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Die verstörende Reaktion auf den Terror-Anschlag. Mit Ahmad Mansour
(ronzheimer.podigee.io)
KI-Zusammenfassung des Gesprächs mit dem Islamismus-/Deradikalisierungsexperten Ahmad Mansour, nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD:
- Der konkrete Fall (Attentäter Abdul Balut)
- War als “Gefährder” eingestuft, wollte sich dem IS anschließen, wurde nach Deutschland zurückgeholt
- Bekam nur eine Bewährungsstrafe, konnte sich frei bewegen, ein Auto mieten und den Anschlag durchführen
- Mansour: Er hätte nach Rückkehr 5–7 Jahre Haft bekommen müssen; Deradikalisierungsarbeit funktioniere nur begleitend zur Haft, nicht als Ersatzstrafe
- Mansours eigene Radikalisierungsgeschichte
- Arm aufgewachsen, gemobbt in einer arabischen Ortschaft in Israel, mit 13 vom örtlichen Imam angesprochen
- Fand in der Koranschule Zugehörigkeit, Anerkennung, ein Elitegefühl – fünf Jahre lang radikalisiert, feierte irgendwann Anschläge
- Daraus leitet er ein allgemeines Muster ab: persönliche Krise + Suche nach Identität/Zugehörigkeit → Islamisten als “bessere Sozialarbeiter” bieten das
- Akteure der Radikalisierung
- Staatliche/organisierte Akteure: IS, Hamas, Hezbollah, iranisches Regime
- Salafistische Gruppen wie Hizb ut-Tahrir, “Generation Islam” – aktiv v.a. in sozialen Medien
- Seit dem 7. Oktober 2023 verstärkter Zulauf durch Nahost-Konflikt-Emotionen
- Homofeindlichkeit in der arabischen/muslimischen Welt
- Laut Mansour in den meisten arabischen Ländern Homosexualität stark tabuisiert/bestraft
- Berichtet von Feiern des Anschlags in arabischsprachigen Foren/Sendern
- Zusätzlicher Faktor: Deutschland wird wegen Israel-Solidarität als “Mittäter” gesehen
- Kritik an muslimischen Verbänden
- Bloße Verurteilungserklärungen reichen ihm nicht
- Fordert Aufklärung über Homosexualität/sexuelle Selbstbestimmung in Moscheen
- Verbände seien oft aus dem Ausland gesteuert und nicht repräsentativ für die Mehrheit der Muslime
- Kritik an der Politik
- Wirft Politikern (v.a. SPD/Grüne) vor, kritische Stimmen wie ihn selbst lange als “Krawallmacher” abgestempelt zu haben
- Politische Reaktionen (z.B. Söders Vorschlag zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft) hält er im konkreten Fall für rechtlich nicht umsetzbar (Grundgesetz verbietet Staatenlosigkeit) und generell für Symbolpolitik
- Fordert stattdessen: härtere Strafverfolgung, Vereinsverbote, verpflichtende Integrationsvereinbarungen, bessere Ressourcen für Sicherheitsbehörden
- Umfang des Problems in Deutschland
- Verfassungsschutz: ca. 28.000 Islamisten, über 900 (bzw. laut anderen Zahlen ~1000) “Gefährder” allein in Berlin
- Verweist auf eigene Studien: über ein Drittel befragter muslimischer Schüler stelle Scharia über Grundgesetz
- Beklagt, dass diese Debatte aus Angst vor Rassismusvorwürfen kaum geführt werde
- Reaktionen auf den Anschlag
- Merz’ Aussage (Diskriminierung/Mobbing als Teil derselben “Gewalt”-Kette wie der Anschlag) verteidigt er im Kern, betont aber, das seien unterschiedliche Gewaltqualitäten
- Kritisiert scharf die Aussage des Berliner Queerbeauftragten Pantisano, der Islamisten unter “konservative Kräfte” fasste – das verwische die Unterscheidung zwischen Konservatismus und Islamismus
- Plädiert generell gegen “Blasendenken”, das Gefahren nur auf einer politischen Seite verortet
- Ausblick
- Mansour glaubt nicht, dass sich solche Anschläge komplett verhindern lassen, aber das Risiko lasse sich deutlich senken
- Fordert eine ehrlichere gesellschaftliche Debatte über Migration/Integration statt Floskeln