Das Krankenhauspersonal arbeite daran, ihr Leben zu retten
Wie Ironisch...
Das Krankenhauspersonal arbeite daran, ihr Leben zu retten
Wie Ironisch...
Was muss das für ein scheiß Job sein. Sagt viel über die, die ihn machen.
Vorab: Ich bin generell gegen die Todesstrafe. Wenn man jedichdafpr sein sollte: Die aktuellen Hinrichtungsmethoden, besonders Gift und elektrischer Stuhl, sind für die Verurteilten Höllenqualen bis zum Tod.
Wenn man nach den Richtlinien gehen würde, denen sich zB die USA verpflichtet haben, und Menschen ohne Leiden umbringen wollte, wäre das gar nicht schwer. ZB wäre die Guillotine eine einfache Möglichkeit.
In einem Interview danach gefragt warum das nicht so gemacht werde, sagte ein Verantwortlicher, das sei "barbarisch". Er meinte damit, es sei nicht schön anzusehen.
Wenn man will dass es nett anzusehen ist wenn man einen Menschen umbringt sollte man sich vielleicht mal ganz lange Zeit nehmen, seine moralischen Werte zu überdenken.
Ich bin sowieso gegen die Todesstrafe. Aber es ist wirklich erschreckend, dass ein Staat sie so inkompetent ausführen lässt. Falls diese Grausamkeit nicht sogar von einigen gewollt ist.
Noch bescheuerter ist, dass man jetzt anscheinend aus medizinischer Sicht alles versucht, um ihr Leben zu retten. Aber falls es gelingt, steht ihr eventuell eine neue Hinrichtung bevor.
"Cruel and unusual punishment" ist nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verboten und die USA haben das Prinzip in einem Verfassungszusatz aufgenommen. Aber wen kümmert das schon.
Falls diese Grausamkeit nicht sogar von einigen gewollt ist.
Louis Theroux hat mal eine Dokumentation zu dem Thema gemacht. Er hat sich von allen möglichen Experten alle möglichen Hinrichtungsmethoden zeigen lassen und ist dann irgendwann zu einem Offiziellen (vielleicht ein Abgeordneter oder Richter, ich weiß nicht mehr) und hat ihn gefragt, warum Todesstrafen so grausam sind, obwohl sie das nicht sein müssen. Die Antwort war sinngemäß: Das sind böse Menschen und die sollen leiden.
Es ist auch völlig unplausibel, dass es schwierig sein soll, jemanden auf humane Weise umzubringen. In Krankenhäusern werden seit vielen Jahrzehnten jedes Jahr Millionen von Menschen bei lebendigem Leib zerstückelt (und dann wieder zusammenfriemelt), ohne dass sie dabei leiden müssen. Eine humane Tötung wäre wirklich trivial und extrem billig möglich. Aber es geht halt um die Vorführung, nicht um die Tötung.
Auch in der Antike hätte man dem Verurteilten einfach mit einem Stein den Schädel einschlagen können, aber stattdessen hat man sich lieber für sowas Aufweniges wie Steinigung, Scheiterhaufen oder Scaphismus entschieden, weil das eben mehr Unterhaltung bietet.
Du bräuchtest dafür Ärzte und die wollen offenbar damit nichts zu tun haben. Mal davon abgesehen, dass sie einen Eid schwören, der die Mitarbeit an Hinrichtungen verbietet.
Für Giftspritzen wie in diesem Fall brauchst Du doch bestimmt auch mindestens einen Arzt. Um jemanden mit handelsüblichem Narkosemittel vollzupumpen und ihm eine Schlagader aufzuschneiden brauchst Du aber eigentlich gar keinen Arzt. Ein Ex-Junkie wüßte wahrscheinlich alles, was man da wissen muss.
Und dann gibt es ja noch alle möglichen mechanischen Hinrichtungsmethoden mit Sprengstoff oder großen Gewichten. Aber die gehen dann wieder nicht, weil die zu brutal sind. Die Unmenschen sollen um jeden Preis weg und sie sollen leiden, aber es soll schön ordentlich sein und keine Sauerei machen. Wir sind ja schließlich zivilisiert.
Injektionen könnem auch von Krankenschwestern gesetzt werden. Grundsätzlich geht es schon darum, eine zuverlässige und "humane" Art der Hinrichtung zu haben. Einschlafen und dann Gift zu bekommen klingt ja an sich "gut". In der Umsetzung leider zu viel gepfusche, wie man hier ja deutlich gesehen hat. Ersticken mit Stickstoff sollte auch gut funktionieren, da soll man ja gar nichts merken. Machen wohl auch einige Staaten.
Mit Stickstoff gab's neulich auch so eine Katastrophenhinrichtung, die ewig gedauert hat. Wenn das Opfer bescheid weiß und versucht, die Luft anzuhalten, ist das auch kein schöner Tod.
Warum gibt es denn bei der Umsetzung von Narkosen vor Operationen so wenig Gepfusche? Warum geht das bei Hinrichtungen nicht? Und wenn das tatsächlich nicht geht, warum nicht einfach ein 16-Tonnen-Gewicht auf den Verurteilten fallen lassen? Ein schnellerer Tod wird kaum möglich sein.
Das ist das Widersprüchliche. Eigentlich ist es sogar verboten, aber dann kommen Leute in das System, die diese Dinge trotzdem durchdrücken. Ob aus Überzeugung oder "wirtschaftlichen Interessen" ist da egal. Eigentlich sollten wir als Menschheit weiter sein.
Ich komme genau vom anderen Ende her: Ich bin theoretisch nicht gegen die Todesstrafe, aber ich glaube dass ihre Anwendung in einem modernen Rechtsstaat zwangsläufig auf die Absurdität hinausläuft, die man in den USA sieht: die Angst vor der (unvermeidlichen!) Hinrichtung Unschuldiger führt zwangsläufig zu jahrzehntelangen Verfahren, die eine eigene Strafe drazustellen scheinen. Die Ablehnung blutiger Hinrichtungsmethoden aus rein ästhetischen Gründen führt zu kreativer Grausamkeit, die als besonders human dargestellt werden, weil der Tod und das Leiden für die Anwesenden leichter verdrängt werden können.
Zu dem Verfassungszusatz den du wohl meinst hat allerdings der Surpreme Court Jahrhunderte später im Rahmen von Baze v. Rees eine Entscheidung getroffen.
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