Schon faszinierend, dass der komplette Artikel damit auskommt, nicht zu erwähnen, dass die Produkte absichtlich suchterregend entwickelt werden. Da sitzen zehntausende oder hunderttausende sehr kluge, gut ausgebildete Entwickler, Psychologen & Co bei den großen Techfirmen und bauen mit sehr vielen A/B-Tests Apps, die besonders viel "Engagement" haben sollen, eine besonders hohe "Verweildauer" oder die "sticky" sein sollen. Dann haben wir nachgewiesen suchterzeugende Produkte und jetzt gibt es eine Studie, die dann die Ursachen in den Menschen selbst und in ihrer Selbstkontrolle sucht. Hach.
Ich find's am schlimmstens wenn diese Mechanismen auf Apps angewendet werden die Scheinangestellte gewisser Firmen brauchen um Geld zu verdienen.
Das ist eben nicht nachgewiesen suchterzeugend. Jedes Produkt wird so gestaltet, dass es sich möglichst gut verkauft. Trotzdem sind die Regale nicht voll mit Suchtmitteln.
... Zucker ist nur als Gag in fast jedem verarbeiteten Lebensmittel drin
Weißt du nicht was Sucht ist? Da geht's nicht darum, dass man etwas lieber mag als anderes.
Korrekt und Zucker hat das Potenzial süchtig zu machen für manche. Hier ein Text dazu
Bisher gibt es keine Studie, die eine Zuckersucht nachweisen konnte. Auch dass Süßes eine Sucht auslösen kann, gilt nicht als bewiesen.
Hmm?
Ja, der Text fasst die noch nicht endgültig geklärte Lage gut zusammen, daher habe ich ihn auch verlinkt.
Erstens ein emotionaler Aspekt - Internet beruhigt viele. Die Probanden leiden unter Stress und psychischer Belastung. Sie wollen sich besser fühlen und haben gelernt, dass beispielsweise Computerspiele oder Online-Shopping ihren Stress erstmal abbaut. Alleine der Anblick einer App könne dann schon ein starkes Verlangen auslösen.
Zweitens: Die Automatisierung. Wir merken oft gar nicht mehr, wenn wir das Handy aus der Tasche holen. Auch Gewohnheit spielt eine große Rolle. Viele kommen stundenlang nicht mehr vom Netz los
Der dritte Mechanismus ist der Kontrollverlust. Betroffene können schon bei der Entscheidung, "Spiele ich, oder spiele ich nicht?", nicht mehr stoppen. Ploppt der Gedanke an eine bestimmte Internetanwendung auf, wird unkontrolliert konsumiert. Egal ob Social Media, Online-Shopping oder Pornografie. Hängen Süchtige einmal in der App, kommen sie oft stundenlang nicht mehr los. "Auf Tik Tok werden einem automatisch immer neue Videos zu einem Thema, das mich interessiert angezeigt. Auf einmal sind ein paar Stunden rum", erzählt eine 22-Jährige. Und dann immer wieder diese Werbeanzeigen zum Online-Shopping.
... Es gab vorher schon theoretische Modelle zu diesem Thema, die bisher aber nicht empirisch bewiesen waren.
Man beachte auch, dass es keine Erwähnung von süchtig-machenden Tricks gibt.
Warum verlieren viele die Kontrolle über ihre Online-Nutzung?
Das Warum wird leider nicht beantwortet. Warum die Beruhigung, warum der Kontrollverlust?
Es wird die gleiche Antwort wie bei anderen Drogen sein, die Lebensumstände erzeugen zu viel Stress. Die Suche nach akzeptablen Umständen und damit der wissenschaftlichen Fundierung der Menschenwürde wird die Studie nicht durchführen, da daran unsere Gesellschaftsform zerbrechen würde.
Netzkultur / Netzpolitik
Alles rund um das Internet. Gerne auch die politische Seite zum Thema
Als Nachfolger für !netzpolitik@feddit.de
Wir sehen uns als einen selbstbestimmten Raum, außerhalb der Kontrolle kommerzieller Tech-Unternehmen.
Posts oder Antworten, die einen Archive[.]today (oder eines der Derivate) beinhaltet, werden kommentarlos gelöscht
Netiquette wird vorausgesetzt. Gepflegt wird ein respektvoller Umgang - ohne Hass, Hetze, Diskriminierung.
Die Regeln von feddit.org gelten.
Das Bild im Banner und Icon: Public Domain generated with Midjourney gefunden auf netzpolitik.org