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[–] 6 points 22 hours ago (1 child)

FWIW, hab noch ein bisschen recherchiert, es gibt Hinweise darauf dass Bürgerräte, da, wo sie tatsächlich Macht haben, tatsächlich (gegen Lobbies) besser funktionieren als klassische Demokratie.

Das liegt hauptsächlich daran, dass die Bürgerräte nicht wiedergewählt werden müssen. Der wichtigste Hebel für Lobbyisten (Mittel für Wahlkampf) wirkt dadurch nicht, und sie können nur noch mit Drohung arbeiten.

Das scheint in der Praxis ganz gut zu funktionieren:

  • Macron berief einen Klimabürgerrat ein, der dann weitreichende Maßnahmen erlassen hat (Werbeverbote, SUV Abgaben, Inlandsflugverbot) - trotz hartem gegenwind
  • in Texas (of all places) hat ein Bürgerrat effektiv dafür gesorgt, dass sie massiv in erneuerbare investiert haben und nun ist Texas (trotz Öl Lobby) führender US Bundesstaat in Windenergie.
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  • hideshow 1 child comment
  • [–] 2 points 21 hours ago

    Das liegt hauptsächlich daran, dass die Bürgerräte nicht wiedergewählt werden müssen. Der wichtigste Hebel für Lobbyisten (Mittel für Wahlkampf) wirkt dadurch nicht, und sie können nur noch mit Drohung arbeiten.

    Ich fürchte, dass man das Argument umdrehen könnte. In einem Losverfahren, wo ein zufälliger Mensch für vier oder fünf Jahre Macht kriegt, gibt es riesige Incentives, diese Macht dann auch in Geld umzuwandeln. Etwas platt gesagt, wenn du die Chance nicht nutzt, um möglichst viel Geld rauszuschleppen, dann machst du etwas falsch. Dann bist du ein ganz normaler Arbeitnehmer oder irgendein armer Schlucker und hast die Chance, durch entsprechende Lobbyzuwendungen mehrere hunderttausend Euro oder mehr an Land zu ziehen. Aktuelle Politiker können ja nach ihrer Karriere dann ihr Telefonbuch zu Geld machen. Das funktioniert aber nicht, wenn du nach dem Losverfahren plötzlich komplett neues Personal hast. Das ist ein Vorteil, aber gleichzeitig auch wieder ein anderes Incentive.

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