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Deutschland
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Wie viel iranisches Gebiet besetzen die Amerikaner denn derzeit, damit so eine Forderung überhaupt Sinn ergibt?
PS: Ukraine soll die Grenzen von 2014 behalten.
Mir gehts nicht spezifisch um Gebietsabtretungen, sondern um die Tatsache, dass er beim einen Konflikt eine, sagen wir mal, bemerkenswert abgeklärt-realpolitische Einstellung hat: "Für unser Wohl muss der Angegriffene halt auch Konzessionen an den Aggressor machen!", während er beim anderen wieder klassisch ideologisch-moralisch argumentiert.
Kannst du dir vorstellen, dass er sich hinstellt und dem Iran oder Palästina empfiehlt, für die "Sicherheitsinteressen" Trumps oder Netanyahus einfach mal auf bestimmte Dinge ihrer Souveränität verzichten zu sollen? Ich nicht.
Warum schafft er es, amerikanischen/israelischen Imperialismus klar zu verurteilen, tut sich beim russischen Imperialismus jedoch schwer? Er ist damit ja nicht alleine, aber von ihm hätte ich mehr erwartet.
Ich habe Sonneborn lange als scharfen, spöttischen Beobachter unserer Maschinerie der Macht geschätzt. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, der scharfe Blick ist einer reflexhaften "Anti-Mainstream"-Haltung gewichen.
Einen Hinweis hätte ich hierzu, der vielleicht einer Überlegung wert wäre: Der politische Diskurs ist bereits voll auf Unterstützung der Ukraine eingestellt - und das auch zurecht.
Bei den US, die sehr offensichtlich ein sehr vergleichbarer Unrechtsstaat sind, ist es jedoch nicht so - ganz im Gegenteil.
Von Sonneborn kann man halten, was man will, aber hier hat er recht: Der Umstand, dass die USA eben kein demokratisches Land ist, sondern eine Oligarchie wie Russland bedarf hierzulande unbedingt Aufmerksamkeit, zumal es dieses verkommene, von Milliardären beherrschte Land weit mehr ist, das mit seinen unbegrenzten Mitteln dafür sorgt, dass die AfD, die eine 1-zu-1-Kopie von MAGA ist, so viel gewinnt.
Das ist kein Zufall, sondern die Folge des Einflusses von Milliardären.
Ich würde sehr empfehlen, mal den Begriff "Dark Enlightenment" nachzusehen.
Mit dem Wissen um diese krude, politische Theorie sollte recht deutlich werden, wieso es unsinnig ist, sich in irgendwelchen, kleinlichen Grabenkämpfen zu verlieren.
Der Grund: Die Feinde der Demokratie sind bestens ausgestattet, mit Mitteln, die das Bruttoinlandsprodukt von Ländern um ein Vielfaches übersteigen.
Sie sind der Feind aller Völker und so sollte man sie auch behandeln, ganz egal ob sie aus Russland, den US oder anderwoher stammen.
Edit: Nur um sicherzugehen - ich bin kein Feind des Kapitalismus an sich. Ich halte dieses System für das sinnvollste, was zur Verteilung von Gütern innerhalb einer Demokratie angewendet werden kann. Aber es muss eine staatlich stark regulierte, soziale Marktwirtschaft sein (Eucken uvam.). Der unregulierte US-Kapitalismus kann nur zwangsläufig dahin führen, wo die US heute stehen - es ist die logische Folge des Kapitalismus, der ohne Eingriffe stets in Monopolen mündet. Die Folge sind die US heute: Eine Oligarchie, die früher oder später in eine faschistische Authokratie umschlagen muss. Dies geschieht derzeit sehr offensichtlich.
Das klingt so, dass du mir zustimmst, dass es Sonneborn mehr um Anti-Mainstream als um Prinzipien geht?
Darüber hinaus: voll auf Unterstützung ist der Diskurs eben leider nicht. Du hast, der Vollständigkeit halber, einmal die Linke, die zwar einerseits immerhin die Aggression Russlands benennt, aber sich noch immer der Form der Unterstützung verweigert, wegen der die Ukraine heute überhaupt noch existiert. Ganz klar gesagt: bei weitem nicht so schlimm wie die folgenden Parteien. Aber die Handbremse ist schon angezogen und ein Rest "alte Russland-Sehnsucht" lebt gerade im Osten noch immer in der Partei. Dann hast du die kompletten Schmuddelkinder der Marke BSW und AfD. Zumindest eine davon schickt sich gerade an, zumindest den Osten Deutschlands für sich zu gewinnen. Hier wird quasi dem Kreml nach dem Maul geredet. Ob das nun so ist, weil sie aus Russland fleißig gefördert werden oder weil sie aus Prinzip gegen alles unseres "US-orientierten Mainstreams" sind, ist eigtl wurscht. Aber gerade das letzte Muster ist auch der Kern bei Sonneborn - und das finde ich scheiße.
Ich kenne keine Zahlen, aber es sollte mich nicht wundern, wenn Trump es mittlerweile fertiggebracht hat, das Ansehen der Amerikaner bei Deutschen/Europäern endgültig zu zerstören. Die Mehrheitsgesellschaft sieht Amerika doch längst kritisch, sieht keinen Sinn in seinem Überfall auf den Iran. Das einzige, was uns noch an dieses Land bindet, ist unsere sicherheitspolitische Abhängigkeit. Aus der wir uns mit Rüstung lösen müssten, (wo dann aber btw zB wieder die Linke dagegen ist).
Darüber hinaus: auch wenn ich nur Abscheu für Trump übrig habe und mich wundere, dass sein Volk das alles so willfährig mitmacht: dieses Land kann man mMn (noch?) nicht mit Putins Russland vergleichen, auch wenn Trump in seinen Träumen wahrscheinlich genau das vorschwebt. Trump hat aber noch keine Konkurrenten umbringen lassen, die Amerikaner haben zumindest Stand jetzt noch die Möglichkeit, ihrer Stimme Gehör zu verleihen und noch gibt es Gerichte, die seinem Treiben Stöcke in den Weg legen. Das System, das Putin in Russland seit 25+ Jahren gebaut hat, ist dem weit überlegen - wie eigentlich immer bei Trump. Aber recht hast du natürlich schon: für uns macht das wenig Unterschied, denn sowohl Trump als auch Putin sind erklärte Gegner unserer Gesellschaft und unserer Art zu leben.