▲ 26 ▼ RAF-Mitgründerin Astrid Proll im Interview: Spürt sie Reue, wenn sie an diese Zeit denkt? (taz.de) submitted 1 day ago by jandoenermann@feddit.org to c/dach@feddit.org 18 comments fedilink hide all child comments
[–] HieroProtagonist@feddit.org 13 points 1 day ago (2 children) Aber woher sollten die Proletarier auch kommen? Niemand in der Studentenbewegung war Proletarier. Im Gegenteil, wir sind hinter denen hergelaufen. Witzigerweise ein Problem linker Bewegungen das bis heute fortbesteht... Ansonsten kann ich nur sagen, dass es die gute Frau schafft in dem Interview einfach nur unglaublich unsympathisch rüberzukommen... permalink fedilink source hideshow 4 child comments replies: [–] Duke_Nukem_1990@feddit.org 8 points 1 day ago (2 children) Die Proletarier rennen halt lieber ihren Henker:innen die Türen ein. Aber ja, ich stimme dir zu, das ist ein Problem für Links. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 16 points 1 day ago (2 children) Als Kind von echten Proletariern und mittlerweile etwas besser gestellter digitaler Proletarier, verheiratet mit einer Tochter echter Proletarier kann ich dir sagen: Der Proletarier(tm) an sich will in keinem besseren System leben, er mag den Kapitalismus mit seinem Aufstiegsversprechen. Der Proletarier(tm) interessiert sich nicht dafür wer auf welche Toilette gehen darf oder wer als Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen gilt... der Proletarier(tm) will nur, dass ihm vom System keine Steine vor die Füße geworfen werden, er im Fall eines Scheiterns auf dem Arbeitsmarkt irgendwie aufgefangen wird und weiter machen kann. Das, was der Proletarier(tm) aber am wenigsten mag, ja geradezu verbscheut ist es von jemanden aus akademischen Kreisen darüber belehrt zu werden wen er wählen soll, warum er den Klassenkampf führen soll oder warum es total ok ist, dass ihm seine Niedriglohnstelle nun plötzlich von einem vormaligen Flüchtling streitig gemacht wird. Die AfD wird keines der Probleme des Proletariers(tm) lösen sondern sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter machen... aber sie hat verstanden auf "die Unterschicht" zuzugehen ohne diese belehren oder erziehen zu wollen. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 1 point 2 hours ago (1 child) Okay aber meinst du es gibt überhaupt einen Weg, durch andere Kommunikation oder durch andere Kommunikatoren oder irgendwas anderes, mit dem man "den Proletarier" davon überzeugen kann, dass der Kapitalismus sein Aufstiegsversprechen für alle nicht einlösen wird, und dass die Chance darauf weniger ausgebeutet zu werden im Klassenkampf und nicht im Kampf gegen die Ausländer liegt? Oder meinst du echt die Proletarier sind unerreichbar und wollen von allen seiten angelogen werden nur damit sie sich in Sicherheit wiegen können? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 1 hour ago (1 child) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 2 points 1 hour ago* (2 children) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent [–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent [–] kossa@feddit.org 1 point 19 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit. Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org -3 points 5 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Dieser Absatz mit seiner belehrenden und herablassenden Art ist ehrlich gesagt schon die Erklärung die du suchst. Warum der Proletarier nichts von Linken hören will? Weil der Proletarier nicht belehrt, erzogen oder gerettet werden will. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] kossa@feddit.org 3 points 4 hours ago (1 child) Der Proletarier scheint mir aber ein zartes Pflänzchen. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent [–] brainwashed@feddit.org -5 points 1 day ago (1 child) Ja, Proletarier, so dumm, warum erkennen Sie nicht, wer sie anführen sollte? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Duke_Nukem_1990@feddit.org 7 points 1 day ago (1 child) Nicht dumm, brainwashed :) aber bei ... manchen ... trifft vielleicht beides zu. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Ooops@feddit.org 3 points 21 hours ago Nicht dumm, brainwashed Der war zu einfach... permalink fedilink source parent [–] brainwashed@feddit.org 4 points 1 day ago* Und andere noch im selben Interview Bürgersöhnchen nennen. Sowas dummes kann man sich garnicht ausdenken. permalink fedilink source parent
