Das liegt hauptsächlich daran, dass die Bürgerräte nicht wiedergewählt werden müssen. Der wichtigste Hebel für Lobbyisten (Mittel für Wahlkampf) wirkt dadurch nicht, und sie können nur noch mit Drohung arbeiten.
Ich fürchte, dass man das Argument umdrehen könnte. In einem Losverfahren, wo ein zufälliger Mensch für vier oder fünf Jahre Macht kriegt, gibt es riesige Incentives, diese Macht dann auch in Geld umzuwandeln. Etwas platt gesagt, wenn du die Chance nicht nutzt, um möglichst viel Geld rauszuschleppen, dann machst du etwas falsch. Dann bist du ein ganz normaler Arbeitnehmer oder irgendein armer Schlucker und hast die Chance, durch entsprechende Lobbyzuwendungen mehrere hunderttausend Euro oder mehr an Land zu ziehen. Aktuelle Politiker können ja nach ihrer Karriere dann ihr Telefonbuch zu Geld machen. Das funktioniert aber nicht, wenn du nach dem Losverfahren plötzlich komplett neues Personal hast. Das ist ein Vorteil, aber gleichzeitig auch wieder ein anderes Incentive.