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submitted 2 weeks ago by Wrufieotnak@feddit.org to c/dach@feddit.org

Hallo zusammen,

Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.

Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?

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[-] kossa@feddit.org 4 points 1 week ago

Guck nach wie vor langsam und parallel Star Trek Discovery und Voyager. Dabei ist mir aufgefallen, wie wenig Schauspieler früher 'geschauspielert' haben. Das ist auch gefühlt bei alten Tatorten so. Ich frage mich, ob unsere modernen Hirne durch verkürzte Aufmerksamkeitsspannen, Clickbait, soziale Medien auch diese Übertreibung in der Schauspielerei brauchen, um zu erkennen, was da gerade gefühlsmäßig bei den Charakteren abgeht. Interessant finde ich v.a., dass in so Reviews von früher die schauspielerische Leistung tlw. so gelobt wird, und ich mir oft denke: die ändern nicht mal ihren Gesichtsausdruck und stehen einfach immer nur gerade 😅.

Ich meine, OTOH entwickelt sich ja alles weiter. Sportler von heute sind ja auch durch Fortschritte im Training, in der Sportwissenschaft etc. einfach viel krasser als früher.

Nach meinem missglückten Ausflug zu Horvath, der ja ein bisschen wie Remarque schreibt, aber in viel schlechter, habe ich mir wieder einen Remarque geschnappt. Der Weg zurück ist quasi der unmittelbare Nachfolger von Im Westen nichts Neues und ist einfach wieder richtig gut. Bedrückend, aber soooo gut geschrieben, so nachvollziehbar, als ob man mittendrin wäre. Der Typ war einfach ein literarisches Genie.

[-] lichtmetzger@discuss.tchncs.de 3 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Ich schaue gerade TNG und mir ist vor allem aufgefallen, wie ruhig diese Serie ist. Szenen werden teilweise minutenlang gehalten, man hört nur das leise Rauschen des Raumschiffs im Hintergrund und nur ab und an gibt es kurze musikalische Einspieler, meist wenn die Dramatik in die Werbepause einleiten soll.

Es funktioniert aber trotzdem, Spannung zwischen Personen zu erzeugen, ohne viel Blingbling drumherum zu haben, weil die Geschichte eben interessant geschrieben ist.

Ich vermisse diese Art von TV, damals wurde sich eben noch viel Zeit gelassen, heute muss alles schnell abgehandelt und mit viel Epos durchgeballert werden. J.J. Abrams' Lensflares sind wohl ein prominentes Beispiel dafür. Hab auch schon überlegt, ob das vielleicht einfach daran liegt, dass eine Serie früher locker 20+ Folgen hatte und man heute froh sein kann, 8 zu bekommen. Es muss alles schneller runtergedreht werden und für Charakterentwicklung und Filler-Episoden ist dadurch weniger Zeit. Eine meiner Lieblingsfolgen von TNG ist die, in der Captain Picard einfach mit seinem Bruder auf einem Weingut abhängt und einen Nervenzusammenbruch bekommt, weil die Doppelfolge davor ihn so krass gezeichnet hat. Heute fast undenkbar in einer modernen Serienstruktur, die Handlung muss ja sofort weitergehen.

Ein positives Beispiel ist allerdings die neue Serie von Vince Gilligan: Pluribus. Er lässt sich sehr viel Zeit für Charakterentwicklung und dadurch haben große Handlungspunkte viel mehr Wirkung. Allerdings sind die Gehirne von vielen unserer Mitmenschen mittlerweile einfach zersiebt durch Social Media, ich hab sehr viele Kommentare der Art "Langweilig, da passiert ja gar nichts" gelesen - und das macht sehr betroffen.

[-] kossa@feddit.org 3 points 1 week ago

Ja stimmt. Die Ruhe ist auch krass. Und alleine, manchmal verlassen die Charaktere das Szenebild durch eine Tür, und man sieht einfach random 5 Sekunden noch einen leeren Raum. Das ist irgendwie absurd, aber im Vergleich echt ganz cool, weil so entschleunigt.

[-] lichtmetzger@discuss.tchncs.de 2 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Ich finde es sehr gut, da man so kurz mit seinen Gedanken alleine gelassen wird und die Handlung selbst reflektieren kann. Das Schauspiel ist definitiv subtiler als in heutigen Serien, aber dennoch überhaupt nicht schlecht.

Ich hab gestern eine Folge gesehen, in der Commander Data verdächtigt wird, etwas gegenüber der Crew zu verbergen und sich Picard schlussendlich entscheidet, ihn durch Security von der Brücke eskortieren zu lassen. Er sagt dann nur in so einem ganz kurzen Nebensatz "I know the way myself", steht auf - Schnitt, fertig. In diesem kurzen Schauspiel steckt jedoch viel drin - vor allem ein ganz großer Vertrauensbeweis, indem er sich selbst stellt - und diese kleine Sache trägt dann den ganzen Rest der Folge, weil der Zuschauer dann auch auf seiner Seite ist.

Moderne Serien sind da mehr "on the nose", damit die Leute die nebenbei beim Saubermachen zuschauen, der Handlung auch noch folgen können. Ich mag diese ruhige, subtile Art irgendwie lieber, aber sie ist nicht kompatibel mit kurzen Laufzeiten und schlechten Aufmerksamkeitsspannen.

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this post was submitted on 11 Apr 2026
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