[–] Duke_Nukem_1990@feddit.org 8 points 1 day ago (2 children) Die Proletarier rennen halt lieber ihren Henker:innen die Türen ein. Aber ja, ich stimme dir zu, das ist ein Problem für Links. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 16 points 1 day ago (2 children) Als Kind von echten Proletariern und mittlerweile etwas besser gestellter digitaler Proletarier, verheiratet mit einer Tochter echter Proletarier kann ich dir sagen: Der Proletarier(tm) an sich will in keinem besseren System leben, er mag den Kapitalismus mit seinem Aufstiegsversprechen. Der Proletarier(tm) interessiert sich nicht dafür wer auf welche Toilette gehen darf oder wer als Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen gilt... der Proletarier(tm) will nur, dass ihm vom System keine Steine vor die Füße geworfen werden, er im Fall eines Scheiterns auf dem Arbeitsmarkt irgendwie aufgefangen wird und weiter machen kann. Das, was der Proletarier(tm) aber am wenigsten mag, ja geradezu verbscheut ist es von jemanden aus akademischen Kreisen darüber belehrt zu werden wen er wählen soll, warum er den Klassenkampf führen soll oder warum es total ok ist, dass ihm seine Niedriglohnstelle nun plötzlich von einem vormaligen Flüchtling streitig gemacht wird. Die AfD wird keines der Probleme des Proletariers(tm) lösen sondern sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter machen... aber sie hat verstanden auf "die Unterschicht" zuzugehen ohne diese belehren oder erziehen zu wollen. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 1 point 2 hours ago (1 child) Okay aber meinst du es gibt überhaupt einen Weg, durch andere Kommunikation oder durch andere Kommunikatoren oder irgendwas anderes, mit dem man "den Proletarier" davon überzeugen kann, dass der Kapitalismus sein Aufstiegsversprechen für alle nicht einlösen wird, und dass die Chance darauf weniger ausgebeutet zu werden im Klassenkampf und nicht im Kampf gegen die Ausländer liegt? Oder meinst du echt die Proletarier sind unerreichbar und wollen von allen seiten angelogen werden nur damit sie sich in Sicherheit wiegen können? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 1 hour ago (1 child) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 2 points 1 hour ago* (2 children) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent [–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent [–] kossa@feddit.org 1 point 19 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit. Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org -3 points 5 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Dieser Absatz mit seiner belehrenden und herablassenden Art ist ehrlich gesagt schon die Erklärung die du suchst. Warum der Proletarier nichts von Linken hören will? Weil der Proletarier nicht belehrt, erzogen oder gerettet werden will. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] kossa@feddit.org 3 points 4 hours ago (1 child) Der Proletarier scheint mir aber ein zartes Pflänzchen. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent [–] brainwashed@feddit.org -5 points 1 day ago (1 child) Ja, Proletarier, so dumm, warum erkennen Sie nicht, wer sie anführen sollte? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Duke_Nukem_1990@feddit.org 7 points 1 day ago (1 child) Nicht dumm, brainwashed :) aber bei ... manchen ... trifft vielleicht beides zu. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Ooops@feddit.org 3 points 21 hours ago Nicht dumm, brainwashed Der war zu einfach... permalink fedilink source parent
[–] HieroProtagonist@feddit.org 16 points 1 day ago (2 children) Als Kind von echten Proletariern und mittlerweile etwas besser gestellter digitaler Proletarier, verheiratet mit einer Tochter echter Proletarier kann ich dir sagen: Der Proletarier(tm) an sich will in keinem besseren System leben, er mag den Kapitalismus mit seinem Aufstiegsversprechen. Der Proletarier(tm) interessiert sich nicht dafür wer auf welche Toilette gehen darf oder wer als Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen gilt... der Proletarier(tm) will nur, dass ihm vom System keine Steine vor die Füße geworfen werden, er im Fall eines Scheiterns auf dem Arbeitsmarkt irgendwie aufgefangen wird und weiter machen kann. Das, was der Proletarier(tm) aber am wenigsten mag, ja geradezu verbscheut ist es von jemanden aus akademischen Kreisen darüber belehrt zu werden wen er wählen soll, warum er den Klassenkampf führen soll oder warum es total ok ist, dass ihm seine Niedriglohnstelle nun plötzlich von einem vormaligen Flüchtling streitig gemacht wird. Die AfD wird keines der Probleme des Proletariers(tm) lösen sondern sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter machen... aber sie hat verstanden auf "die Unterschicht" zuzugehen ohne diese belehren oder erziehen zu wollen. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 1 point 2 hours ago (1 child) Okay aber meinst du es gibt überhaupt einen Weg, durch andere Kommunikation oder durch andere Kommunikatoren oder irgendwas anderes, mit dem man "den Proletarier" davon überzeugen kann, dass der Kapitalismus sein Aufstiegsversprechen für alle nicht einlösen wird, und dass die Chance darauf weniger ausgebeutet zu werden im Klassenkampf und nicht im Kampf gegen die Ausländer liegt? Oder meinst du echt die Proletarier sind unerreichbar und wollen von allen seiten angelogen werden nur damit sie sich in Sicherheit wiegen können? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 1 hour ago (1 child) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 2 points 1 hour ago* (2 children) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent [–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent [–] kossa@feddit.org 1 point 19 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit. Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org -3 points 5 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Dieser Absatz mit seiner belehrenden und herablassenden Art ist ehrlich gesagt schon die Erklärung die du suchst. Warum der Proletarier nichts von Linken hören will? Weil der Proletarier nicht belehrt, erzogen oder gerettet werden will. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] kossa@feddit.org 3 points 4 hours ago (1 child) Der Proletarier scheint mir aber ein zartes Pflänzchen. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent
