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[–] 16 points 1 day ago (2 children)

Als Kind von echten Proletariern und mittlerweile etwas besser gestellter digitaler Proletarier, verheiratet mit einer Tochter echter Proletarier kann ich dir sagen: Der Proletarier(tm) an sich will in keinem besseren System leben, er mag den Kapitalismus mit seinem Aufstiegsversprechen. Der Proletarier(tm) interessiert sich nicht dafür wer auf welche Toilette gehen darf oder wer als Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen gilt... der Proletarier(tm) will nur, dass ihm vom System keine Steine vor die Füße geworfen werden, er im Fall eines Scheiterns auf dem Arbeitsmarkt irgendwie aufgefangen wird und weiter machen kann.

Das, was der Proletarier(tm) aber am wenigsten mag, ja geradezu verbscheut ist es von jemanden aus akademischen Kreisen darüber belehrt zu werden wen er wählen soll, warum er den Klassenkampf führen soll oder warum es total ok ist, dass ihm seine Niedriglohnstelle nun plötzlich von einem vormaligen Flüchtling streitig gemacht wird.

Die AfD wird keines der Probleme des Proletariers(tm) lösen sondern sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter machen... aber sie hat verstanden auf "die Unterschicht" zuzugehen ohne diese belehren oder erziehen zu wollen.

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  • [–] 1 point 1 hour ago (1 child)

    Okay aber meinst du es gibt überhaupt einen Weg, durch andere Kommunikation oder durch andere Kommunikatoren oder irgendwas anderes, mit dem man "den Proletarier" davon überzeugen kann, dass der Kapitalismus sein Aufstiegsversprechen für alle nicht einlösen wird, und dass die Chance darauf weniger ausgebeutet zu werden im Klassenkampf und nicht im Kampf gegen die Ausländer liegt?

    Oder meinst du echt die Proletarier sind unerreichbar und wollen von allen seiten angelogen werden nur damit sie sich in Sicherheit wiegen können?

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  • [–] 1 point 32 minutes ago (1 child)

    Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen.

    Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück.

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  • [–] 1 point 13 minutes ago*

    Wenn du eine Chance haben willst von den Leuten aus dieser gesellschaftlichen Schicht ernstgenommen zu werden musst du selbst aus dieser Schicht stammen, die gleichen Jobs machen und ihre Sprache sprechen... aber auch dann wirst du mit der Idee des Sozialismus da keinen Blumentopf gewinnen.

    Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc

    Viele der heutigen Arbeiterschicht kommen aus Ländern des ehemaligen Ostblocks (oder haben familiäre Verbindungen dahin) und haben dort entweder selbst den "real existierenden Sozialismus" erlebt oder von Familie, Freunden und Kollegen davon gehört... und die wenigsten wollen dahin zurück.

    Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig.

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  • [–] 1 point 18 hours ago (1 child)

    Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation?

    Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit.

    Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge?

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  • [–] -3 points 4 hours ago (1 child)

    Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation?

    Dieser Absatz mit seiner belehrenden und herablassenden Art ist ehrlich gesagt schon die Erklärung die du suchst.

    Warum der Proletarier nichts von Linken hören will? Weil der Proletarier nicht belehrt, erzogen oder gerettet werden will.

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