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[-] squaresinger@lemmy.world 37 points 1 month ago

Interessant, wie sehr ein Artikel ein Problem so genau benennen, und gleichzeitig die Ursache komplett ignorieren kann.

Vor 1-2 Generationen war es normal, dass eine Familie 40h Erwerbstätigkeit pro Woche liefert. Jetzt sind es 60-80h.

Gleichberechtigung hätte zu 2x20h pro Woche führen sollen, nicht zu 2x40h für's gleiche Geld.

Und jetzt wundert man sich ganz groß, dass 40h/Woche fehlen und beide Elternteile am Zahnfleisch gehen.

Ich finde es in dem Artikel auch bezeichnend, dass sowas wie Teilzeit gar nicht angedacht wird. Generell wird da an keiner Stelle überhaupt angedacht das eigentliche Problem (zu hohe Arbeitslast durch Erwerbsarbeit und Familie) anzugehen.

Alles, was der Artikel sagt ist "Es ist ok müde zu sein." Danke. Was ändert das? "Geh zum Coaching oder zur Therapie." Weil das Problem nicht die hohe Arbeitslast ist, sondern dass du schlecht damit klar kommst. "Rede mit anderen." Nett, aber auch das ändert nichts am Problem.

Teilzeit sollte bei arbeitenden Eltern die Norm sein, nicht die Ausnahme.

[-] Witziger_Waschbaer@feddit.org 11 points 1 month ago

Du sollst volle Taschen noch voller machen! Und nebenher neues Menschenmaterial produzieren. Und jetzt halt die Backen und geh endlich arbeiten statt hier rumzujammern! Das dürfen nur arme Bundeskanzler zu denen alle ganz schlimm gemein sind.

[-] Boppel@feddit.org 5 points 1 month ago

neiiin! sucht die schuld bei mütter/vätern/kindern/generationen/armen/geflüchteten/euch selbst. ihr müsst wütend aufeinander sein. hasst euch. ihr nehnt euch gegenseitig alles weg! guckt mal wie viel die anderen hab---

ähh, also die anderen die sozialleistungen beziehen oder bildung, oder kassenleistungen. die haben euer ganzes geld und euren wohlstand! lifestyle-teilzeit!

[-] Marternus@discuss.tchncs.de -1 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Ich frage mich dabei immer wer so viel Geld braucht, dass 2000€ netto im Monat (median durchschnittlicher Verdienst bei Vollzeit) + Kindergeld nicht reichen + Wohngeld falls man in München oder so wohnt... Ist der Lebensstil nicht eher das Problem?

[-] squaresinger@lemmy.world 3 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Hast du Kinder? Wenn nein: die sind echt teuer.

Laut dem Statistischen Bundesamt von 2021 sind das im Schnitt €763 pro Kind und Monat (https://www.sparkasse.de/pk/ratgeber/familie/eltern-und-kinder/kosten-kind.html). Mit Inflation bis 2026 sind das €930 pro Kind und Monat.

Das Kindergeld macht €259 pro Kind und Monat aus, also bleiben €671 pro Monat zusätzliche Kosten übrig.

Effektiv netto €1389 für zwei Erwachsene pro Monat ist jetzt nicht grad ein toller Lebensstil.

Die Armutsgrenze für 2 Erwachsene und 1 Kind unter 14 war übrigens 2022 bei €2496.

[-] Marternus@discuss.tchncs.de 0 points 1 month ago
  1. Kinder sind nicht teuer, sondern Eltern geben durchschnittlich viel Geld für ihre Kinder aus.
  2. Es gibt noch viele weitere Leistungen vom Staat, die in meiner Berechnung noch nicht drin waren, wenn man Kinder hat.
  3. 1400€ monatlich für 2 Erwachsene sind nicht sehr viel für deutsche Verhältnisse, aber trotzdem völlig ausreichend bei einem sparsamen Lebensstil. Wir leben im absoluten Luxus im Vergleich zum Durchschnitt der Weltbevölkerung.
[-] squaresinger@lemmy.world 1 points 1 month ago

Ok, hab verstanden. Du hast keine Kinder und denkst du hast die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Komm wieder wenn du Kinder hast, Herr Dunning-Kruger.

[-] Marternus@discuss.tchncs.de 0 points 1 month ago
[-] squaresinger@lemmy.world 1 points 1 month ago

Jup, dein Mist, den du da von dir gibst, der ist ekelhaft. Wirklich grauslich.

[-] KatherinaReichelt@feddit.org 6 points 1 month ago

„Ein Mann muss stark sein, darf keine Schwäche zeigen, muss versorgen und durchhalten.“ Diese Glaubenssätze haben viele von uns noch im Gepäck – auch wenn wir sie intellektuell längst hinterfragt haben. Historisch war der Mann der Versorger, der „draußen“ für die Familie kämpft, während die Frau sich um Haus und Kinder kümmert. Nur: Diese Rollenteilung gibt es so kaum noch, die inneren Bilder aber bleiben hartnäckig. Gerade Väter stecken heute in einem doppelten Dilemma: Sie sollen weiterhin leisten und versorgen, aber gleichzeitig emotional verfügbar, präsent und engagiert sein. Das Spannungsfeld „Ich will ein guter Vater sein“ versus „Ich muss im Job abliefern“ zerrt an vielen (übrigens auch an Müttern). Und anstatt zu sagen „Das ist zu viel“, versuchen viele, einfach beides gleichzeitig perfekt hinzubekommen – bis nichts mehr geht

Das bittere ist ja: Das Rollenbild ist ja total korrekt. Wenn deine Frau maximal in Teilzeit arbeitet, damit das mit der Kinderbetreuung klappt und der Mann dann den Hauptteil des Einkommens ranschaffen muss und vllt. gar noch ein Immobilienkredit im Spiel ist, dann musst du leider wirklich stark sein, funktionieren, durchhalten. Da helfen dann halt auch keine superduper Tipps, am Ende muss jemand halt das Geld für die Family ranschaffen.

this post was submitted on 05 May 2026
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