[–] killingspark@feddit.org 1 point 2 hours ago (1 child) Okay aber meinst du es gibt überhaupt einen Weg, durch andere Kommunikation oder durch andere Kommunikatoren oder irgendwas anderes, mit dem man "den Proletarier" davon überzeugen kann, dass der Kapitalismus sein Aufstiegsversprechen für alle nicht einlösen wird, und dass die Chance darauf weniger ausgebeutet zu werden im Klassenkampf und nicht im Kampf gegen die Ausländer liegt? Oder meinst du echt die Proletarier sind unerreichbar und wollen von allen seiten angelogen werden nur damit sie sich in Sicherheit wiegen können? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 1 hour ago (1 child) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 2 points 1 hour ago* (2 children) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent [–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent
[–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 1 hour ago (1 child) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] killingspark@feddit.org 2 points 1 hour ago* (2 children) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent [–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent
[–] killingspark@feddit.org 2 points 1 hour ago* (2 children) Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen. Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück. Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. permalink fedilink source parent hideshow 4 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent [–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent
[–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 24 minutes ago Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!") Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen. permalink fedilink source parent
[–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 54 minutes ago Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig. Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉). Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt. Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt. permalink fedilink source parent
[–] kossa@feddit.org 1 point 19 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit. Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org -3 points 5 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Dieser Absatz mit seiner belehrenden und herablassenden Art ist ehrlich gesagt schon die Erklärung die du suchst. Warum der Proletarier nichts von Linken hören will? Weil der Proletarier nicht belehrt, erzogen oder gerettet werden will. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] kossa@feddit.org 3 points 4 hours ago (1 child) Der Proletarier scheint mir aber ein zartes Pflänzchen. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent
[–] HieroProtagonist@feddit.org -3 points 5 hours ago (1 child) Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation? Dieser Absatz mit seiner belehrenden und herablassenden Art ist ehrlich gesagt schon die Erklärung die du suchst. Warum der Proletarier nichts von Linken hören will? Weil der Proletarier nicht belehrt, erzogen oder gerettet werden will. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] kossa@feddit.org 3 points 4 hours ago (1 child) Der Proletarier scheint mir aber ein zartes Pflänzchen. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent
[–] kossa@feddit.org 3 points 4 hours ago (1 child) Der Proletarier scheint mir aber ein zartes Pflänzchen. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent
[–] HieroProtagonist@feddit.org 1 point 3 hours ago Seufz ich bin hier raus aus der Diskussion... permalink fedilink source parent
[–] brainwashed@feddit.org -5 points 1 day ago (1 child) Ja, Proletarier, so dumm, warum erkennen Sie nicht, wer sie anführen sollte? permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Duke_Nukem_1990@feddit.org 7 points 1 day ago (1 child) Nicht dumm, brainwashed :) aber bei ... manchen ... trifft vielleicht beides zu. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Ooops@feddit.org 3 points 21 hours ago Nicht dumm, brainwashed Der war zu einfach... permalink fedilink source parent
[–] Duke_Nukem_1990@feddit.org 7 points 1 day ago (1 child) Nicht dumm, brainwashed :) aber bei ... manchen ... trifft vielleicht beides zu. permalink fedilink source parent hideshow 2 child comments replies: [–] Ooops@feddit.org 3 points 21 hours ago Nicht dumm, brainwashed Der war zu einfach... permalink fedilink source parent
[–] Ooops@feddit.org 3 points 21 hours ago Nicht dumm, brainwashed Der war zu einfach... permalink fedilink source parent
[–] brainwashed@feddit.org 4 points 1 day ago* Und andere noch im selben Interview Bürgersöhnchen nennen. Sowas dummes kann man sich garnicht ausdenken. permalink fedilink source parent