Der Präsident, angesprochen auf die Überschneidung der Interessensgebiete dieser drei R's, spricht davon, dass Russland Ansatz-/Angriffspunkte nutzt in der sich verschmelzenden Gruppe der "Unzufriedenen" und dass man auf dieses ein besonderes Augenmerk richten muss.
Wer sich daran stört, also dass ein solcher Dienst dort hinsehen will, wo eine feindliche Macht ihren schädigenden Einfluss ausüben will, der hat ganz offensichtlich nicht verstanden, wozu wir so eine Behörde haben.
Der Artikel hingegen probiert es so zu spinnen, dass "schon" (interessant eingefügtes, wertendes Wort!) "Unzufriedenheiten" verdächtig sind. Das ist so nicht richtig. Der Präsident spricht klar davon, dass die russische Beeinflussung das Problem ist, nicht "schon" die Unzufriedenheit an sich. Man kann seine Unzufriedenheit am "System" auch äußern, ohne sich der betörend tumben Logik des "der Feind meines Feindes muss mein Freund sein" zu ergeben. Stattdessen findet sich in den Echokammern dieser Denkrichtung erstaunlich viel Verständnis und Nachsicht für russischen Imperialismus.
das ist ein wirklich gute beispiel für polemik. unterstellst du, daß die redaktion von dem angriff wusste
Ich unterstelle der Redaktion, dass sie die mahnenden Stimmen der Fachleute, die damals schon seit Wochen eindringlich vor dem russischen Aufmarsch und der damit einhergehenden unmittelbaren Gefahr einer Invasion warten, schlicht ignoriert haben. Und zwar aus rein ideologischen Gründen. Denn das hätte bedeutet, "westlichen" Fachleuten zu glauben und einer Wahrheit Glauben zu schenken, die nicht in das ideologisch vorgegebene Schwarz-Weiß-Bild dieses Blattes gepasst hätte. Stattdessen hat man nicht nur nicht einfach geschwiegen und abgewartet, sondern weiter das eigene, ideologiegetriebene Weltbild befeuert, indem man von einer Moskau bedrohenden Achse Berlin-Kiew schwadroniert. Russland ist das Opfer, der böse Westen der Täter. So zieht es sich in einer Spur durch die Artikel dieses Machwerks.
Aber gut, wer sich damit wohlfühlt, seine Informationen gerne aus einer Ecke zu beziehen, die zuvörderst eine Ideologie bedient und alles weitere dieser unterordnet, der soll das sehr gern tun. Anderen sollte auffallen, wo da der Fehler liegt.