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[–] 6 points 6 hours ago (4 children)

Naja, wenn staatliche Strukturen aufgelöst werden, wird das Machtvakuum ja nicht bestehen bleiben. Thiel strebt keine Anarchie als solche an. Er will nur selbst in keiner Weise durch einen separat legitimierten Staat ausgebremst werden. Ich vermute es werden Konzerne die Lücken mit nicht demokratisch legitimierten Strukturen füllen. Thiel sprach doch auch von neo-feudalen Ideen. Ob er ein theoretisch reiner Faschist ist seinmal dahingestellt. Aber er will irgendwas mit einem starken Mann an der Spitze.

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  • [–] 6 points 6 hours ago (2 children)

    Anarchismus ist eine naive Träumerei, denn die Abwesenheit eines Staats führt genau dazu, dass nur genau diejenigen, die es sich leisten können, einfach machen können, was sie wollen. Auf Kosten aller Anderen natürlich.

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  • [–] 3 points 5 hours ago

    Anarchismus ist eine naive Träumerei, denn die Abwesenheit eines Staats führt genau dazu, dass nur genau diejenigen, die es sich leisten können, einfach machen können, was sie wollen.

    Legitimierungen aus dem 17. Jhd. über die Notwendigkeit von Staaten heranzuziehen erzeugt leider kein Argument gegen Strömungen, die sich genau gegen diese Vorstellung von permanenter Gewalt und daraus notwendiger Staatlichkeit und Herrschaft richten.

    Thiel zählt dagegen zu der recht jungen Strömung des Libertarismus, manchmal auch von den Anhängern Anarcho-Kapitalismus genannt, die Konzepte aus der österreichischen Schule übernommen und auf die Spitze getrieben haben.

    Die Vorstellung, dass Kapitalismus und Staaten symbiotisch sind und einander stabilisieren, ist eine deutlich ältere (linke) Idee und läuft unter dem Begriff des Anarchismus, der unter anderem die Abwesenheit von Herrschaft gegenüber anderen fordert. Das geht tiefer als dein Gotcha aus deinem Kommentar.

    Damit ist so etwas wie Anarcho-Kapitalismus bereits ein Widerspruch in sich, da die Anwesenheit von Kapital in den Händen einiger notwendigerweise Herrschaft impliziert, ist den Leuten wie Thiel wohl egal.

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  • [–] 3 points 6 hours ago*

    Die Ideologie der westlichen Welt ist die liberale Demokratie.

    • liberal = der Staat ist in seinem Handeln durch Gesetze, Grundrechte, Verfassungsbestimmungen beschränkt
    • Demokratie = staatliche Institutionen werden vom Volk gewählt bzw. teilweise staatliche Entscheidungen sogar direkt vom Volk getroffen

    Es ist ja wohl sicherlich eine legitime Debatte innerhalb der liberalen Demokratie, inwieweit es besser für die Gesellschaft ist, wenn der Staat stärker in seinem Handeln beschränkt ist (weil wir eine Gesellschaft auf der Basis individueller Rechte und Verbindungen haben wollen), oder wenn ihm mehr Entscheidungen über die Gesellschaft zufallen (weil der Staat demokratisch legitimiert ist, mächtige Privatpersonen oder -unternehmen aber nicht).

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