Meine These nachdem ich den Artikel gelesen hab: Wenn es andere (wirksame) Möglichkeiten der Mitbestimmung gäbe, gäbe es weniger Zulauf für die "Protestparteien".

https://hpd.de/artikel/protest-kosten-demokratie-und-suche-nach-antworten-24399

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[–] 14 points 3 days ago (10 children)

Ich habe kürzlich das Konzept des Öffentlichen Luxus kennengelernt. Funktionierender ÖPNV, Nahversorgung, Schwimmbäder, saubere Parks, keine Angsträume und Leerstände: all das zusammen sorgt dafür, dass sich Menschen in ihrer Umgebung zuhause und wohl fühlen. Das wiederum sorgt für weniger Angst und man muss auch keinen Sündenbock mehr finden.

Die These würde entsprechend lauten: mehr Öffentlicher Luxus sorgt für weniger Protestparteien.

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  • [–] 3 points 3 days ago (9 children)

    Das ist aber nur ein Konzept für Großstädte.

    Die AfD ist gerade in den ländlichen Gebieten stark, da die Bevölkerung sich dort alleine gelassen fühlt. Dein Kommentar zeigt es ja auch. Alle denken Großstadt ist das Leben. Tatsächlich leben in Deutschland jedoch gerade mal knapp 50% in Großstädten. Die andere Mehrheit lebt in Kleinstädten.

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  • [–] 6 points 3 days ago (7 children)

    Das Gegenteil ist der Fall — und das beweist ironischerweise dein Kommentar. Wir sind inzwischen trauriger weise so konditioniert, dass wir all die Dinge, die ich aufgezählt habe, nur mit Großstädten in Verbindung bringen. Aber warum sollte es aufm Dorf keine Nahversorgung geben? Warum keinen ÖPNV? Warum keinen Park? Ich würde beinahe soweit gehen und behaupten, dass wir das alles in vielen Gegenden mal hatten. Dann wurde angefangen uns einzutrichtern, dass es viel zu teuer ist und wir uns das alles nicht leisten können und Busunternehmen doch profitabel sein müssten … und die Leute fingen an lieber mit dem Auto zum Supermarkt auf der grünen Wiese zu fahren anstatt zum Bäcker oder dem Tante-Emma-Laden zu gehen und genau da geht dann der öffentliche Luxus verloren.

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  • [–] 1 point 3 days ago (6 children)

    Funktionierender ÖPNV, Nahversorgung, und Schwimmbäder

    gehe ich mit

    saubere Parks, keine Angsträume, Hundekot überall

    Kann ich beim besten Willen nicht in Kleinstädten oder ländlichen Raum sehen

    Leerstände

    Das ist ein Riesenproblem und liegt an der Konzentration der Unternehmen und eCommerce.

    Und wie so immer bei diesem Thema, läuft alles auf das Thema Auto hinaus. Des Deutschen liebstes Kind. Im Positiven als auch Negativem.

    Mit ÖPNV und mit oder keinem Auto wirst du die Probleme des ländlichen Raums nicht lösen. Das ist zu eindimensional und zu autofixiert gedacht.

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  • [–] 3 points 2 days ago (1 child)

    Bitte kläre mich über die Einseitigkeit der Gründe auf. Warum hat das nur mit dem Thema Auto zu tun. Ich verstehe nicht wieso öffentlicher Luxus im ländlichen Raum nur daran geknüpft sei. Was braucht es dort deiner Meinung nach?

    Ich stelle mir genau das vor, Nahversorgung mit Konsumgütern und Dienstleistungen, besonders medizinisch. Aber dazu eben auch Sport und kulturelle Angebote. Also Schwimmbäder, Clubs, Sauna, etc. Mehr als Schlepper- und Obst- und Gartenbauvereine etc. Und auch logistische Anbindung, dass es für Firmen attraktiv bleibt und wird sich nicht nur in Großstädten anzusiedeln. Angebote, die junge Erwachsene nach einem Bildungsaufenthalt in Großstädten oder einfach woanders auch wieder zurückzieht in den ländlichen Raum ohne Pendeln und dem Hauptargument: da hast du Platz dich privat zu verwirklichen.

