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[–] 1 point 4 hours ago (1 child)

Okay aber meinst du es gibt überhaupt einen Weg, durch andere Kommunikation oder durch andere Kommunikatoren oder irgendwas anderes, mit dem man "den Proletarier" davon überzeugen kann, dass der Kapitalismus sein Aufstiegsversprechen für alle nicht einlösen wird, und dass die Chance darauf weniger ausgebeutet zu werden im Klassenkampf und nicht im Kampf gegen die Ausländer liegt?

Oder meinst du echt die Proletarier sind unerreichbar und wollen von allen seiten angelogen werden nur damit sie sich in Sicherheit wiegen können?

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  • [–] 1 point 4 hours ago (1 child)

    Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen.

    Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück.

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  • [–] 2 points 3 hours ago* (2 children)

    Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen.

    Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc

    Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück.

    Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig.

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  • [–] 2 points 3 hours ago

    Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig.

    Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉).

    Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt.

    Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt.

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  • [–] 1 point 3 hours ago (1 child)

    Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht.

    Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!")

    Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig.

    Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen.

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  • [–] 1 point 2 hours ago (1 child)

    Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!")

    Auch das stimmt so nicht. Das neurechte Vorfeld ist maßgeblich gezeichnet von Burschenschaftlern und sonstigen Politik-, Jura-, und Philosophiestudenten.

    Die laufen auch nur Akademikern hinterher. Es sind nur Akademiker die auf andere Akademiker schimpfen.

    Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen.

    Und der Vergleich mit Lotto hat mehr mit der Wahrheit zu tun als die "seines eigenen Glückes Schmied" Erzählung, weil es eben sehr viel mehr auf Glück ankommt und auf die vor dem Spiel gegebenen Möglichkeiten Tickets zu ziehen.

    Was das jetzt aber mit dem Proletariat zu tun hat hast du noch nicht erklärt. Sind die Proletarier irgendwann zu Gamblern geworden?

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  • [–] 1 point 2 hours ago (1 child)

    Was das jetzt aber mit dem Proletariat zu tun hat hast du noch nicht erklärt. Sind die Proletarier irgendwann zu Gamblern geworden?

    Ja denn der Kapitalismus gibt einem wenigstens ein Los mit der Chance auf den großen Gewinn während der Sozialismus mir einen Platz in der Suppenküche anbietet.

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  • [–] 1 point 1 hour ago*

    Mir geht es doch nicht um die Entscheidung Sozialismus/Kapitalismus, sondern, dass man die grundlegende Analyse zu der Klassengesellschaft ablehnt. Man könnte ja auch im Kapitalismus dafür kämpfen, dass die Loschancen zumindest gleich(er) verteilt werden. Stattdessen lehnt man den Gedanken, dass es Klassen mit entgegenstehen Interesse gibt ab und wählt Parteien die die eigenen Loschancen verschlechtern.

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