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Vogelkot habe das altperuanische Reich der Chincha reich gemacht, erklären Fachleute in der Zeitschrift »PLOS ONE«. So habe man die nährstoffreichen Tierausscheidungen als wirksamen Dünger genutzt, was zu Überschüssen in der Maisernte führte und in der Folge für mehr Wohlstand, regeren Handel und ein Bevölkerungswachstum sorgte. Dabei hatten die Chincha, deren Reich vom 11. bis 14. Jahrhundert bestand, den als Guano bezeichneten Seevogelkot vergleichsweise früh im Süden Perus ausgebracht, vor etwa 800 Jahren, wie die Forschungsgruppe um Jacob Bongers von der University of Sydney berichtet.
Für den Maisanbau mussten die Menschen im trockenen Chincha-Tal ihre Felder nicht nur bewässern, sondern auch regelmäßig Nährstoffe zuführen. Dazu sammelten sie Guano von nahe gelegenen Inseln im Pazifik, der natürlicherweise die typischen Bestandteile von Dünger enthält: sehr viel Stickstoff, Phosphat und Kalium – deutlich mehr als etwa Kuhdung. Zu diesem Ergebnis führte die Forscher eine Isotopenanalyse an 35 Maiskolben aus dem Chincha-Tal. Die Feldfrüchte fanden sich in Gräbern aus der Zeit vom späten 12. bis 16. Jahrhundert und waren den Toten vermutlich als Nahrung fürs Jenseits mitgegeben worden. Laut den Fachleuten belegen die hohen Stickstoffisotopenwerte in den Maiskolben, dass das Getreide auf mit Guano gedüngten Feldern gewachsen war.
Laut Bongers und seinem Team galt Guano bei den Kulturen im alten Südamerika als wertvolle Substanz. Der Dünger verlieh im Grunde Macht und brachte die Chincha womöglich in eine strategisch günstige Position, als sich die Inka im 15. Jahrhundert das Reich einverleibten. Die Chincha dürften nicht nur die Beschaffungswege kontrolliert haben, sondern auch über die dazugehörigen Kenntnisse zur Nutzung von Guano verfügt haben. Dieses Wissen könnte ihnen einen besonderen Status im Inka-Reich verschafft haben. Denn offenbar genoss der Chincha-Herrscher ein ähnlich hohes Ansehen wie der letzte König des Inka-Reichs, Atahualpa (1500–1533). Einzig diese beiden waren in Sänften herbeigetragen worden, als die Andenbewohner 1532 in der Stadt Cajamarca auf die spanischen Kolonialisten um Francisco Pizarro (1476/78–1541) trafen, der die Inka angreifen und niedermetzeln ließ.
Ob bereits Kulturen vor den Chincha den Guanodünger genutzt hatten, ist noch unklar. Im 19. Jahrhundert waren die unweit gelegenen Chincha-Inseln und ihre meterhohen Schichten aus Vogelkot weltbekannt. Die Düngervorräte wurden damals in großem Maßstab abgebaut. Die Kontrolle darüber führte von 1864 bis 1866 sogar zum Krieg zwischen Peru und Spanien. Ab den 1870er-Jahren waren die Schichten aus Vogelexkrementen dann erschöpft.
Wegen Kacke einen Krieg anfangen?!? Das kann man keinem Ausserirdischen glaubhaft erklären.
Geld (Gold) stinkt nicht.