Das erste, was ich mit RPG Real Life erreichen wollte und vor einem Jahr auch erreicht habe, war, den Skill Pragmatismus First zu leveln. Pragmatismus First heißt: Zuerst das pragmatisch Sinnvolle erledigen. Ganz banal: Wenn ich irgendwo sitze und ein Papierchen sehe, das wegzuräumen ist, dann mache ich es sofort. Wenn ich weiß, dass ich zum Briefkasten muss, dann gehe ich nicht erst in zehn Minuten oder einer Stunde, sondern sofort. Das habe ich im letzten Jahr mit viel Einsatz gelevelt, geübt und eingeschliffen, bis es automatisch funktioniert. Für viele Menschen ist das ein natürlicher Vorgang. Für mich war es hart zu erlernen. Wer die genauen Schwierigkeiten und den Prozess nachlesen will, kann das in meinen Texten von letztem Jahr tun Teil 1 "Was ist das?" und Teil 2 "Der Fleischroboter" sind die alten Versionen der Texte, die ich in den letzten Tagen hier zu RPG Real Life gepostet habe. Ab Teil 3 "Der Bossfight für ein LevelUp" ist es nur noch dort auf Wattpad zu lesen und wird nur dort so auch erhalten bleiben.
Alte Texte:
https://www.wattpad.com/story/395118409-mein-mmo-rpg-real-life
Neue Texte:
- https://substack.com/home/post/p-197572171 Das Spiel das keines ist
- https://substack.com/home/post/p-197649111 Der Fleischroboter = Deine Spielfigur
Doch um allgemein strukturiert zu bleiben und alles einfacher zu erledigen, habe ich mein Leben gamifiziert (in Spiellogik umgewandelt). Tägliche Quests: Briefkasten leeren, Tabletten nehmen, Alltagsaufgaben erledigen. Morgens mache ich mir eine kurze To-Do-List, im Kopf oder schriftlich, mit den wichtigsten Aufgaben des Tages.
Wöchentliche/Monatliche Quests: Termine, Rezept für Medikamente holen (alle drei Monate), Bezahl-Quests (z. B. Rechnungen, die der Briefkasten oder andere Menschen mir geben). Die plane ich ein, wann die Zahlung möglich ist, meistens mit der Kalenderfunkion und Erinnerungen.
Langfristige Quests: Über mehrere Monate verteilt, wie aktuell die Leuchtturm-Quest: alle Leuchttürme auf den friesischen Inseln besuchen https://substack.com/home/post/p-197957810. Bildungs-Quests: Zum Beispiel die Kafka-Quest: das Gesamtwerk von Kafka lesen https://feddit.org/post/29311240.
Quest-Belohnungen sind groß oder klein, je nach Aufwand: Nach dem Briefkasten: zweiter Kaffee. Nach größeren Aufgaben: Essen gehen oder ein Tag am Strand in Schillig mit Lesen.
Nach der Leuchtturm-Quest: Kurzurlaub in Großbritannien.
Dann habe ich Hauptquests: 90 Jahre alt werden: Erfordert täglichen Grind (oft wiederholende Aufgaben in Spielen) regelmäßig gesund essen, schlafen, nicht rauchen, kein Alkohol, moderate Bewegung. Seit ich an der Nordsee wohne, fällt mir das leichter, weil ich meerverrückt bin.
Eigene Geschichten erleben: Sachen wie Leuchtturm-Quest oder Kafka-Quest nicht ewig verschieben, sondern einplanen. Zum Beispiel am Sonntag nach Varel und dann Dangast (ein Künstlerdorf) fahren, dort gibt es angeblich den besten Rhabarberkuchen. Das ist auch eine Quest, über die ich schreiben kann.
In möglichst vielen anderen Geschichten vorkommen: Mich ins Leben stürzen, Sicherheitschecks einhalten, aber nicht nur wegen Angst vor emotionaler Verletzung, oder Blamieren allein verharren.
Schließlich gibt es Achievements, dass sind langfristige Erfolge, die nicht durch eine einzelne Quest abgeschlossen werden, sondern durch Dranbleiben, z.B.:
Zwei Jahre Nichtraucher (seit Dezember 2024, also dieses Jahr dann erreicht). Ein Jahr lang täglich veröffentlichen (8. Mai.2026 erreicht). Ein ganzes Menschenleben in seiner Fülle mit Texten und Videos darstellen.
Fazit: Mir hilft dieses System ungemein. In Spielen freue ich mich wenn ich ne große Herausforderung zu meistern habe, sie Stück für Stück angehe, besser werde, Fortschritt erlebe, es vielleicht noch mal anders probieren muss und schließlich den Erfolg erlebe. Und genau diese Freude am Abschließen von Aufgaben, hat mir vorher im Leben gefehlt.