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  • [–] 1 point 2 days ago (3 children)

    Bei meiner Oma im Dorf gab es (vor viel zu vielen Jahrzehnten, als ich noch ein Kind war) zwischen dem COOP und dem Hausarzt einen kleinen Park mit Kinderspielplatz. Wenn ich in den Ferien bei ihr war, sind wir mit dem Bus ins Dorf gefahren. Wir waren erst beim Arzt, dann auf dem Spielplatz und zu guter letzt im COOP. Ich durfte mir jedes Mal eine Süssigkeit aussuchen. Anschließend sind wir entweder zurück gelaufen oder wieder mit dem Bus gefahren, je nachdem wie gut sie an dem Tag zu Fuß war.

    Ich wünsche mir, dass jeder Mensch auf dem Land so eine Realität hat (und darüberhinaus Glasfaser bis zur letzten Milchkanne).

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  • [–] 2 points 2 days ago* (2 children)

    War bei meiner Oma auch so. Ihr Dorf hat es allerdings geschafft den Wandel zu überleben und attraktiv zu bleiben. Alle Dörfer drum rum sind nur noch „Schlaf- und Wohndörfer“ geworden.

    Wie hat es das Dorf geschafft? Soweit ich sehen kann, durch eine Kurklinik mit Arbeitsplätzen und entsprechenden Gästen (Touris), die andere Geschäfte frequentieren. Es gibt sogar Kinder und Familien die hinziehen. Eine mittelgroße landwirtschaftliche Fabrik hatte in den 90igern zugemacht und da stand es auf Messers Schneide und drohte zu kippen.

    Ich glaube es hängt sehr viel an möglichen Betrieben und Arbeitgebern, ob ein ländlicher Raum überaltert und eingeht oder aktiv bleibt. Da ist, um auf ein Oberthema einzugehen, der ÖPNV sicherlich nur eine Begleiterscheinung und nicht ausschlaggebend für Unternehmer den Standort zu wählen oder zu halten.

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  • [–] 1 point 2 days ago (1 child)

    Klar geht es in unserer arbeitszentrierten Gesellschaft auch immer um Lohnarbeitsplätze. Öffentlicher Luxus wäre auf der einen Seite selbst auch Arbeitgeber und auf der anderen Seite natürlich auch Standortfaktor.

    Mir geht es vor allem darum, dass Kommunen Geld brauchen, um den „Verödungsteufelskreis“ zu durchbrechen. Altschuldenerlass, aber vor allem grundsätzlich mehr Geld vom Bund. Es kann nicht sein, dass immer mehr Pflichtaufgaben von oben vorgeschrieben werden, ohne entsprechende Mittel zu erhalten.

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  • [–] 1 point 2 days ago

    Genau.

    Ist ja auch woanders ein beliebtes Mittel, wie bei den GKV und Rente. Da werden auch einige staatliche Kosten einfach reingeschoben. Thanks to Schuldenbremse. Andererseits, so richtig überzeugend finde ich die Finanzierung und Budgetierung trotz dem Milliardenpott gerade auch nicht.

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  • [–] 5 points 3 days ago

    Alle denken Großstadt ist das Leben.

    Funktionierender ÖPNV, Nahversorgung, Schwimmbäder, saubere Parks, keine Angsträume und Leerstände

    Ersetze "saubere Parks" durch "mehr Mülleimer, um Kottüten zu entsorgen" und es gilt für Stadt und Land.

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  • [–] 6 points 3 days ago

    Ich bin nicht überzeugt dass die AfD von ihren Wählern als Protestpartei gesehen wird. Es gibt viele Parteien in Deutschland, davon auch sehr viele nicht-rechtsextreme.

    Wer die AfD als Protestpartei bezeichnet möchte der Tatsache nicht ins Auge sehen dass 80 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg die meisten Zeitzeugen tot sind, und der Rechtsextremismus wieder Fahrt aufnimmt.

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  • [–] 3 points 3 days ago

    Also zumindest die Einigkeit wurde bereits erfolgreich überwunden. An der Beseitigung der zwei anderen Punkten wird auch mit Eifer gearbeitet. Wir schaffen das!

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