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Für Friedrich Merz (CDU), vor seiner Kanzlerschaft angetreten mit dem Versprechen, die AfD zu halbieren, werden die Umfragen zunehmend zur Belastung. „Das sind Umfragen, die mich natürlich auch besorgen“, sagte Merz zuletzt im ZDF. Die Strategie des Kanzlers, mit Reformen die AfD kleinzuregieren, geht bislang nicht auf.
Der Politologe Marcel Lewandowsky, der sich an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale mit dem Erstarken des Populismus und der Krise der Parteien beschäftigt, hält den Plan von Merz für illusorisch. „Reformen abzuarbeiten, wird die AfD nicht systematisch schwächen“, sagt er im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die Kommunikation des Kanzlers nennt er zudem „ungeschickt“.
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Union und SPD dürften der AfD in dieser Melange thematisch nicht hinterherlaufen, warnt der Politologe. Die Verschärfung der Migrationspolitik etwa habe nicht für mehr Zuspruch der Bundesregierung gesorgt. Auch in der Wirtschaftskrise müssten die Parteien der Mitte daher mit eigenen Ideen punkten.
„Auf die wirtschaftlichen Herausforderungen sollten die demokratischen Parteien mit klaren Positionen polarisieren“, sagt Lewandowsky. „Mit technischen Details und Förderprogrammen dringt man in einer verunsicherten Bevölkerung nicht durch“, sagt der Wissenschaftler und kritisiert etwa das blasse Auftreten von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU).
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Doch ob Merz dafür der richtige Kanzler ist, daran zweifelt Lewitan zunehmend. „Der Kanzler spricht wie ein Technokrat, und ihm als Millionär wird nicht abgenommen, dass er die Ängste und Sorgen der Menschen versteht.“
Das ist aber doch ein Strohmann. Es geht darum, den massiven Transfer (unbesteuert!) nach oben, in die Taschen weniger Reicher zu unterbinden. Glaubst du ehrlich die deutsche Wirtschaft hat von 1950-1990 nur funktioniert, weil ständig Menschen enteignet wurden? Und wenn ja, warum sind die ganzen Firmen und Familien, die unter den Nazis reich reworden sind, es dann immer noch?
Möchtest du mir erzählen, dass in einem Land, in dem bereinigt pro Kopf mehr als dreimal soviel erwirtschaftet wird wie noch vor 30 Jahren, die Steuern und Abgaben ständig steigen müssen, weil nicht genug erwirtschaftet wird? Oder liegt es vielleicht doch daran, dass der neoliberale Wahn die Produktion völlig vom Lohn entkoppelt hat, aber die Abgaben trtozdem relativ zum Lohn berechnet werden?
Enteignung ist nichts als ein Schlagwort, das vielleicht mal irgendein Linker in irgendeinem Zusammenhang erwähnt hat, und das dann völlig ohne Kontext als ständiges Schreckgespenst hervorgekramt wird.
Ich wäre völlig zufrieden mit Steuerregeln und -gesetzen von vor gut 30 Jahren. Damals konnte man Reichtum nämlich noch besteuern, ohne dass ein Betroffener stattdessen lieber einen Teil dieses Geldes in Propagandakampagnen über den linken Enteignungswahn inverstierte. Damals zahlte man noch Steuern entsprechend des Einkommen und Eigentums, nicht wie heute alle, die nicht am Hungertuch nagen das Maximum und jeder, der wirklich reich ist gar nichts. Und damals wuchst der Lohn parallel mit der Produktivität, bevor beschlossen wurde, dass das blöde Arbeiterpack einfach warten soll, bis der Reichtum der Ultrareichen runterrieselt.
Mehr als dreimal soviel erwirtschaften aber das System an seit Jahrzehnten stagnierende (Real-) Löhne ketten, während die +250% nach oben abfließen, funktioniert einfach nicht. Dieses Geld ebenfalls vernünftig besteuern ist keine Enteignung.
Viele Worte, kein erfolgreiches Beispiel weltweit. Okay.
Richtig, es gibt kein Beispiel für deinen herbeihalluzinierten Strohmann in der echten Welt. Das haben Strohmänner so an sich...
Als erfolgreiches Beispiel für die realen Lösungsvorschläge hab ich dir bereits mehrere genannt. Das Wirtschaftssystem und der Aufbau von Infrastruktur, Sozialstaat und Wohlstand parallel hat viele Jahrzehnte wunderbar funktioniert, nicht nur in Deutschland. Und dann kam der Neoliberalismus mit der Entkopplung der Produktivität und Löhnen, um alles Geld stattdessen nach oben zu scheffeln. Und nun warten wir seit mehr als 30 Jahren auf die ersten Tröpfen... 😂