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Phänomene wie »BookTok« sind in aller Munde, doch tatsächlich geht es dem Buchhandel schlecht. Nun melden die Verlage, dass die Verkaufszahlen bei jungen Menschen signifikant gesunken seien. Sie sehen auch politische Gründe.

Der deutsche Buchhandel verzeichnet einen dramatischen Einbruch bei jungen Lesern. Die Zahl der Jungen und Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren, die sich ein Buch kauften, ging 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 30,6 Prozent zurück. Die Ausgaben in dieser Altersgruppe sanken außerdem um 23,8 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt berichtete.

»Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt – das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen«, sagte der Vorsteher des Börsenvereins, Sebastian Guggolz. Die Zahlen müssten »ein Weckruf an die Politik« sein. Lesefähigkeit sei eine Voraussetzung demokratischer Mitgestaltung.

Der sich immer weiter verschlechternde Zustand der Lesekompetenz in Deutschland schlage sich mit den aktuellen Zahlen erstmalig deutlich in den Buchkäufen nieder. Die Zahl aller Buchkäuferinnen und -käufer ging 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Der Branchenumsatz insgesamt lag mit 9,62 Milliarden Euro um 2,7 Prozent unter dem von 2024, wie es im neuen Bericht »Buchmarkt kompakt 2025/2026« des Börsenvereins heißt.

Weniger Neuerscheinungen

Die Zahl der Erstauflagen war den Angaben zufolge erneut rückläufig. Im vergangenen Jahr erschienen 52.644 neue Titel, das sind 9,8 Prozent weniger als 2024. Die Analyse des Börsenvereins lautet: »Zum einen planen Verlage in unsicheren Zeiten vorsichtiger. Zum anderen sind Backlist-Titel, das heißt Bücher, deren Erscheinungstag beim Verkauf mehr als zwölf Monate zurücklag, inzwischen ein großer Umsatzbringer: Mehr als die Hälfte der 2025 verkauften Bücher, nämlich 57 Prozent, waren Backlist-Titel.«

Wie der SPIEGEL unlängst berichtet hatte, plant das Familienministerium offenbar Kürzungen bei der Leseförderung von Kleinkindern. Buchgeschenke, die im Rahmen des Programms »Lesestart 1-2-3« an Eltern verteilt werden, sollen ab 2027 nicht mehr gefördert werden. Die Stiftung Lesen, über die das Projekt läuft, sprach von einem fatalen Signal.

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[-] JensSpahnpasta@feddit.org 9 points 13 hours ago* (last edited 12 hours ago)

Überlegung dazu: Lesen ist nicht gleichbedeutend mit "Bücher kaufen". Man kann das nicht ohne Bibliotheken, Annas Archive & Bücherschränke denken. Man kann das aber halt auch nicht ohne Internet & Co denken. Wenn man z.B. hier unterwegs ist, liest man sehr viel. Und schreibt viel. Aber Bücher hat man dann trotzdem nicht gekauft

(und wir haben ja auch jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge und allgemein weniger junge Menschen. Daher ist es eigentlich auch logisch, dass in Gesamtzahlen die Zahl der jungen Menschen, die Bücher kauft, zurückgeht, weil es überhaupt weniger junge Menschen gibt, die Bücher kaufen könnten. Selbst wenn prozentual gleich viele Jugendliche das tun würden)

[-] SomeOneWithA_PC@feddit.org 4 points 13 hours ago

Ja, hier wird geschickt Rückgang der Lesekompetenz, was ein wirkliches Problem ist, vermischt mit wirtschaftlichen Interessen.

[-] schnurrito@discuss.tchncs.de 2 points 13 hours ago

Richtig, das Internet gibt der Allgemeinheit nahezu unendlichen Lesestoff, der sich in Verkaufszahlen von Büchern nicht berücksichtigt wird. Lesekompetenz und Verkaufszahlen von Büchern haben miteinander nicht unmittelbar etwas zu tun.

this post was submitted on 10 Jul 2026
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