Ich weiß, Sexismus, Frauenfeindlichkeit fehlende Perspektiven führen einfach zu einer Verödung des ländlichen Raumes. Das ist auch nicht nur ein ostdeutsches Problem, sondern das gibt es auch in den westdeutschen Dörfern und Kleinstädten. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue, was aus meinem Abi Jahrgang geworden ist, dann ist nur noch ein Bruchteil von denen in der Heimatstadt. Die meisten sind zum Studieren irgendwo hingegangen und nie wieder zurückgekommen. Und das in einer eigentlich wirtschaftlich starken westdeutschen Kleinstadt. Ich will gar nicht wissen, wie das in ostdeutschen Dörfern ist, in denen es dann auch nicht mal Jobs für Akademiker gibt.
Grundsätzlich könntest du jetzt natürlich auch einfach die Marktkräfte walten lassen und wenn keiner in einem Dorf wohnen will, ist einfach aussterben lassen. Wenn sich ein Supermarkt dort nicht betreiben lässt, gibt es halt einfach keinen Supermarkt dort. Das Problem ist halt diese gewaltige Sprengkraft, die solche abgehängten Regionen dann auch auf die Gesamtgesellschaft haben. Das sieht man, glaube ich, am besten in den USA, wo die abgehängten, ländlichen Staaten besonders gerne Trump wählen und aufgrund des politischen Systems in der Lage sind, eine Mehrheit zu bilden. Dann ziehst du aus deinem Pupskaff in Iowa nach Kalifornien, weil dir die Leute dort auf den Sack gehen und dann sorgen die Leute zuhause dafür, dass Trump dein Leben schlecht macht. Das droht uns im schlimmsten Fall auch in Deutschland.