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Man ärgert sich über das Kopfnicken des Moderators, man ärgert sich über seine professionelle Freundlichkeit. Denn eigentlich ist dieses Interview ein Hohn, eine Parodie auf das, was politisches Fernsehen eigentlich tun sollte: nämlich in irgendeiner Form zur Meinungsbildung der Zuschauer beizutragen. Diese halbe Stunde trägt dazu genau gar nichts bei – man ist sogar versucht zu sagen: Sie zieht die Bilanz ins Negative.

Dass Klingbeil dann am Ende ernsthaft noch den abgedroschensten aller Phrasensätze sagt – „Ich will den Sozialstaat fit für die Zukunft machen“ – dazu fällt einem dann nichts Weiteres mehr ein als die traurige These, dass nun wohl auch noch der letzte Arbeiter die AfD wählen wird. Jedenfalls, wenn er sich dieses Sommerinterview angesehen und damit um einen der vielleicht vorerst letzten schönen Sommerabende gebracht hat.

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[-] kyub@discuss.tchncs.de 9 points 5 hours ago

Das Problem ist, dass Leute nicht das wählen was eigentlich rational für sie am Sinnvollsten wäre. Sondern sie lassen sich immer und immer wieder aufs Neue von populistischen und korrupten Profi-Lügnern veräppeln, wählen diese, und wundern sich dann später dass es ihnen im Laufe der Jahre immer schlechter geht.

Ja, die aktuellen konservativen Parteien sind teilweise korrupt und sorgen nicht für objektive Verbesserungen, sondern für objektive Verschlechterungen. Wissen wir alle, und ist auch ein großer Nährboden für die AfD.

Parteien, die wirklich sinnvolle Wahlprogramme haben und angesichts der Weltlage (z.B. Klimakrise, Schere zwischen arm und reich) halbwegs rational handeln wollen, werden aber nicht gewählt, aus welchen Gründen auch immer.

Aber am allerschlimmsten, und am schnellsten(!) schlimmer, wird es mit rechtsextremen Parteien. Die AfD ist so ähnlich wie eine turbocharged CDU -- noch korrupter, noch rechter, noch extremer, noch menschenfeindlicher, und noch mehr dazu in der Lage, das Land aus Selbstbereicherungsgründen in den Abgrund zu reißen. Währenddessen gibt sie sich in ihrer ~~Werbung~~ Propaganda als "Problemlöser" aus, und 30-40% naive Wähler glauben es ihnen auch noch. Warum? Darum:

“Ich kann wieder sehr viel lernen; vor allem, daß das Volk meistens viel primitiver ist, als wir uns das vorstellen. Das Wesen der Propaganda ist deshalb die Einfachheit und die Wiederholung. Nur wer die Probleme auf die einfachste Formel bringen kann, und den Mut hat, sie auch gegen die Einsprüche der Intellektuellen ewig in dieser vereinfachten Form zu wiederholen, der wird auf die Dauer zu grundlegenden Erfolgen in der Beeinflussung der öffentlichen Meinung kommen. Wer einen anderen Weg einschlägt, mag den oder jenen labilen Intellektuellenkreis beeinflussen, das Volk ist er nicht einmal an der Oberfläche zu ritzen in der Lage.” – Joseph Goebbels, Tagebuch, 29. Januar 1942

So wird am Ende halt nix aus der Politik in diesem Land, und längerfristig auch nichts mit diesem Land. Deutschland hätte aus den letzten 100 Jahren lernen sollen -- hat es aber nicht.

this post was submitted on 19 Aug 2026
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