen und du dann noch länger einen Platz belegst (und es dir in der Zwischenzeit auch noch unnötig schlecht geht). Was ich am meisten bereue im Leben, ist nicht früher eine Therapie begonnen zu haben.

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  • [–] 3 points 1 day ago (1 child)

    Du drängelst dich nicht vor, bist nicht unsozial und wirfst niemanden unter nen Bus wenn du mit einer Ärztin sprichst und den ganz normalen Weg gehst. Du bist ja nicht Gesundheitsminister oder Kanzler, du machst die aktuellen Regeln nicht. Und du bist nicht unwichtiger als jeder andere der das macht. Prioritätseinordnung ist als Patient auch ganz sicher nicht dein Bier. Vor allem bei psychischen Problemen, gibt auch gute Gründe warum Psychologen sich nicht selbst behandeln und an sich selbst keine rechtswirksame Diagnose stellen dürfen. Du kannst dich nicht so beurteilen, wie es jamend anderes kann, der das auch noch studiert hat. Wie "schwer depressiv" genau man selbst ist liegt außerhalb des eigenen Urteilsvermögens. Vor der eigentlichen Therapie gibt es ja auch Erstgespräch und Anamnesegespräche, da eruieren die halt was angebracht wäre und was geht.

    Uns fallen bestimmt auch noch 3859 andere Gründe ein warum du es weiter vor dir her schieben kannst/"solltest". Aber du hast selbst an eine Psychotherapie gedacht und nicht an ein Kaffeekränzchen um nur mal ein bisschen zu quatschen. Deine Überlegungen kommen doch nicht von irgendwo, und ich schätze mal auch nicht einfach so als fixe Idee über Nacht, vertraue dir da.

    Ob die Kasse das weiß sollte dir auch egal sein, du hast andere Probleme als irgendeine Firma. Scham ist an der Stelle einfach falsch.

    Du darfst das, und du solltest das tun.

    Warum ich so emotional reagiere? Du bist ich vor ein paar Monaten.

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  • [–] [S] 2 points 1 day ago (1 child)

    Tut mir leid, wenn ich dir da widerspreche, ich merke, das Thema bedeutet dir was und du möchtest helfen. Erstmal vielen dank dafür!

    Aber wenn ich sage "hey, hier sind ein paar hundert, jetzt gib mir Termine in diesem Monat und zwar ohne dass ich 10 Praxen anrufen muss" dann ist das schon meine Definition von vordrängen. Was ich auch völlig ohne Scham vorhab, weil ins Grab nehmen werd ich es nicht, und für die Rente sparen? Lol, lmao. Aber ich würde gerne vermeiden, dadurch jemand mit wirklich krassen Problemen raus zu werfen.

    Kern meiner Frage ist also: gibt es irgendeine blöde Vorschrift, die sagt, wenn der Therapeut 3 Selbstzahler mehr nimmt, muss er dafür 3 GKV-ler weniger nehmen? Oder läuft das wie bei Ärzten, und du kriegst X GKV-ler bezahlt, und wie viele Private du abrechnest, ist dein Bier?

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  • [–] 2 points 1 day ago

    Keine Ahnung. Ich hatte eine Überweisung von meiner Hausärztin. Hab dann mehrere Psychotherapeuten angemalt. Einen Termin hab ich aber erst über Doctolib gefunden, das scheinen wirklich viele zu nutzen. Als ich dann da war wollten die noch nicht mal die Überweisung.

    Was ich aber bei dir sehe ist, dass du dir Eventualitäten herbeiredest / ausdenkst, von denen du konkret gar keine Ahnung haben kannst, bevor du es für dich probierst. Du weißt doch gar nicht wie hoch die Nachfrage/Verfügbarkeit in deiner Umgebung wirklich ist. Du weißt nicht, ob andere durch dein nichts tun schneller/besser behandelt werden würden. Kläre das doch besser konkret mit Einrichtungen/Praxen in deiner Nähe ab als online ins leere zu fragen. Die wissen selbst am besten was sie (auch zeitlich) können und was nicht. Und die wissen auch, wen sie priorisieren müssen. Das sind Dinge, die du einfach nicht wissen kannst und auch niemand im Internet.

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