Ich habe mir das als Quelle genannte Video angeschaut. Ist eine dreistündige Anhörung der Chefs der verschiedenen Nachrichtendienste im Parlamentarischen Kontrollgremium. Dank Transkript-Funktion kann man einigermaßen überprüfen, wo bestimmte Textstellen gefallen sein könnten.
MdB Baldy (SPD) stellt ab 32:26 eine Frage bezüglich der Bedrohung von Innen, nimmt Bezug auf einen Podcast des WDR zum Thema Deep State, der sich mit der Reuß-Gruppe beschäftigt und wie AfD-Mitglieder dieser Gruppe Zugang zu den Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages ermöglicht hat. In diesem Podcast würden mehrfach die drei R's Reichsbürger, Rechtsextremismus und Russland genannt. Wie schätzt der Dienst hier die Entwicklung ein, wo liegen Überschneidungen dieser Interessensgebiete
Selen antwortet ab 33:40, holt erst aus zu Resilienz in staatlichen Institutionen, dem Deutschen Bundestag und dem politischen Raum als Zielfläche von Operationen, siehe u.a. Prinz Reuß, und einer daraus folgenden Notwendigkeit der Härtung des Deutschen Bundestages vor solchen Übergriffen und verstärktes Zugangsmanagement (AfD lässt Feinde rein).
Dann beginnt ab 34:50 der Teil, auf den der verlinkte Artikel wohl abzielt:
Was wir sowohl im Bereich Rechtsextremismus, Reichsbürgerszene, oder eine Szene der Unzufriedenheit, angeht, ich würde da nicht nur auf Reichsbürger setzen, sondern das sind im Endeffekt phänomenübergreifende Gruppierungen, die immer mehr entstehen, haben wir es mit einer Verschmelzung zu tun, zum Einen. Und zum Anderen ist das wiederum eine ganz entscheidende Zielfläche für russische Einflussnahme. Das heißt also, wir haben Wechselwirkungen, gerade diese Unzufriedenheit, gerade diese Narrative, die jenseits des demokratisch-westlichen Denkens liegen, oder Kritik an dem bestehenden System äußern, bieten Ansatzpunkte, Angriffspunkte, auch für russische Narrative. Und in diesem Zusammenhang ist beispielweise auch das Europaprojekt zu sehen, welches durch Russland, gegen das Europaparlament oder auch europäische Parlamente gerichtet war, um hier Einfluss zu gewinnen, um hier demokratische Systeme infrage zu stellen und zu überdehnen. Und in dem Kontext, denke ich, müssen wir genau diesem Thema im ganz besonderen Maße ein Augenmerk richten und darauf reagieren.
Den daraus gebauten Spin auf der verlinkten Seite hätte ein Julian Reichelt nicht besser machen können.
Aber was will man auch von einer derart tendenziösen Seite erwarten, die polemisch am 17 Januar 2022, einen Monat vor der russischen Vollinvasion und anlässlich eines Besuchs von Außenministerin Baerbock in Kiew anlässlich 30 Jahre diplomatischer Beziehungen, noch titelt, dass die deutsch-ukrainische Kooperation seit über 100 Jahren Tradition im Kampf gegen Moskau habe? Brauchen wir hier wirklich Links zu so einem Mist?