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submitted 4 days ago* (last edited 4 days ago) by Multiplexer@discuss.tchncs.de to c/deutschland@feddit.org

Ich war lange Zeit überzeugt, dass solche Aktionen nicht hilfreich sind, weil sie eventuelle Opfer-Narrative verstärken könnte.

Inzwischen bin ich aber eher der Meinung, dass es eine gute Idee ist, den AfD-Symphatisanten zu zeigen, dass die Meinungen in der realen Welt sich doch noch von denen in ihrer Bubble unterscheiden und das sie nicht für ein Rest-"Volk" sprechen, das still auf ihrer Seite ist.

Da ist so ein Statement in der realen Welt, wie ich es eben entdeckt habe, ein guter Ansatz.

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[-] creamfresh@lemmy.world -5 points 3 days ago

Würdest du lieber sterben, bevor dir ein Nazi eine Niere spendet?

[-] probable_possum@leminal.space 9 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

Ich glaube, ich verstehe was du sagen möchtest. Leben retten sollte politischen Überzeugungen übergeordnet sein?

Ja, kann man so sehen. Ich könnte dir gerade nicht sagen, ob ich lieber sterbe, als ein Organ von einem schlechten Menschen, der schlechtes getan hat, anzunehmen. Ich glaube ich ziehe die Grenze nicht beim afd-Wähler der sich von der Politik nicht vertreten fühlt. Höckes Pankreas hingegen? Schwierig.

Mein Post war aber anders herum. Möchte ich, dass etwas so Persönliches wie meine Organe einem Menschen zugute kommen, welcher der Gesellschaft oder der Welt schadet? Oder lasse ich sie lieber verbrennen oder füttere die Würmer damit? Wie geht es mir damit? Wie geht es meiner Familie damit? In einer schwarz-weißen Welt sollte es keine Rolle spielen. Man rettet einfach.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Aus weniger rationalen ideologischen Gründen (Religion) gestehen wir Leuten ja auch zu, keine Organe zu spenden. Wenn ich meine Organe nach meinem Tod für einen imaginären Freund im Himmel erhalten will, ist das weniger rational, als wenn ich nicht will, dass damit einem Nazi geholfen wird, der dann mit dem lebensrettenden Spenderorgan jahrelang weiter Nazischeiße macht und damit echte Leute terrorisiert.

[-] creamfresh@lemmy.world 2 points 2 days ago

In einer schwarz-weißen Welt sollte es keine Rolle spielen. Man rettet einfach.

Die schwarzweiße Welt ist eher die, wo Leute kategorisch von einer medizinischen Versorgung ausgeschlossen werden. Eine komplizierte Welt darf sich so etwas wie eine ethische Baseline erlauben, wonach wir auch denen in Not helfen, die wir als Feinde sehen.

[-] probable_possum@leminal.space 1 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

ethische Baseline

Das Thema Organspende scheint nicht so unkompliziert zu sein, dass man es undiskutiert voraussetzen könnte. Wie sonst kommt es, dass es, soweit ich weiß, nirgendwo eine Regelung zur verpflichtenden Organspende gibt? Opt out ja. In Deutschland gibt der gesellschaftliche Konsens nur ein opt-in her. Zahlreiche Gründe sprechen für oder gegen Organspende - ohne Wertung. Baseline? Nein.

Es ist für mich etwas anderes, ob ich jemanden aus einer lebensbedrohlichen Notlage helfe indem ich erste Hilfe leiste oder ob ich ihm eine Lunge spende. Das sind zwei Entscheidungen mit ganz unterschiedlicher Tragweite.

[-] creamfresh@lemmy.world 2 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

Die Baseline ist in spezifisch in Bezug auf Organ- und Blutspende, dass nur die biologische Kompatibilität und der Consent des Spenders und Empfängers gilt und niemand Extrawürste verlangen kann. Generell in Bezug auf Medizin gilt ähnliches, nur dass für die meisten Behandlungen nichts von einem Dritten benötigt wird.

[-] probable_possum@leminal.space 1 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

Also Zustimmung zur Spende geht nur mit ja oder nein, ein ja, aber... ist nicht vorgesehen. Die Zustimmung gilt mit dem Mitführen der Willenserklärung im Organspendeausweis als erteilt. So? Das verstehe ich.

Ich bin mir nicht sicher. Du bist nicht mit diesem Argument, der Mitteilung wie es gehandhabt wird, in die Diskussion eingestiegen.

Du hast einen Rollenwechsel angeboten, wie es wäre, wenn mein Leben von der Organspende eines politischen Gegners abhinge. Ich hatte daraufhin den Eindruck, es geht dir um eine offene Diskussion darüber, was moralisch richtig ist. Und dass du es als grundfalsch empfindest, eine bedingte Organspende anzubieten Oder das Mindset welches dahinter steht. Selbst im Scherz. Darauf habe ich meine Argumentation ausgerichtet. Lag ich mit der Einschätzung falsch?

[-] Schnabeltierplaisir@feddit.org 2 points 3 days ago

Da kannste Gift drauf nehmen.

[-] creamfresh@lemmy.world 2 points 3 days ago
[-] Schnabeltierplaisir@feddit.org 1 points 2 days ago

Das ist schön für dich, rüttelt trotzdem nicht an meiner Überzeugung

[-] creamfresh@lemmy.world 2 points 2 days ago

Ich wünsche dir, dass diese Überzeugung nie auf den Prüfstand muss.

this post was submitted on 16 Aug 2026
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