[–] 2 points 16 hours ago* (last edited 16 hours ago) (1 child)

Aber an großen Unterschieden war’s das doch.

Ich glaube, die Unterschiede gehen viel tiefer. Das fängt schon bei der Religion an, die dort im Alltag und in der Politik eine Rolle spielt, die bei uns kaum vorstellbar ist. Dazu kommt die tiefgehende Aversion gegen den Staat und dass der sich überall komplett raushalten soll. Meinungsfreiheit, die Aussagen schützt, für die man hier (zu Recht) verurteilt wird und ein viel präsenterer Umgang mit Rassismus, über den dort viel offener gesprochen wird, weil das Thema die ganze Gesellschaft prägt.

Das alles kommt aus der eigenen Geschichte. Die meisten US-Amis stammen von Einwanderern ab, die erst nach 1880 dort hingezogen sind, während die meisten Familien in Europa seit hunderten von Jahren hier verwurzelt sind. Die USA sind dieser "Melting Pot" aus hunderten oder tausenden eingewanderten Kulturen, plus sehr präsente Kulturen von Indigenen. Die USA haben ihre brutale Siedlergeschichte, wir den brutalen Kolonialismus. Sklaverei dort, Holocaust hier. Das sind zwar im Grunde alles ähnlich böse Dinge, wurden aber völlig unterschiedlich aufgearbeitet und prägen die Gesellschaften komplett unterschiedlich.

Edit: Hier zwei Podcasts, die mir dazu im Gedächtnis geblieben sind:

UKW136 USA: Good enough for the moment
Die sogenannte Gegenwart / "Hillbilly Elegy": Müssen wir uns Amerika aus dem Herzen reißen?

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  • [–] 2 points 17 hours ago (3 children)

    Stimmt schon auch. Ich glaube trotzdem, dass die kulturelle Entfernung größer ist als viele denken. Und ja, Japan ist nochmal eine andere Nummer. War da auch mal eine Zeit lang. Soweit ich weiß, sind die meisten Maid Cafés übrigens unproblematisch. Ich war nur einmal in so einem Touriding und das war einfach nur todeslangweilig. Gibt aber sicher auch nicht so „okaye“. Habe vom Balkon eines Freundes in einem Hinterhof in Shibuya ziemlich zwielichtige Dinge vor sich gehen sehen.

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  • [–] 6 points 22 hours ago* (5 children)

    schon zweimal

    Min. drei.

    Wir in Europa müssen endlich mal verstehen, dass die USA kulturell sehr sehr sehr viel weiter von uns entfernt ist als wir das denken. Das fällt nicht auf, weil wir ständig US-Medien und deren Popkultur konsumieren und daher das Gefühl haben wir wären uns nahe. In Wahrheit gibt es aber wirklich fundamentale Unterschiede, die im alltäglichen Leben einen riesigen Unterschied machen.

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  • [–] 4 points 1 day ago

    Beides kann stimmen. Ich weiß noch nicht wie es hier ist, aber drüben auf reddit grenzen sich halt vor allem jungen Leute gegenüber dem großen "Feindbild Rentner" ab. Belange älterer Menschen scheinen zumindest kein Thema für Jugendliche zu sein. Etwas mehr Verständnis schadet allen nicht, dann tut man sich auch leichter damit darüber hinwegzusehen, wenn man mal nicht mitgemeint ist.

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  • [–] 24 points 2 days ago (1 child)

    Unbeliebte Meinung, aber ich finde das eine gelungene Werbung. Sie wird auf Social Media geteilt, weil die Leute voll drauf anspringen und man erhält eher geeignete Bewerbungen, weil a) die Leute, denen Homeoffice sehr wichtig ist, sich nicht bewerben und b) die Leute, die gerne vor Ort arbeiten, motivierter sind, sich zu bewerben, wenn sie keinen Bock auf die Hybrid-Hölle haben.

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  • [–] 3 points 6 days ago

    Für mich hat es sich bisher auch echt jedes einzelne Mal rein physisch gesehen total seltsam angefühlt, auf einem Laptopdisplay irgendwas per touch zu bedienen. Man muss immer den Arm so seltsam verdrehen und oben halten, um bloß nicht auf die Tastatur oder das Touchpad zu kommen und dadurch wird jede Bewegung super wacklig.

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  • [–] 0 points 1 week ago (1 child)

    es kann doch keiner mehr behaupten, man wisse nicht welchen Schaden man anrichtet

    Es ist nicht schwer bei dieser Ministerin einfach Böswilligkeit zu unterstellen, aber in diesem Fall ist das halt ziemlicher Quatsch. Die Einspeisevergütung ist inzwischen so niedrig, dass niemand mehr alleine deshalb eine PV Anlage kauft. Die Subvention war sinnvoll, um die Technologie im Privatmarkt flächendeckend einzuführen. Das ist längst erreicht. PV lohnt sich auch längst ohne jegliche Subvention. Rein wirtschaftlich macht es einfach keinerlei Sinn das jetzt noch weiter zu führen. Es soll laut dem Bericht aber nicht abgeschafft werden, sondern eine alternative Form über Strombörsen ermöglicht werden. Passt schon. Und selbst wenn es 1-2 cent weniger gibt am Ende, ändert das nichts an den Auftragsbüchern der Installateure. Wir brauchen die Subventionen schlicht nicht mehr. Es gibt in diesem Fall hier einfach keinen Grund jetzt so stark zu reagieren.

    Zu dem "es war schon einmal ein großer Fehler" kann ich nur sagen, dass es in Deutschland noch niemals eine realistische Aussicht auf eine halbwegs ernstzunehmende Solarindustrie gegeben hat. Für was denn auch? Produktion von Modulen oder Wechselrichtern? Das ist alles allerfeinstes Low-Tech. PV herstellen ist sehr einfach. Dafür braucht es kein besonderes know-how oder wahnsinnig ausgefeilte Prozesse. Da werden einfach nur ein paar Bauteile zusammengelötet. Außerdem ist PV eine seit Jahrzehnten ausgeforschte Disziplin. Es werden mit riesigster Anstrengung hier und da mal noch 0,1% Wirkungsgrad rausgeholt und das war's. Keine einzige Technologie dieser Art wird noch in Deutschland gefertigt und sie mit aller Gewalt über Subventionen im Land behalten zu wollen, ist einfach nur Geldverschwendung. Siehe Meyer Burger, etc. Kostal, SME usw. werden es auch weiter schwer haben, weil sie der billigeren Konkurrenz aus China, außer Made in EU, einfach rein gar nichts voraus haben.

    Und die Installateure aus dem Bericht heulen halt rum, weil das alles ist was Handwerker so tun.

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