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Ist es sinnvoll, mit 46 Jahren Musik zu studieren?
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Die meisten (professionellen) Musiker und Künstler, die ich kenne (die nicht Vollzeit im Lehrberuf arbeiten), sind recht breit aufgestellt, was die Tätigkeiten angeht ... ein Lehrauftrag an der Uni, ein paar Stunden an der Musikschule oder mit Privatschülern, verschiedene Produktionen, Organisieren von Events. Als Sub (Vertretung) im Musiktheater oder für grössere Unterhaltungsbands spielen. Kannte auch Leute, die jeden Tag das gleiche Musiktheater gespielt haben, aber solche Jobs sind selten.
Machen machen andere Dinge, die im "Umfeld" der Musik stattfinden, i.e. im Musiksoftware-Bereich (da bin ich letztlich gelandet) oder im Bereich der Instrumenten-Reparatur oder Restaurierung.
Wieder andere spezialisieren sich auf eine bestimmte Nische, die nicht so häufig anzutreffen ist (i.e. historische Aufführungspraxis, alte Musik, historische Instrumente, usw).
Allein durch Auftritte seinen Lebensunterhalt bestreiten, ist nur wenigen beschert, leider. Daher, je breiter man aufgestellt ist, desto besser.
Als Quereinsteiger im fortgeschrittenen Alter, der dazu noch recht häufig anzutreffende Instrumente spielt, wäre meine Einschätzung, das du dir da dein Einkommen "modular" zusammenbauen musst, dir deine Nischen herausarbeiten musst, usw. Inwieweit dir ein Studium dabei hilft, ist schwer einzuschätzen ... wenn du eh' schon auf professionellem Niveau spielst, kann man die Energie vielleicht auch anders einsetzen.
Letztlich muss man sich auch fragen, was man sich vom Berufsbild "Profi-Musiker" erhofft ... will man seine eigenen Ideen umsetzen? Seine eigenen Songs auf Bandcamp verkaufen? In 'ner Hochzeitsband Schlagermukke spielen? An der Oper im Orchestergraben sitzen?
Wenn man sich kreativ ausleben will, wäre man dann glücklich, wenn man mit Schlagermucke oder Unterricht sein Geld verdient?
Ich für meinen Teil hab auch oft mit dem Gedanken (oder der Hoffnung) gespielt, aber über die Jahre auch rausgefunden, das es viele Bereiche gibt, in denen ich kaum glücklich wäre.
Als Profi auf der großen Bühne stehen, heisst heutzutage auch oft, das man an sich eher ein menschlicher Sequencer ist ... Klick auf den Ohren, ein starres Arrangement, und im Hintergrund läuft 'n Laptop, der genau das Gleiche abspielt, damit man, falls die Gitarre mal ausfällt, sofort rüberfaden kann, ohne das das Publikum was merkt. Als eher der Improvisation zugeneigter Musiker find ich die Vorstellung eher grausig ... da hab' ich selbst als Programmierer mehr kreative Freiheit ....