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this post was submitted on 10 Jul 2026
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"CDU-Basismitglied ruft zum Wegner-Boykott auf: „Einem notorischen Lügner werde ich aus Prinzip meine Stimme verweigern“
In der Berliner CDU rumort es nach den jüngsten Enthüllungen rund um den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner. Der Unternehmer Christian Miele organisiert nun den Widerstand gegen ihn. Von Christian Latz
Stand: 10.07.2026, 08:00 Uhr
Seit einem Tagesspiegel-Bericht über neue Falschangaben des Regierenden Bürgermeisters zu seinem Krisenmanagement beim Berliner Stromausfall bangt die CDU mehr denn je um ihre Chancen bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September.
Die Entrüstung ist groß in der Partei, aber nur wenige haben sich bislang offen gegen Kai Wegner gestellt. Von der Basis aus versucht der Unternehmer Christian Miele eine Rebellion zu organisieren. Hier spricht er über seine Gründe und Ziele.
+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Wegner-Rückzug finden Sie in unserem Liveblog +++
Herr Miele, Sie sind Berliner CDU-Mitglied, fordern aber Kai Wegner zum Rücktritt von der Spitzenkandidatur auf und sagen, die Partei andernfalls nicht zu wählen. Warum so ein radikaler Schritt? Der Regierende Bürgermeister hat alle Berlinerinnen und Berliner betrogen. Er hat mit seinem anstandslosen Verhalten die Stadt, das Amt und die Partei beschädigt. Ich empfinde es daher als Berliner Bürger als meine Pflicht, einen solchen Missstand auch anzuzeigen.
Wie fällt die Resonanz aus der Partei auf Ihren Vorstoß aus? Es haben sich ein paar Dutzend Parteimitglieder bei mir gemeldet. Ich habe ausschließlich Zustimmung und positive Resonanz erfahren. Zur Person
Christian Miele, 1987 in Gütersloh geboren, lebt heute in Berlin und ist Mitglied der CDU Reinickendorf.
Er ist Urenkel des Gründers des Haushaltsgeräteherstellers Miele und als Investor bei headline.com, dem größten deutschen Risikokapitalfonds für Start-ups, tätig. Zudem war er bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ als Investor zu sehen. Zwischen 2019 und 2023 amtierte er als Präsident des Bundesverbands Deutsche Start-ups. Christian Miele. Foto: eventures Christian Miele wird neuer Chef des Start-up-Verbandes.
© eventures
Mit mehreren Gleichgesinnten haben Sie nun auch einen offenen Brief verfasst. Glauben Sie, dass Sie als Basismitglieder so entscheidenden Einfluss üben können? Die ultimative Verantwortung liegt bei der Berliner CDU beziehungsweise dem Landesverband. Ob man uns zuhören wird, das werden wir in den kommenden Tagen sehen.
Manche in der Partei befürchten, dass ein Kandidatentausch nur noch mehr Unruhe auslösen könnte. Bei diesen Ausgangsbedingungen könnte der Wahlkampf für die Ersatzkandidaten zum „Himmelfahrtskommando“ werden. Teilen Sie die Sorge nicht? Ich glaube, die Ausgangsbedingungen für die CDU sind so oder so schlecht. Ein neuer Kandidat oder eine Neuausstattung des Landesverbandes könnten einen Überraschungseffekt erlauben.
Sie haben angekündigt, die FDP wählen zu wollen, wenn Kai Wegner bleibt. Haben Sie keine Sorge, Ihre Stimme wegen der Fünf-Prozent-Hürde damit zu verschenken? Das wäre natürlich sehr schade. Aber einem notorischen Lügner werde ich aus Prinzip meine Stimme verweigern, auch wenn meine Stimme dann wertlos würde.
Was müsste ein CDU-Kandidat Ihrer Meinung nach mitbringen, um in Berlin erfolgreich zu sein und die Stadt voranzubringen? Wir brauchen einen Neuanfang. Ohne Proporz. Es braucht einen modernen, frischen Ansatz. Einen jungen Wilden, der Social Media versteht, der eine klare Sprache spricht und sich traut, die Missstände in der Stadt anzusprechen.
Wir brauchen keinen Funktionär, der sich 30 Jahre in der Partei hochgedient hat, sondern einen quirligen, jungen Menschen mit Charisma. Mehr zu Wegner „Berlin ist wichtiger als eine Person“ Kai Wegner zieht sich als CDU-Spitzenkandidat zurück CDU-Krisentreffen nach Falschaussage Rückzug von Kai Wegner als Spitzenkandidat scheint nicht mehr ausgeschlossen Recherche des Tagesspiegels Der Eilantrag, der Wegners unwahre Aussage offenbarte
Wer sollte statt Kai Wegner Spitzenkandidat werden? Das muss die CDU Berlin entscheiden, und ich möchte mich da nicht einmischen. Persönlich bin ich ein großer Fan von Marvin Schulz aus meinem Ortsverband und seinen Themen um Künstliche Intelligenz. Aber meine Meinung wird in den Abstimmungen sicherlich keine Rolle spielen."